Haet­tich springt in die Bre­sche

JC Ett­lin­gen trotzt dem KSV Ess­lin­gen und hat das Vier­tel­fi­na­le dicht vor Au­gen

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Chris­tof Bind­schä­del

Ett­lin­gen. Bei der 4:10-Auf­takt­nie­der­la­ge in Abens­berg hat­te Gior­gi Brolash­vili ei­nen ra­ben­schwar­zen Tag er­wischt und muss­te sich nach sei­ner Plei­te ge­gen Phi­lip Graf viel Kri­tik an­hö­ren, am vier­ten Kampf­tag war auf den ge­or­gi­schen Leicht­ge­wicht­ler aber wie­der Ver­lass. Mit sei­nem über­zeu­gen­den Sieg über Mar­tin Schuh­ma­cher im fi­na­len Ge­fecht des Lan­des­du­ells zwi­schen dem JC Ett­lin­gen und dem KSV Ess­lin­gen si­cher­te der Griff­künst­ler vom Schwar­zen Meer dem ba­di­schen Bun­des­li­gis­ten das 7:7-Re­mis. „Mit die­sem Er­geb­nis sind wir voll­auf zu­frie­den“, ver­si­cher­te Ett­lin­gens Team­ka­pi­tän Den­nis Huck nach dem pa­cken­den Der­by vor 300 Zu­schau­ern in der Alb­gau­hal­le.

Mit die­sem Punkt­ge­winn hat die Aus­wahl von Chef­trai­ner und Ma­na­ger Al­f­re­do Pa­ler­mo, der nach über­stan­de­ner Krank­heit sei­ne Schütz­lin­ge erst­mals in die­ser Sai­son in der Hal­le an­feu­er­te, die Teil­nah­me am Vier­tel­fi­na­le dicht vor Au­gen. „Ich bin po­si­tiv über­rascht, wie stark sich die Jungs prä­sen­tiert ha­ben und wie sie bis zum Schluss an das Re­mis ge­glaubt ha­ben. Das war ein rich­tig gu­ter Auf­tritt“, mein­te JCE-Ma­cher Pa­ler­mo. „Der ers­te Durch­gang ist op­ti­mal für uns ge­lau­fen. Am En­de ist es zwar noch ein­mal eng ge­wor­den, aber das Er­geb­nis ist ab­so­lut in Ord­nung“, er­gänz­te Huck; ak­tu­ell be­le­gen die Ett­lin­ger den drit­ten Ta­bel­len­platz in der Süd­li­ga.

Nach den ers­ten sie­ben Du­el­len führ­ten die Gast­ge­ber mit 4:3, im zwei­ten Durch­gang leg­ten dann die Ess­lin­ger auf 6:4 vor. Doch die Ett­lin­ger, für die Le­van Tsik­lau­ri, Tor­ni­ki Ta­ta­rash­vili, Franz Haet­tich und Mar­cel Pristl vor der Pau­se ge­punk­tet hat­ten, blie­sen zur Auf­hol­jagd und trot­zen dem Fa­vo­ri­ten noch ei­nen Zäh­ler ab. Vor al­lem Haet­tich sprang da­bei in die Bre­sche und ge­wann ge­gen San­dro Ma­kats­a­ri so­wie ge­gen Fe­lix Kurz je­weils durch „Gol­den Sco­re“in der Ver­län­ge­rung. „Ich hat­te zwei star­ke Geg­ner, die ich be­siegt ha­be – in­so­fern bin ich mit mei­ner Leis­tung zu­frie­den“, ver­si­cher­te der Kämp­fer im 90-Ki­lo-Li­mit; wie Haet­tich war auch der glän­zend auf­ge­leg­te Ge­or­gi­er Ta­ta­rash­vili zwei­mal er­folg­reich.

Pech bei den tak­ti­schen Spie­le­rei­en hat­te – aus JCE-Sicht – der ei­gent­li­che Punk­te­ga­rant Di­no Pfeiffer, der zu­vor seit über zwei Jah­ren in der Li­ga un­ge­schla­gen war. Dies­mal ging der mehr­fa­che deut­sche Meis­ter im Halb­schwer­ge­wicht zwei­mal als Ver­lie­rer von der Mat­te – was je­doch ei­nen trif­ti­gen Grund hat­te. Pfeiffer traf auf den Ägyp­ter Ra­ma­dan Dar­wish, Sieb­ter der Olym­pi­schen Spie­le 2016 in Rio und am­tie­ren­der Afri­ka­meis­ter. Dem Welt­klas­se­mann be­geg­ne­te Pfeiffer je­weils auf Au­gen­hö­he und zog in bei­den hoch­klas­si­gen Ge­fech­ten nur auf­grund der Be­stra­fungs­re­gel den Kür­ze­ren. Im ers­ten Durch­gang stan­den sich die Kon­tra­hen­ten im an­ge­stamm­ten 100-Ki­lo-Li­mit ge­gen­über, spä­ter rück­te Pfeiffer ins Schwer­ge­wicht auf und soll­te Dar­wish so aus dem Weg ge­hen. Doch Ess­lin­gens Te­am­chef Cars­ten Fink­bei­ner roch den Bra­ten und schick­te sei­nen Aus­nah­me­kön­ner eben­falls ei­ne Klas­se hö­her.

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