Fech­ter sam­meln Selbst­ver­trau­en

Drei Me­dail­len bei der EM ge­ben Rü­cken­wind für die an­ste­hen­de Heim-WM

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Tif­lis/Köln (sid). End­lich wie­der Me­dail­len und sport­li­che Schlag­zei­len: An­ge­führt von Eu­ro­pa­meis­ter Max Har­tung ha­ben die deut­schen Fech­ter die Que­re­len der letz­ten Mo­na­te erst ein­mal er­folg­reich ver­drängt und dür­fen sich Hoff­nun­gen auf ei­ne er­folg­rei­che HeimWM in Leip­zig ma­chen. Der 27-Jäh­ri­ge sorg­te bei der EM in Tif­lis mit sei­nem Sä­bel-Ti­tel für den größ­ten deut­schen Er­folg. Mit ins­ge­samt drei Me­dail­len konn­te der Deut­sche Fech­ter-Bund (DFeB) vier Wo­chen vor dem Sai­son­hö­he­punkt durch­aus zu­frie­den sein.

„Wir wis­sen, dass die WM ei­ne an­de­re Haus­num­mer ist und wir zu Hau­se deut­lich mehr im Fo­kus ste­hen“, sag­te DFeBS­port­di­rek­tor Sven Res­sel: „Wir ge­hen vor­aus­sicht­lich mit acht WM-De­bü­tan­ten an den Start. Das zeigt, dass wir uns im Um­bruch be­fin­den.“

Gut, dass sich der Ver­band da­für wie­der auf Har­tung ver­las­sen konn­te. Der Dor­ma­ge­ner, als DOSB-Ath­le­ten­spre­cher auch auf dem sport­po­li­ti­schen Parkett in­zwi­schen das ein oder an­de­re Ge­fecht ge­wohnt, un­ter­mau­er­te sei­ne Stel­lung als Deutsch­lands si­chers­te Me­dail­len­bank. Nach zwei­mal Bron­ze bei der WM 2015 er­reich­te er nun mit dem EMTi­tel sei­nen größ­ten Ein­zel­er­folg.

Mit der glit­zern­den Gold­me­dail­le um den Hals blick­te Har­tung schon kurz nach sei­ner Sie­ger­eh­rung auf die WM. „Das gibt viel Selbst­ver­trau­en. Auch wenn dort die Süd­ko­rea­ner dann mit da­bei sind, ge­gen die ha­be ich schon ei­ni­ge Ma­le ver­lo­ren“, sag­te er.

Ne­ben Har­tung über­zeug­ten in Tif­lis vor al­lem De­gen­fech­te­rin Alex­an­dra Ndo­lo mit Sil­ber und die deut­schen Flo­rett-Da­men mit Bron­ze. Das vor der EM selbst ge­steck­te Ziel von zwei Me­dail­len wur­de da­mit er­reicht. 2016 in Torun/Po­len hat­te es mit Be­ne­dikt Wa­g­ners Sä­bel-Gold und zwei wei­te­ren Bron­ze-Me­dail­len eben­falls drei­mal Edel­me­tall ge­ge­ben.

Nicht viel hät­te ge­fehlt – und es hät­te noch mehr Po­dest­plät­ze ge­ge­ben. Die erst 17 Jah­re al­te Leo­nie Ebert aus Tau­ber­bi­schofs­heim über­rasch­te trotz Trai­nings­rück­stands mit dem Vier­tel­fi­nal­ein­zug und war da­mit bes­te deut­sche Flo­rett­fech­te­rin in Tif­lis. Ge­krönt wur­de ihr ers­ter EM-Auf­tritt mit Bron­ze mit der Mann­schaft.

Der neu­for­mier­ten De­gen­mann­schaft bei den Her­ren fehl­te nur ein ein­zi­ger Tref­fer zu Bron­ze, zu­vor hat­ten sie sen­sa­tio­nell Olym­pia­sie­ger und Ti­tel­ver­tei­di­ger Frank­reich be­zwun­gen. Der vier­ma­li­ge Flo­rett-Welt­meis­ter Pe­ter Jop­pich (Ko­blenz) schied – wenn auch klar – eben­falls kurz vor ei­ner Me­dail­le aus.

Den­noch: Im Ge­gen­satz zu den letz­ten Mo­na­ten schrie­ben die deut­schen Fech­ter in Ge­or­gi­en po­si­ti­ve­re Schlag­zei­len. Das Olym­pia-De­ba­kel von Rio, die Be­läs­ti­gungs­vor­wür­fe am Stütz­punkt Tau­ber­bi­schofs­heim und die Kün­di­gung von Flo­rett-Bun­des­trai­ner Andrea Ma­gro hat­ten zu­letzt für er­heb­li­che Un­ru­he im ge­beu­tel­ten Ver­band ge­sorgt.

Und vor der Heim-WM in Leip­zig könn­te es noch ein­mal un­ge­müt­lich wer­den. Die Er­geb­nis­se der Kom­mis­si­on zur Auf­klä­rung der Be­läs­ti­gungs­vor­wür­fe in Tau­ber­bi­schofs­heim ste­hen eben­so noch aus wie die Fort­set­zung des Ar­beits­ge­richts­pro­zes­ses mit Ma­gro. Dem Ita­lie­ner war im Fe­bru­ar be­triebs­be­dingt ge­kün­digt wor­den. Er klagt da­ge­gen der­zeit vor dem Ar­beits­ge­richt Heil­bronn. Der DFeB möch­te sich nicht mehr äu­ßern, ei­ne mög­li­che Ab­fin­dungs­zah­lung an Ma­gro wür­de den Ver­band al­ler­dings emp­find­lich tref­fen.

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