Glanz­los im fun­kel­na­gel­neu­en Lu­xus­bau

Gast­ge­ber Russ­land fei­ert im sünd­haft teu­ren Sta­di­on von St. Pe­ters­burg Pflicht­sieg ge­gen Neu­see­land

Pforzheimer Kurier - - CONFED-CUP -

St. Pe­ters­burg (sid). Der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin lä­chel­te zu­frie­den auf der Eh­ren­tri­bü­ne, der­weil Na­tio­nal­trai­ner Sta­nislaw Tschertsches­sow tief durch­at­me­te nach dem Pflicht­sieg des Gast­ge­bers ge­gen Neu­see­land. Dank des 2:0(1:0)-Siegs ist Russ­land der Auf­takt in den Con­fed Cup zwar ge­lun­gen, spie­le­risch blie­ben aber vie­le Wün­sche of­fen. Im sünd­haft teu­ren Kres­tow­ski-Sta­di­on in St. Pe­ters­burg blie­ben zu­dem je­de Men­ge Plät­ze un­be­setzt.

„Die An­span­nung war groß“, sag­te Tschertsches­sow: „Das ers­te Spiel muss man ge­win­nen, des­halb bin ich mit dem

Tschertsches­sow: Die An­span­nung war groß

Er­geb­nis zu­frie­den. Wir ha­ben aber auch den ei­nen oder an­de­ren Feh­ler ge­macht. Dar­an müs­sen wir ar­bei­ten“.

Im­mer­hin mach­te die Sbor­na­ja bei der Mi­ni-WM in Grup­pe A ei­nen ers­ten Schritt in Rich­tung Halb­fi­na­le. Micha­el Bo­xall per Ei­gen­tor (31.) und Fjo­dor Smo­low (69.) er­ziel­ten die Tref­fer für den WM-Gast­ge­ber von 2018. Vor nur 50 251 Zu­schau­ern in der 69 000 Be­su­cher fas­sen­den Are­na fehl­te den Rus­sen ein Jahr nach dem bla­ma­blen Vor­run­den-Aus bei der EM in Frank­reich je­doch der Glanz. Sie wa­ren zwar durch­weg ton­an­ge­bend, konn­ten den Geg­ner spie­le­risch aber nicht be­herr­schen.

Pu­tin und Fifa-Prä­si­dent Gi­an­ni In­fan­ti­no ver­folg­ten das Spiel in der 716 Mil­lio­nen Eu­ro teu­ren Me­ga-Are­na ne­ben­ein­an­der, sie scherz­ten mit­ein­an­der und tausch­ten sich aus. Im Vor­feld des Tur­niers hat­te es ei­ne Men­ge Skan­da­le um den Bau ge­ge­ben. Von Baustopps, ex­plo­die­ren­den Kos­ten und aus­ge­beu­te­ten Ar­bei­tern aus Nord­ko­rea war die Re­de. Das Sta­di­on wur­de zum Sym­bol für Kor­rup­ti­on und Miss­wirt­schaft.

Das schien ver­ges­sen, als am Sams­tag reich­lich Fuß­ball-Pro­mi­nenz, dar­un­ter Bra­si­li­ens Le­gen­de Pelé, auf den Rän­gen Platz nahm. Sie hät­ten in der 15. Mi­nu­te ei­gent­lich auch se­hen müs­sen, wie der Vi­deoas­sis­tent, der erst­mals auf solch gro­ßer Büh­ne im Ein­satz war, für Klar­heit sorgt. Für den Vi­deo-Re­fe­ree war ein Foul im Straf­raum aber wohl nicht ein­deu­tig ge­nug, so dass er doch nicht ein­griff. Ins­ge­samt wa­ren die Gast­ge­ber um den frü­he­ren Dresd­ner Tor­wart Tschertsches­sow bis zum zwei­ten Tref­fer von Russ­lands Tor­schüt­zen­kö­nig Smo­low viel zu harm­los. In der Schluss­pha­se ver­gab Neu­see­land durch Tom­my Smith noch ei­ne her­vor­ra­gen­de Ge­le­gen­heit.

Russ­land trifft am Mitt­woch auf Eu­ro­pa­meis­ter Por­tu­gal und zum Grup­pen­ab­schluss am 24. Juni auf Me­xi­ko.

Statistik

Russ­land: Akin­fe­jew, Dschi­kia, Was­sin, Ku­dria­schow, Sa­me­dow, Go­lo­win, Je­ro­chin (77. Ta­ras­sow), Gluscha­kow, Schir­kow, Po­los (64. Bucha­row), Smo­low (90. Mi­rant­schuk).

Neu­see­land: Ma­ri­no­vic, Col­vey (83. Pat­ter­son), Smith, Du­ran­te, Bo­xall, Wyn­ne, Bar­ba­rou­ses (61. Tui­lo­ma), McG­lin­chey, Tho­mas, Ro­jas (71. Smel­tz), Wood.

Schieds­rich­ter: Rol­dán (Ko­lum­bi­en), Zu­schau­er: 50 251, To­re: 1:0 Bo­xall (31./Ei­gen­tor), 2:0 Smo­low (69.).

NACH SEI­NEM TREF­FER zum 2:0 ins Netz hin­ter dem neu­see­län­di­schen Tor­hü­ter Ste­fan Ma­ri­no­vic, war dem Rus­sen Fe­dor Smo­low zum Zun­ger­aus­stre­cken zu­mu­te. Fo­to: AFP

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