Ve­ne­dig und der Reiz der Ma­le­rei

Pforzheimer Kurier - - KUNST UND WISSEN -

Wie weib­li­che Schön­heit aus­zu­se­hen ha­be, dar­über war man sich vor rund 500 Jah­ren ei­nig. „Schnee­weiß und blut­rot, can­di­do e ver­miglio, wünsch­te sich der Ken­ner der Frau­en in der Re­nais­sance“die Haut der Da­men, kon­sta­tiert der Kunst­his­to­ri­ker Frank Feh­ren­bach in ei­nem Auf­satz für das Ka­ta­log­buch „Die Poe­sie der ve­ne­zia­ni­schen Ma­le­rei“. Un­ter die­sem Ti­tel hat die Ham­bur­ger Kunst­hal­le die ers­te um­fang­rei­che Aus­stel­lung in Deutsch­land ein­ge­rich­tet, die dem ve­ne­zia­ni­schen Ma­ler Paris Bor­do­ne (1500 bis 1571) ge­wid­met ist. Der Be­gleit­band ver­dient al­le Be­ach­tung – auch oder ge­ra­de wenn man die Prä­sen­ta­ti­on nicht ge­se­hen hat. Be­leuch­tet er doch aus un­ter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven nicht nur die Ma­le­rei Bor­do­nes (der das can­di­do e ver­miglio be­son­ders gut be­herrsch­te), son­dern geht auch auf die Kunst sei­ner Zeit­ge­nos­sen wie Ti­zi­an (um 1477 oder um 1488 bis 1576) oder Al­brecht Dü­rer (1471 bis 1528) ein, der zwar Bor­do­ne nicht ken­nen­ge­lernt hat, aber aus des­sen spä­te­rem Wohn­ort Ve­ne­dig man­che An­re­gung mit­ge­nom­men hat. -bl.

San­dra Pisot (Hg.): Die Poe­sie der ve­ne­zia­ni­schen Ma­le­rei. Hir­mer Ver­lag. 304 Sei­ten, 45 Eu­ro.

„BATHSEBA AM BRUN­NEN“(1552) heißt die­ses Ge­mäl­de von Paris Bor­do­ne. Es zeigt die Frau des He­thi­ters Uri­ja, in die sich Kö­nig Da­vid ver­liebt. Klein und un­schein­bar steht der Herr­scher Is­ra­els auf dem Bal­kon sei­nes Pa­las­tes. Fo­to: Ham­bur­ger Kunst­hal­le

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