Be­triebs­aus­ga­be Her­ren­abend?

Auf die De­tails kommt es an: Bun­des­fi­nanz­hof ist ge­gen ein ge­ne­rel­les Ab­zugs­ver­bot

Pforzheimer Kurier - - BERUF UND ARBEIT -

Mün­chen (dpa). Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat er­freu­li­che Nach­rich­ten für Fir­men­chefs mit Hang zur Gar­ten­par­ty: Auch ei­ne teu­re Sau­se kann un­ter Um­stän­den bi­lan­zi­ell als ge­winn­min­dern­de Be­triebs­aus­ga­be ver­bucht wer­den. Da­mit hat ei­ne un­ge­nann­te Rechts­an­walts­kanz­lei in ei­nem Streit mit den Fi­nanz­be­hör­den ei­nen Er­folg er­zielt, wie aus ei­ner Ent­schei­dung des höchs­ten deut­schen Fi­nanz­ge­richts in Mün­chen her­vor­geht.

Die Kanz­lei hat­te som­mer­li­che Gar­ten­par­tys mit über 300 ge­la­de­nen Gäs­ten ver­an­stal­tet, Kos­ten bis zu 22 800 Eu­ro. An­schlie­ßend ver­buch­ten die An­wäl­te die­se „Her­ren­aben­de“als ge­winn­min­dern­de Be­triebs­aus­ga­be – was auch die Steu­er­last re­du­ziert hät­te.

Fi­nanz­amt und das zu­stän­di­ge Fi­nanz­ge­richt lehn­ten das ab. Denn im Ein­kom­men­steu­er­ge­setz heißt es, dass „Auf­wen­dun­gen für Jagd oder Fi­sche­rei, für Se­gel­jach­ten oder Mo­tor­jach­ten so­wie für ähn­li­che Zwe­cke“den Ge­winn nicht min­dern dür­fen.

Die Rich­ter am Bun­des­fi­nanz­hof mei­nen je­doch, dass kei­nes­wegs je­de Gar­ten­par­ty un­ter die­ses Ab­zugs­ver­bot fällt. Viel­mehr muss laut BFH-Ur­teil klar sein, dass die Fir­ma Geld für „über­flüs­si­ge und un­an­ge­mes­se­ne Un­ter­hal­tung und Re­prä­sen­ta­ti­on“aus­ge­ge­ben hat. Die­ser Nach­weis fehl­te nach Ein­schät­zung des BFH im Ur­teil der ers­ten In­stanz.

Des­we­gen ist das Ur­teil nun durch den BFH auf­ge­ho­ben und die Sa­che an das Fi­nanz­ge­richt zu­rück­ver­wie­sen. Nun müs­sen die dor­ti­gen Rich­ter her­aus­fin­den, ob die „Her­ren­aben­de“sich von ge­wöhn­li­chen Gar­ten­fes­ten un­ter­schie­den – und mit der Ein­la­dung zu ei­ner Se­gel­re­gat­ta oder Jagd­ge­sell­schaft ver­gleich­bar wa­ren.

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