Al­lein sind sie su­per, ge­mein­sam phä­no­me­nal

Gran­dio­ses A-cap­pel­la-Kon­zert des En­sem­bles „Le­ve­le­le­ven“im Fest­spiel­haus Ba­den-Ba­den

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

Mo­der­ner A-cap­pel­la-Ge­sang vom Al­ler­feins­ten: Das ist die Do­mä­ne des fin­nisch-schwe­di­schen En­sem­bles Le­ve­le­le­ven. Im Fest­spiel­haus Ba­den-Ba­den de­mons­trier­ten zwölf bes­tens auf­ge­leg­te Sän­ge­rin­nen und Sän­ger, dass die Ver­bin­dung von höchs­ter mu­si­ka­li­scher Qua­li­tät, In­spi­ra­ti­on und gu­ter Lau­ne an­steckt und mit­reißt. Das Pu­bli­kum er­klatsch­te sich dem­ent­spre­chend zwei Zu­ga­ben, die zu­sam­men­fass­ten, was Le­ve­le­le­ven aus­macht: In ei­nem Song in sa­mi­scher Spra­che, des­sen Ti­tel et­wa „Zu­hau­se ist da, wo dein Herz ist“lau­tet, wa­ren gleich­sam al­le Chor­tra­di­tio­nen auf­ge­ho­ben. Die ers­te Zu­ga­be war ein ful­mi­nan­ter Sän­ger­streit, denn Le­ve­le­le­ven be­steht aus zwei A-cap­pel­laBands: The Re­al Group aus Schwe­den und Raja­ton aus Finn­land. Die­se bei­den Grup­pen scheuch­ten sich, „be­waff­net“mit ih­ren ei­ge­nen Songs, ge­gen­sei­tig über die Büh­ne, um am En­de zu ei­nem ge­mein­sa­men neu­en Lied zu fin­den.

Die­se Zu­ga­be stand em­ble­ma­tisch für das ge­sam­te Kon­zert: Al­lein ist man su­per, ge­mein­sam phä­no­me­nal. Die Mo­der­ni­tät bei The Re­al Group und Raja­ton be­steht nicht nur in Aus­wahl und Sti­lis­tik der Songs, son­dern auch dar­in, dass sie Mi­kro­fo­ne und Ef­fek­te wie Hall und ge­loop­tes Echo ein­set­zen. In ih­ren raf­fi­nier­ten Ar­ran­ge­ments und Ei­gen­kom­po­si­tio­nen zei­gen sie Di­ver­si­tät und fas­zi­nie­ren­den mu­si­ka­li­schen Ein­falls­reich­tum, sie agie­ren so­lis­tisch und im Du­ett, als Back­ground­chor oder Rhyth­mus­grup­pe. Beat­boxing, Imi­ta­ti­on von In­stru­men­tal­klän­gen, Ge­sang und Scat, ei­ne sou­ve­rä­ne Mi­schung aus Jazz, Pop und Folk – Le­ve­le­le­ven for­dert in je­der Se­kun­de die Oh­ren und das As­so­zia­ti­ons­ver­mö­gen der Zu­hö­re­rin.

Mit dif­fe­ren­zier­ter Dy­na­mik in­ter­pre­tier­ten al­le Leo­nard Co­hens „Hal­le­lu­jah“, Raja­ton ließ es mit „Don’t Stop Me Now“von Queen kra­chen, Frau­en­stim­men, be­glei­tet von ei­ner Ein-Man­nRhyth­mus­grup­pe, lie­ßen ei­nen zar­ten Schmet­ter­ling flie­gen. An­ders Eden­roths „Words“, ge­trie­ben von rhyth­mi­scher Ener­gie, bre­chen ein­fach ab. El­vis Pres­leys „Fe­ver“, von den sechs Her­ren dar­ge­bo­ten, er­zeug­te Span­nung wie ein Ja­mes-Bond-Film. In ei­ge­nen Kom­po­si­tio­nen klin­gen Volks­mu­sik­mo­ti­ve an, und Gags, Ge­sang und Tanz er­gänz­ten sich im ei­ner klei­nen Mu­si­cal­sze­ne, die aus dem Kin­der­witz von To­ma­te und Ketch­up ent­wi­ckelt wur­de. Bir­git­ta Schmid

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