Was­ser wird noch sau­be­rer

Land för­dert mit 7,5 Mil­lio­nen Eu­ro neue Tech­nik im Pforz­hei­mer Klär­werk

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Clau­dia Kraus

Som­mer, Son­ne, Ba­de­see: Die na­he­lie­gen­den Ge­dan­ken, die bei den hoch­som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren ges­tern ei­ni­gen Be­su­chern des Klär­werks­ge­län­des im Hoh­wie­sen­weg durch den Kopf gin­gen, dürf­ten zwar auch in Zu­kunft ein Wunsch­traum blei­ben. In greif­ba­re Nä­he ge­rückt ist da­ge­gen die Er­wei­te­rung der Klär­an­la­ge, die ei­ne wei­te­re Stu­fe an ef­fi­zi­en­ter Rei­ni­gung des Ab­was­sers mit sich brin­gen soll.

Das Land macht rund 7,5 Mil­lio­nen Eu­ro För­der­mit­tel da­für lo­cker, dass künf­tig Arz­nei­mit­tel­rück­stän­de, künst­li­che Hor­mo­ne, Weich­ma­cher, Pes­ti­zi­de oder an­de­re bio­lo­gisch nicht ab­bau­ba­re Stof­fe aus dem Ab­was­ser her­aus­ge­fil­tert wer­den kön­nen. Mög­lich wird das durch den Bau ei­ner vier­ten Rei­ni­gungs­stu­fe, die ins­ge­samt et­wa elf Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten soll. „Das Was­ser wird da­durch noch sau­be­rer in die Um­welt ent­las­sen“, sag­te Ers­ter Bür­ger­meis­ter Dirk Bü­scher bei ei­ner klei­nen Fei­er­stun­de.

Um die in Pforz­heim be­reits freu­dig er­war­te­te Nach­richt zu ver­kün­den, kam Mi­nis­te­ri­al­di­rek­tor Helm­fried Mei­nel an­ge­reist. Auch die Re­gie­rungs­vi­ze­prä­si­den­tin Ga­b­rie­la Mühl­städt-Grimm war vor Ort. Mei­nel sprach Pforz­heim ei­ne Vor­rei­ter­rol­le zu, denn 1912 ha­be man als ei­ne der ers­ten Städ­te Deutsch­lands ein Klär­werk er­öff­net. Suk­zes­si­ve Er­wei­te­run­gen in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten sorg­ten da­für, dass das Klär­werk im­mer wie­der auf den neu­es­ten Stand ge­bracht wur­de.

Ers­ter Bür­ger­meis­ter Bü­scher be­zeich­ne­te die Zu­schuss­be­wil­li­gung aus Stutt­gart als Rich­tungs­ent­schei­dung zu ei­nem zu­kunfts­ori­en­tier­ten Klär­werk. Be­reits 2012 hat­te sich der Wer­ke­aus­schuss mit der Pla­nung für die vier­te Rei­ni­gungs­stu­fe be­fasst und sich nach Prü­fung ver­schie­de­ner Tech­ni­ken für ein in­no­va­ti­ves Ver­fah­ren mit Pul­ver­ak­tiv­koh­le, Se­di­men­ta­ti­on und an­schlie­ßen­der Tuch­fil­tra­ti­on ent­schie­den. Seit die­sem Mai stand dann fest, dass der Ei­gen­be­trieb Stadt­ent­wäs­se­rung Pforz­heim (ESP) ei­ne ent­spre­chen­de An­la­ge bau­en wird – wenn sich das Land be­tei­ligt. „Oh­ne das fi­nan­zi­el­le En­ga­ge­ment des Lan­des wä­re der Bau nicht mög­lich“, be­ton­te Bü­scher.

Die Klär­an­la­ge Pforz­heim ist heu­te für 250 000 Ein­woh­ner aus­ge­legt. Das Ab­was­ser wird bis­lang me­cha­nisch, bio­lo­gisch und che­misch ge­rei­nigt. Thors­ten Sud­hof, Werk­lei­ter des Ei­gen­be­triebs Stadt­ent­wäs­se­rung, er­klär­te, mit der Um­set­zung des neu­en Baus wol­le man auch die ge­sam­te An­la­ge op­ti­mie­ren. Ne­ben der Eli­mi­na­ti­on von Spu­ren­ele­men­ten will er auch ei­ne Ver­bes­se­rung im Phos­phor­be­reich er­rei­chen.

Rund 8 000 ver­schie­de­ne Sub­stan­zen wer­den mit der neu­en Tech­nik aus dem Ab­was­ser ent­nom­men. Jetzt soll das Pro­jekt in die Aus­füh­rungs­pla­nung. Im Ju­li wer­den laut Sud­hof die Ar­bei­ten aus­ge­schrie­ben. Der Bau­be­ginn ist für Herbst vor­ge­se­hen.

Die Fer­tig­stel­lung ist für das Jahr 2019 ge­plant und An­fang März 2020 soll der neue Bau in Be­trieb ge­hen.

Hor­mo­ne und an­de­re Stof­fe wer­den ent­fernt

EI­NEN ZU­SCHUSS von 7,5 Mil­lio­nen Eu­ro macht das Land lo­cker für den Aus­bau des Klär­werks, von links Helm­fried Mei­nel, Dirk Bü­scher und Thors­ten Sud­hof. Fo­to: eh

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