Mit Mi­ni-Team zur WM

Nur we­ni­ge Licht­bli­cke bei den deut­schen Schwimm-Meis­ter­schaf­ten

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Berlin (dpa). Ein Jahr nach dem Olym­pia-De­ba­kel ma­chen die deut­schen Schwim­mer nur we­nig Hoff­nung für die WM. Im Jahr eins nach dem Rück­tritt von Welt­re­kord­ler Paul Bie­der­mann ver­pass­te so­gar Welt­meis­ter Mar­co Koch die har­te WM-Norm, für Vor­freu­de auf den Sai­son­hö­he­punkt sorg­ten da­ge­gen La­gen­spe­zia­list Phi­lip Heintz und Schmet­ter­lings­schwim­me­rin Fran­zis­ka Hent­ke mit Welt­jah­res­best­zei­ten.

Die ver­ein­zel­ten Top-Leis­tun­gen täusch­ten bei den deut­schen Meis­ter­schaf­ten in Berlin aber nicht dar­über hin­weg, dass nur drei der Eta­b­lier­ten die ver­schärf­ten WM-Nor­men in der of­fe­nen Klas­se knack­ten – au­ßer Heintz und Hent­ke noch Li­sa Graf. Nur ein Mi­ni-Team wird zur WM nach Bu­da­pest in ei­nem Mo­nat rei­sen. Als Welt­meis­ter darf Koch auch oh­ne Norm mit der No­mi­nie­rung rech­nen. „Das war al­les was drin war, mehr ging nicht heu­te“, sag­te Koch. „Aber die­se 2:08 sind kein Schmutz.“Sei­ne Fi­nal­zeit von 2:08,69 Mi­nu­ten über 200 Me­ter Brust brach­te ihm we­nigs­tens die Ti­tel­ver­tei­di­gung. „Das ist auch ei­gent­lich ei­ne gu­te Zeit“, mein­te Chef­bun­des­trai­ner Hen­ning Lam­bertz. Er will je­doch mehr: „Sei­ne Best­zeit ist aus 2014 und wir wol­len, dass sie schnel­ler wird.“Vor knapp drei Jah­ren war Koch in 2:07,47 Mi­nu­ten deut­schen Re­kord ge­schwom­men. Schon vor dem Fi­na­le hat­te Lam­bertz dem 27-Jäh­ri­gen „ei­ne ganz be­son­de­re Po­si­ti­on“in der Mann­schaft zu­ge­spro­chen. „Ich möch­te ihn im Team ha­ben.“

Ih­ren Platz dort si­cher­te sich mit deut­schem Re­kord auch Rü­cken­schwim­me­rin Li­sa Graf. Über 200 Me­ter schlug die 24-Jäh­ri­ge nach 2:07,63 Mi­nu­ten an und blieb da­mit rund ei­ne Se­kun­de un­ter der ge­for­der­ten Zeit. Es war ins­ge­samt die fünf­te na­tio­na­le Best­zeit der Ti­tel­kämp­fe. Vor Graf wa­ren schon Jes­si­ca Stei­ger, Ali­en Schmidtke und zwei­mal Heintz deut­schen Re­kord ge­schwom­men. Trotz des Kar­rie­re­en­des von Bie­der­mann, Steffen Dei­bler, Mar­co Di Car­li und Flo­ri­an Vo­gel, hat­te Lam­bertz auf mehr Norm-Er­fül­ler ge­hofft. Ein hal­bes Dut­zend soll­te es sein. Weil dar­aus nichts wur­de und zu­dem viel we­ni­ger jün­ge­re Ath­le­ten als von ihm er­hofft über­zeug­ten, wird Deutsch­land vom 14. bis zum 30. Ju­li wohl mit den we­nigs­ten Schwim­mern seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung bei den Welt­meis­ter­schaf­ten in Un­garn an­tre­ten. „Ich tip­pe dar­auf, dass wir ir­gend­wo zwi­schen zehn und 14 lan­den wer­den“, sag­te Lam­bertz. 15 bis 20 wa­ren an­vi­siert, ins­ge­samt schaff­ten nur sie­ben die Norm. Ge­ra­de von den U-23-Schwim­mern, die er­leich­ter­te WM-Nor­men un­ter­bie­ten muss­ten, hat­te sich der Trai­ner deut­lich mehr ver­spro­chen. Doch nur vier U-23-Schwim­mer lös­ten das Ti­cket. Lam­bertz hat­te auf zehn bis zwölf ge­hofft.

LÖS­TE MIT DEUT­SCHEM RE­KORD das Ti­cket für die WM: Rü­cken­schwim­me­rin Li­sa Graf tri­um­phier­te über 200 Me­ter. Fo­to: dpa

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