Neu­start in per­fek­tem Rah­men

Fan-An­drang, Son­nen­schein und Eis-Es­sen: Der KSC er­lebt ei­nen ge­lun­ge­nen Trai­nings­auf­takt

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ger­hard Wolff EI­NER von 14 Neu­en: Do­mi­nik Stroh-En­gel.

Karls­ru­he. Am En­de des ers­ten Ar­beits­ta­ges, der für die Fuß­ball­pro­fis des Karls­ru­her SC ein wahr­haft schweiß­trei­ben­des Ver­gnü­gen ge­we­sen war, gab es noch ei­ne Run­de Eis. Chef­trai­ner Marc-Patrick Meis­ter hat­te „Edis Eis-Wa­gen“vom Trai­nings­platz hin zur Haupt­tri­bü­ne be­stellt, wo Spie­ler, Of­fi­zi­el­le und das gan­ze Funk­ti­ons­team zum Ab­schluss ei­nes rund­um ge­lun­ge­nen Auf­takts zu­sam­men ei­ne klei­ne Ab­küh­lung ge­nos­sen. Es müs­sen sich ja ei­ne gan­ze Men­ge Men­schen erst ein­mal ken­nen­ler­nen beim Zweit­li­ga-Ab­stei­ger, und Meis­ter will, dass die mehr als ein Dut­zend Neu­zu­gän­ge des KSC auch mög­lichst schnell wis­sen, wer im Wild­park für dre­cki­ge Tri­kots zu­stän­dig ist oder wer den Te­am­Bus fährt. Das darf durch­aus als Sinn­bild ge­wer­tet wer­den, wie die BlauWei­ßen nach den über­wun­de­nen Schmer­zen über den Ab­sturz in die Dritt­klas­sig­keit das Pro­jekt Wie­der­auf­stieg an­ge­hen wol­len: als Ein­heit.

Der Trai­nings­auf­takt ges­tern war auf dem Weg dort­hin ein ers­ter Schritt – und nach Wo­chen der Tris­tesse in den letz­ten Wo­chen der ab­ge­lau­fe­nen Run­de üb­ten die Fans bei schöns­tem Som­mer­wet­ter in über­wäl­ti­gen­der Wei­se den Schul­ter­schluss mit dem fast ganz neu­en Team. „Das war Gän­se­h­aut­fee­ling“, sag­te Tor­wart Dirk Or­lis­hau­sen, ei­ner von den we­ni­gen, die schon ein paar Trai­nings­starts im Wild­park er­leb­ten und so noch bes­ser ein­ord­nen kön­nen, was es be­deu­tet, wenn rund 2500 An­hän­ger zum ers­ten Auf­ga­lopp strö­men und nicht ein paar hun­dert. „Das war wirk­lich über­wäl­ti­gend“, mein­te Meis­ter, der sich vor al­lem für sei­ne „Jungs“freu­te: „So be­grüßt zu wer­den, ist toll. Die Neu­gier und Vor­freu­de auf die Mann­schaft ist da.“Mit an­hal­ten­dem Bei­fall wa­ren die Ak­teu­re auf Platz zwei am Wild­park­sta­di­on be­grüßt wor­den und auch bei den Auf­wärm­run­den bran­de­te im­mer wie­der Bei­fall auf. Eh­ren­run­den zum Emp­fang – der Stim­mungs­um­schwung nach den blei­er­nen Ab­stiegs­wo­chen ist beim KSC je­den­falls fürs Ers­te ge­lun­gen.

„Es war ei­ne tol­le Be­geis­te­rung bei den Fans. Wir sind sehr schön emp­fan­gen wor­den, das ist nicht selbst­ver­ständ­lich, wenn man aus der Zwei­ten Li­ga ab­ge­stie­gen ist“, stell­te Kai Bü­low fest. „Man merkt, dass Eu­pho­rie da ist, dass die Er­war­tung groß ist“, sag­te Do­mi­nik Stroh-En­gel, der von Bun­des­li­ga-Ab­stei­ger Darm­stadt 98 zum KSC kam, wo er sich auf ei­ne „span­nen­de“Auf­ga­be freue. „Wir ha­ben su­per Cha­rak­te­re, die schnell zu­sam­men­fin­den müs­sen. Aber das krie­gen wir hin“, er­klär­te der An­grei­fer zu­ver­sicht­lich. Zu­sam­men mit Rück­keh­rer An­ton Fink bringt Stroh-En­gel viel Of­fen­siv­po­ten­zi­al in den Meis­ter-Ka­der mit ein.

Die rund­er­neu­er­te Mann­schaft wird als Auf­stiegs­kan­di­dat Num­mer eins in die Run­de ge­hen. „Wir müs­sen uns nach nie­mand an­de­rem rich­ten. Wir sind kla­rer Fa­vo­rit, das neh­men wir an“, stell­te Stroh-En­gel selbst­be­wusst fest. Der Ex-Darm­städ­ter ist ei­ner von 14 ex­ter­nen Neu­zu­gän­gen, die ges­tern auf dem Platz stan­den – am Vor­mit­tag war noch die Lei­he von Links­ver­tei­di­ger Jo­nas Föh­ren­bach (SC Frei­burg) ver­mel­det, am Sams­tag die Ver­pflich­tung von Mit­tel­feld­spie­ler Mar­vin Wa­nit­zek (VfB Stutt­gart/Ver­trag bis 2020) voll­zo­gen wor­den.

Das Trai­ner­team hat da­mit schon zum Trai­nings­auf­takt na­he­zu den kom­plet­ten Ka­der bei­sam­men – Aus­schau wird nun noch nach ei­nem In­nen­ver­tei­di­ger ge­hal­ten. „Ich ha­be dem Oli­ver schön Feu­er ge­macht“, scherz­te Meis­ter mit Blick auf Sport­di­rek­tor Kreu­zer, der in den ver­gan­ge­nen Wo­chen zu­sam­men mit Meis­ter den Ka­der im Eil­tem­po zu­sam­men­bau­te. Dass die Ar­bei­ten fast ab­ge­schlos­sen sind, ist für Meis­ter von gro­ßem Vor­teil – ge­ra­de weil er aus so vie­len Neu­en ein Team for­men muss und nicht auf ein funk­tio­nie­ren­des Fun­da­ment auf­bau­en kann. Nicht nur für den 36 Jah­re al­ten Fuß­ball­leh­rer ist das ei­ne reiz­vol­le Auf­ga­be. Auch Ab­wehr­spie­ler Bü­low lock­te die „sport­li­che Her­aus­for­de­rung“von Mit­ab­stei­ger 1860 Mün­chen ins Ba­di­sche, „um in Karls­ru­he mit­zu­hel­fen, was Neu­es auf­zu­bau­en“.

Das Ziel ist klar for­mu­liert. „Wir wol­len al­le zu­rück in die Zwei­te Li­ga, dar­an führt kein Weg vor­bei“, stell­te Stroh-En­gel noch fest. In der ers­ten Ju­li-Wo­che er­fährt auch er, wel­chen Weg der KSC neh­men muss, um kom­men­des Jahr wie­der in der Zwei­ten Li­ga an­zu­kom­men – dann ver­öf­fent­licht der DFB den Spiel­plan für die am 21. bis 23. Ju­li be­gin­nen­de Sai­son.

„Das war Gän­se­h­aut­fee­ling“

SON­NI­GER AUF­TAKT VOR TOL­LER KU­LIS­SE: Die KSC-Pro­fis er­leb­ten ei­nen stim­mungs­vol­len Trai­nings­auf­takt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.