Von den Rö­mern bis zur Gold­stadt

Die ge­lern­te Ju­we­len­gold­schmie­din Ani­ta Dworschak führt durch Pforz­heim

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ul­la Donn von Yrsch

Et­was über­rascht wirkt Ani­ta Dworschak, als sie über ih­re klei­ne Schar Zu­hö­rer schaut: Le­dig­lich neun In­ter­es­sen­ten hat­ten sich für ges­tern an­ge­mel­det. Un­ter dem Mot­to „Gold­stadt Pforz­heim im Ju­bi­lä­ums­jahr – 250 Jah­re Schmuck­in­dus­trie“bie­tet die ge­lern­te Ju­we­len­gold­schmie­din seit Jah­ren bei den Volks­hoch­schu­len der Re­gi­on und bei „Enz­kreis er­le­ben“Ganz­ta­ges­füh­run­gen durch Pforz­heim an. Nor­ma­ler­wei­se neh­men bis zu 40 Leu­te teil, doch die­ses Mal lief die Tour un­ter be­son­de­ren Be­din­gun­gen, denn auch bei „Pforz­heim 250“konn­te man sich an­mel­den.

„Die meis­ten ha­ben sich aber nun doch über die VHS und den Enz­kreis an­ge­mel­det.“Los ging es um 10.30 Uhr an der Schloss­kir­che. Aus­ge­rüs­tet mit ei­nem Ord­ner in­for­miert Dworschak die Zu­hö­rer über die An­fän­ge Pforz­heims wäh­rend der Rö­mer­zeit. Schnell wird klar, dass es um sehr viel mehr geht, als nur die letz­ten 250 Jah­re Schmuck­ge­schich­te. Das The­ma des Tages ist nicht we­ni­ger, als die ge­sam­te Ge­schich­te Pforz­heims, von den Rö­mern, über Reuch­lin, Me­lan­chthon und Ber­tha Benz, da­zu städ­te­bau­li­che Be­son­der­hei­ten und die La­ge der Drei-Flüs­se-Stadt. Bis zur Pau­se, mit ei­nem Mit­tag­es­sen im Ca­fé Ope­ra sind die The­men ab­ge­ar­bei­tet und der Nach­mit­tag ge­hört dann ganz der Pforz­hei­mer Schmuck­in­dus­trie. Beim Be­such des Schmuck­mu­se­ums kann Pforz­hei­mer Schmuck di­rekt mit an­de­ren Stü­cken ver­gli­chen wer­den.

Da­für be­kom­men die Teil­neh­mer aus­rei­chend freie Zeit, um sich die Ex­po­na­te in al­ler Ru­he an­zu­schau­en. An­schlie­ßend geht es ins Tech­ni­sche Mu­se­um. Hier liegt der Schwer­punkt in der Her­stel­lung von Schmuck­stü­cken.

Dworschak über­gibt die Grup­pe hier an An­ja Straß­bur­ger, denn Füh­run­gen dür­fen nicht privat durch­ge­führt wer­den. Straß­bur­ger er­klärt in ei­ner St­un­de nicht nur die ver­schie­de­nen Ar­beits­gän­ge, die zur Fer­tig­stel­lung ei­nes Schmuck­stü­ckes nö­tig sind, sie führt auch zu den his­to­ri­schen Ma­schi­nen, die al­le intakt sind. Hier de­mons­triert sie nicht nur die Funk­ti­ons­wei­sen, je­der Be­su­cher darf selbst ak­tiv wer­den: Hier ei­nen He­bel drü­cken, dort ei­ne Kur­bel dre­hen und schon ent­steht ei­ne Ket­te oder ei­ne klei­ne Form wird ge­presst. Die gro­ßen me­cha­ni­schen Ge­rä­te fas­zi­nie­ren auch heu­te noch und in den Räu­men ist es an­ge­nehm kühl. An­schlie­ßend geht es zu­rück zum Haupt­bahn­hof, von wo aus zu­frie­de­ne Gäs­te den Heim­weg an­tre­ten.

Die Ver­an­stal­tung fin­det am 17. Sep­tem­ber noch ein­mal statt.

DAS TECH­NI­SCHE MU­SE­UM be­ka­men die Teil­neh­mer der Füh­rung ges­tern von An­ja Straß­bur­ger (rechts) ge­zeigt. Fo­to: Wa­cker

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