Be­rei­chern­de Be­geg­nun­gen

Ga­le­rie im Öschel­bron­ner Jo­han­nes­haus schließt mit Ab­schieds­aus­stel­lung

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Bei der Ver­nis­sa­ge am Sams­tag in der Ga­le­rie im Öschel­bron­ner Jo­han­nes­haus woll­te kei­ne rech­te Fröh­lich­keit auf­kom­men. Das 30-jäh­ri­ge Be­ste­hen der Ga­le­rie war zu­gleich ein Ab­schied. Am 30. Ju­li schlie­ßen sich de­ren Tü­ren für im­mer.

Die­se Ab­schieds­aus­stel­lung ist ei­ne ganz be­son­de­re. Denn es wer­den aus­schließ­lich Wer­ke von Be­woh­nern ge­zeigt. Das heißt, von al­ten Men­schen, die teils noch rich­tig fit sind, aber an­de­re sit­zen zum Bei­spiel im Roll­stuhl oder lei­den un­ter manch an­de­rem Ge­bre­chen. Lichtblick wa­ren bis­her für die an bil­den­der Kunst In­ter­es­sier­ten die Ma­lund Plas­ti­zier­kur­se, die seit 15 Jah­ren Gils Krie­ger lei­tet. Sie gab ei­nen Über­blick über das künst­le­ri­sche Schaf­fen, das im Jo­han­nes­haus ein Kon­zept ist für ein er­füll­tes Le­ben im Al­ter.

„Ich bin im­mer wie­der be­ein­druckt, mit wel­cher Freu­de die Men­schen hier zu Pin­sel und Far­be grei­fen“be­rich­te­te die Kunst­the­ra­peu­tin. Sie dank­te für das Ver­trau­en, dass ih­re „Schü­ler“ihr stets ent­ge­gen­ge­bracht ha­ben. Dass sie ih­re Sa­che sehr gut, mit gro­ßem päd­ago­gi­schem Ge­schick ge­macht ha­be, da­für sprach ihr die 95-jäh­ri­ge An­ne­lie­se Nie­mann vor dem voll be­setz­ten Saal Lob und Dank aus. Sie hof­fe, dass die Kur­se auch in Zu­kunft wei­ter an­ge­bo­ten wer­den. Im Na­men des Be­woh­ner­ra­tes fand auch Eri­ka Mül­ler be­we­gen­de Wor­te des Dan­kes für Gi­la Krie­ger, für die Lei­te­rin der Ga­le­rie, Et­hel Plum, für die bei­den Mu­si­ker Rolf Schönstedt und Klaus Mah­ler, und ver­gaß auch die­je­ni­gen nicht, die bei al­len Aus­stel­lun­gen bei der Aus­rich­tung stets zur Stel­le wa­ren und mit an­ge­packt ha­ben.

„Ins­ge­samt wur­den in die­ser Ga­le­rie 219 Aus­stel­lun­gen ge­zeigt“blick­te Plum auf die Ge­schich­te der Ga­le­rie und ihr elf­jäh­ri­ges eh­ren­amt­li­ches Wir­ken zu­rück. „Für mich per­sön­lich ha­be ich die Be­geg­nung mit den Be­woh­nern hier im Haus, aber auch mit den vie­len aus­stel­len­den Künst­lern stets als Be­rei­che­rung emp­fun­den.“

36 Ma­ler stel­len mehr als 70 Bil­der aus. Re­spekt und Ach­tung ist die­sen Künst­lern ent­ge­gen­zu­brin­gen. Vie­le Bil­der ste­hen in Tech­nik und Aus­strah­lung pro­fes­sio­nel­len Wer­ken in nichts nach. Noch ein Punkt, den Krie­ger, die es of­fen­bar ver­stan­den hat, Ta­len­te zu we­cken und ein Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al aus­zu­schöp­fen.

Auch für das Duo Schönstedt-Mah­ner ist es ein Ab­schied. Noch ein­mal er­freu­ten sie die Be­su­cher mit Stü­cken von Bach, Pou­lenc und Fou­ret mit hei­te­ren Klang­fol­gen am Cem­ba­lo und Kla­vier und bril­lie­ren­den Flö­ten­tö­nen. Dies war ein klei­ner, sehr be­rüh­ren­der Ab­schied im Be­woh­ner­kreis, der mensch­li­che Wär­me spü­ren ließ. Der of­fi­zi­el­le Ab­schied fin­det am 28. Ju­li statt. Eva Fi­litz

36 Be­woh­ner stel­len mehr als 70 Bil­der aus

ZEI­GEN IH­RE BIL­DER bei der Ab­schieds­schau: die Ma­le­rin­nen Hel­la De­bou, Ly­dia Kahl, Kunst­the­ra­peu­tin Gi­la Krie­ger, Ma­le­rin Hil­de­gard Beck, Ga­le­rie­lei­te­rin Et­hel Plum und Ma­le­rin Chris­ta Eich­ber­ger (von links). Fo­to: Fi­litz

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