Viel Übung bis zum Le­bens­ret­ter

Ret­tungs­hun­de­staf­fel fei­ert ihr 40-Jäh­ri­ges

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Su­san­ne Roth

Der Ge­ruch von ge­mäh­tem Gras liegt in der Luft. Das le­ben­de Pen­dant zu dem Vier­pfo­ter auf dem Em­blem der Ret­tungs­hun­de­staf­fel Enz­kreis am Ver­eins­ge­bäu­de we­delt an die­sem Tag nur mal eben für ein Grup­pen­fo­to. Denn die Ver­eins­mit­glie­der um den Vor­sit­zen­den Ai­ke Krem­ser ha­ben je­de Men­ge zu tun: Am 25. Juni wol­len sie den 40. Ver­eins­ge­burts­tag und da­mit das Be­ste­hen der äl­tes­ten frei­en Ret­tungs­hun­de­staf­fel fei­ern. Das gibt Ai­ke Krem­ser aber die Ge­le­gen­heit, auf die bun­te Viel­falt der Mit­glie­der und mehr noch: auf die Hun­de hin­zu­wei­sen. „Al­les Ei­gen­ge­wäch­se“, sagt er stolz.

Die idea­le Hun­de­ras­se für un­se­re Ar­beit gibt es nicht“, fügt er auf Fra­ge hin­zu. Je­der auf­ge­weck­te Hund mit Spieltrieb sei ge­eig­net, um sich als „Man­trai­ler“für die Per­so­nen­su­che (durch den In­di­vi­dual­ge­ruch fi­xiert auf ei­ne Per­son) oder als Flä­chen­such­hund aus­bil­den zu las­sen. Zwei Jah­re al­ler­dings sei­en nö­tig da­für. „Und al­ler An­fang ist na­tür­lich der Ge­hor­sam, wo­zu der Hun­de­füh­rer ei­ne kla­re Kör­per­spra­che und ei­nen kla­ren Aus­druck in der Stim­me braucht.“

Vi­el­leicht kommt auch ei­nes der noch le­ben­den Grün­dungs­mit­glie­der zur Fei­er. Je­den­falls ho­ben den Ver­ein am 2. No­vem­ber 1976 aus der Tau­fe: Li­na Stui­b­le, Re­gi­na Kraft, Ewald Kraft, Wal­traud Kraft, Frank und Heinz Schulz so­wie Jür­gen Klotz, dann kam noch Rein­hold Schmelz­le hin­zu. So stand der Grün­dung am 25. Fe­bru­ar 1977 nichts mehr im We­ge. Der heu­ti­ge Vor­sit­zen­de Ai­ke Krem­ser war da­mals Schrift­füh­rer. Als er selbst am 23. Ja­nu­ar 2011 zum Vor­sit­zen­den ge­wählt wur­de hat­te der Ver­ein – der mit drei Hun­de­staf­feln En­de der 1970erJah­re ge­star­tet war – nach ei­ner Kri­se ge­ra­de noch drei Mit­glie­der. Heu­te sind es 53, da­von 21 Ak­ti­ve mit Hun­den.

Die Ret­tungs­hun­de­staf­fel Enz­kreis hat be­weg­te Zei­ten hin­ter sich und nun neue Auf­ga­ben ge­fun­den, die bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung 2017 fest­ge­legt wur­den. Die Ret­tungs­hun­de su­chen und ret­ten „hof­fent­lich“, so Ai­ke Krem­ser in sei­nem Be­richt, wei­ter eh­ren­amt­lich Men­schen­le­ben. Doch nun setzt sie ih­re Ar­beit schon viel frü­her an, bei der Prä­ven­ti­on, da­mit Men­schen erst gar nicht ver­lo­ren ge­hen, wie Krem­ser sagt. Re­gel­mä­ßi­ge Be­su­che im De­menz­Zen­trum Con­silio in Mühl­acker und im Al­ten­und Pfle­ge­heim „Haus Schau­ins­land“in

„Die idea­le Hun­de­ras­se für un­se­re Ar­beit gibt es nicht“

Dill­wei­ßen­stein ge­hö­ren da­zu. Ko­gni­tiv ein­ge­schränk­te Heim­be­woh­ner wür­den bei ei­nem Spa­zier­gang be­glei­tet und le­ben durch den Kon­takt mit ei­nem Hund deut­lich auf, wie Krem­ser be­rich­tet.

Im Jahr 2006 en­de­ten die of­fi­zi­el­len Ein­sät­ze für das Ret­tungs­hun­de­team mit der glück­lich ver­lau­fen­den Su­che nach ei­ner äl­te­ren ver­miss­ten Frau in Hö­fen. Da sich der Dach­ver­band der Ret­tungs­hun­de­staf­feln im No­vem­ber 2013 auf­ge­löst hat­te, ist der Sta­tus der Ret­tungs­hun­de­staf­fel Enz­kreis nun der ei­ner frei­en. Die Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft Ret­tungs­hun­de Ba­den-Würt­tem­berg stellt den Alarm­plan für die Leit­stel­len auf, an den sich die­se zu hal­ten ha­ben. „Freie Staf­feln kön­nen nicht auf­ge­nom­men wer­den und im In­nen­mi­nis­te­ri­um, war man der Mei­nung, es gä­be be­reits ge­nü­gend Ret­tungs­hun­de­staf­feln“, sagt Krem­ser. Wenn frei­lich ei­ne Pri­vat­per­son die Hil­fe des Ver­eins braucht und das mit der Po­li­zei ab­ge­spro­chen

UND AB GEHT DIE POST: Nicht nur Frie­de­ri­ke Krem­sers Hün­din „Li­na“fin­det Auf­ga­ben ganz span­nend. Hier übt sie das „Ab­le­gen“des Tie­res an von ihr mit Kör­per­spra­che an­ge­ge­be­nen Zie­len. Fo­to: Roth

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.