Ein Fes­ti­val-Rie­se ist ge­bo­ren

„Ma­ta­pa­loz“-Fes­ti­val zieht Tau­sen­de Rock-Fans auf den Ho­cken­heim­ring

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Mar­kus Mer­tens

Ho­cken­heim. Der gro­ße, im­po­san­te Start ist ge­schafft – und war kei­nen Fun­ken we­ni­ger dys­to­pisch als ver­spro­chen. Zur Pre­mie­re des „Ma­ta­pa­loz“-Fes­ti­vals auf dem Ho­cken­heim­ring lässt nicht nur die post­in­dus­tri­el­le Büh­ne mit ih­ren mo­no­li­thisch an­mu­ten­den Ver­satz­tei­len aus Me­tall, Holz und Stoff von der End­zeit grü­ßen – auch der Rest des Fes­ti­val­dor­fes schmückt sich in ab­grün­di­gen Fan­ta­si­en vol­ler Düs­ter­nis und Ver­der­ben. Denn wäh­rend auf den Bret­tern, die die Welt be­deu­ten, Punk, Rock und Me­tal zwi­schen „An­thrax“und „Pa­pa Roach“, „Fi­ve Fin­ger De­ath Punch“und den „Slay­er“zu je­nem stäh­ler­nen Klang­ko­loss ver­schmel­zen, der den „Böh­sen On­kelz“das per­fek­te Fes­ti­val-Ge­fühl vor­an­setzt, re­giert kaum ein paar Me­ter wei­ter im Fes­ti­val­dorf „El Bar­rio“der Kon­trast zwi­schen Ge­nuss und Leid.

Pul­led Beef gibt es hier nicht we­ni­ger zu er­le­ben als skur­ri­le Kör­per­kunst. Die Be­su­cher zit­tern vor eu­pho­ri­schem Schmerz und ha­ben viel mit all je­nen ge­mein, die ei­nen der meh­re­ren hun­dert Ter­mi­ne bei in­ter­na­tio­na­len Tat­tooKünst­lern ge­bucht ha­ben, um sich ihr un­ver­gess­li­ches An­den­ken an die­ses Fes­ti­val ab­zu­ho­len. Vom kon­ven­tio­nel­len Schrift­zug auf der Han­din­nen­flä­che bis hin zum rie­si­gen „Photo Rea­lis­ticD­ruck“auf dem Rü­cken ist da al­les da­bei und zeigt doch: „On­kelz“-Fans ken­nen kei­nen Schmerz, nur die Lei­den­schaft des Au­gen­blicks, die sie an die­sen Ort ge­tra­gen hat, um ein Fes­ti­val zum Ge­samt­er­leb­nis zu ge­stal­ten.

Das war­tet dann mit zwei ful­mi­nan­ten Sets der „Böh­sen“On­kel auch un­ver­kenn­bar auf die An­hän­ger. Zwar hat­ten so­wohl „Fi­ve Fin­ger De­ath Punch“als auch „Slay­er“über 65 000 Fans Sets für die Ge­schichts­bü­cher der Me­tal-Ge­schich­te ab­ge­lie­fert, aber was die Böh­sen On­kelz in der Sen­ke des In­fiel­ds auf die Bret­ter zau­bern, hat nicht nur op­tisch mü­he­los das For­mat mit den opu­len­ten Shows von „Rammstein“mit­zu­hal­ten – auch die zwei­mal fast drei pau­sen­lo­sen St­un­den, die das Quar­tett um Ke­vin Rus­sell spielt, als gä­be es kei­ne Mü­dig­keit, sor­gen für fre­ne­ti­sche Ju­bel­ari­en. Und so könn­te sich das „Ma­ta­pa­loz“mü­he­los als Fes­ti­val-Rie­se in die Rie­ge der Gro­ßen ein­grup­pie­ren, die ge­kom­men sind, um zu blei­ben. Und auch die Po­li­zei zieht ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz. Denn es blieb „über­wie­gend stö­rungs­frei“.

Po­li­zei zieht ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz

EPISCHE EF­FEK­TE und ei­ne Show, die es von den Schau­wer­ten be­quem mit „Rammstein“auf­neh­men kann, bo­ten die „Böh­sen On­kelz“auf dem Ho­cken­heim­ring gleich zwei­fach. Fo­to: Mer­tens

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