Den Am­boss zum Klin­gen ge­bracht

Öschel­bron­ner Schmie­de­markt mit vie­len krea­ti­ven Ide­en von Hand­wer­kern und Künst­lern aus der Re­gi­on

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Nie­fern-Öschel­bronn (ck). Der klin­gen­de Am­boss in der al­ten Schmie­de war auch in die­sem Jahr das High­light am Öschel­bron­ner Schmie­de­markt. In der vier­ten Auf­la­ge der Ver­an­stal­tung ist auch das Markt­ge­sche­hen vor der Schmie­de deut­lich an­ge­wach­sen, so dass die Be­su­cher ei­ne gro­ße Aus­wahl an krea­ti­ven Ide­en von Hand­wer­kern und Künst­lern aus der Re­gi­on be­wun­dern und so man­ches Uni­kat mit nach Hau­ses neh­men konn­ten.

Fi­li­gra­nes Holz­spiel­zeug, Drech­sel­ar­bei­ten, Schnitz­kunst, Ma­le­rei­en, Gar­ten­de­ko­ra­tio­nen, Skulp­tu­ren, Pa­pier­ar­bei­ten, Sei­fen, Si­rup, an­ti­ke Uh­ren und Schmuck, Ke­ra­mik­ar­bei­ten und hand­ge­näh­te Klei­dung sind nur ein Aus­schnitt aus der Viel­falt des An­ge­bo­tes. Statt­li­che 28 An­bie­ter hat­ten ih­re Wa­ren im Her­zen von Öschel­bronn prä­sen­tiert. So­gar ein Im­ker war ver­tre­ten, der das Ho­nig­schleu­dern vor­führ­te und da­bei über sei­ne Ar­beit in­for­mier­te.

An an­de­ren Stän­den konn­te man beim Spin­nen von Wol­le zu­se­hen oder beim Drech­seln von Holz die Spä­ne flie­gen se­hen. „Neu ist, dass wir die Scheu­ne zur Kul­tur­scheu­ne auf­ge­wer­tet ha­ben“, er­klär­te Joa­chim Ki­li­an, Vor­sit­zen­der des ver­an­stal­ten­den Ver­eins, der sich sonst um den Er­halt der Schöpf´schen Schmie­de so­wie de­ren Ent­wick­lung als Kul­tur­denk­mal ein­setzt. Das Er­geb­nis der bis­he­ri­gen Ver­eins­ar­beit zeig­te sich bei den Füh­run­gen, in de­nen die Ver­eins­mit­glie­der die al­te Schmie­de auch in Funk­ti­on zeig­ten. Die Zu­schau­er be­wun­der­ten un­ter an­de­rem die Trans­mis­si­on, die quer durch das Ge­bäu­de läuft und meh­re­re Ma­schi­nen an­trei­ben kann.

Ne­ben­bei war auch zu er­fah­ren, dass die Wur­zeln des Un­ter­neh­mens im Jahr wei­ter aus und ver­wies auf das Mar­ken­zei­chen „Schöpf“auf ei­ner der al­ten Schmie­de­ar­bei­ten. „Die Äx­te wur­den so­gar bis Ame­ri­ka ver­kauft.“Auch spe­zi­el­le Tief­la­de­wa­gen für die Land­wirt­schaft sind einst in der Schmie­de ent­stan­den. Den Groß­brand in Öschel­bronn im Jahr 1933 konn­te die Werk­statt weit­ge­hend über­ste­hen. Die Schmie­de wur­de erst En­de der 1970erJah­re auf­ge­ge­ben. Der zu­ge­hö­ri­ge La­den, in dem es so­wohl Nä­gel ein­zeln zu kau­fen gab, als auch Werk­zeug und vie­les mehr, wur­de erst 2008 ge­schlos­sen. „Es ist wirk­lich fas­zi­nie­rend hier drin­nen“, sag­te Bea­te Gol­de­rer aus Nie­fern Öschel­bronn bei der Füh­rung. „Schön, dass man das al­te Hand­werk be­wahrt.“

Ihr Mann ge­hör­te zu den ehe­ma­li­gen Kun­den und ist auch weit­läu­fig mit der Fa­mi­lie Schöpf ver­wandt. „Ich glau­be, mein On­kel hat in sei­ner gra­fi­schen Werk­stät­te den Pro­spekt für den Tief­la­de­wa­gen er­stellt“, er­in­ner­te er sich. Die Ver­eins­mit­glie­der ha­ben im Lau­fe der Jah­re im­mer mehr Ma­schi­nen zum Lau­fen ge­bracht, die sie dem in­ter­es­sier­ten Pu­bli­kum nun vor­füh­ren konn­ten. Nur an die 28 Ton­nen Pres­se ha­ben sie sich noch nicht ge­wagt. „Wir ha­ben noch kei­nen ge­fun­den, der uns die­se Ma­schi­ne er­klä­ren kann“, merk­te Grü­ner an.

Da­für zeig­ten die Hob­by­schmie­de ihr Ge­schick und schwan­gen die Ham­mer im Takt auf das glü­hen­de Ei­sen, was den Am­boss zum klin­gen brach­te.

EI­NE HIS­TO­RI­SCHE MA­SCHI­NE führ­te Andre­as Schmie­de­markt in der Schöpf’schen Schmie­de vor.

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