Fran­zö­si­scher In­dex be­flü­gelt

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT -

„Vie­le Men­schen in Deutsch­land über­schät­zen das Ri­si­ko der Ak­ti­en­märk­te und un­ter­schät­zen die Chan­cen“, sagt Ve­ro­ni­ka Csi­zi. Die Fi­nanz­jour­na­lis­tin lässt für die Le­se­rin­nen und Le­ser je­de Wo­che das Bör­sen­ge­sche­hen Re­vue pas­sie­ren und er­klärt da­bei die Zu­sam­men­hän­ge.

Knapp vor dem nächs­ten Tau­sen­der-Gip­fel ging dem Dax die Luft aus. Bei 12 951 Punk­ten mach­te der deut­sche Leit­in­dex kehrt und zog sich zur Er­ho­lung auf 12 733 Punk­te zu­rück. Im Wo­chen­ver­gleich blieb das Mi­nus bei we­ni­ger als ei­nem Pro­zent. Ei­ni­ge an­de­re In­di­zes, et­wa der US-Tech-In­dex Nas­daq 100 oder der fran­zö­si­sche Cac 40 schlos­sen die Wo­che so­gar leicht im Plus und kon­ter­ka­rier­ten so den zu­letzt im­mer lau­te­ren Chor der Crash-War­ner. Sor­gen be­rei­tet ih­nen der sin­ken­de Öl­preis: Ein Bar­rel kos­tet heu­te am Welt­markt nur noch 45,40 Dol­lar, kurz nach dem Jah­res­wech­sel steu­er­te der Preis auf 60 Eu­ro zu. Al­ler­dings scheint für den Preis­ver­fall vor al­lem die An­ge­bots­sei­te ver­ant­wort­lich zu sein, es ist schlicht zu­viel Öl auf dem Markt. Die Furcht vor schwä­cheln­den Nach­fra­gern, al­so ei­ner be­vor­ste­hen­den Schwä­che­pha­se der Kon­junk­tur, zum Bei­spiel in Chi­na, ist der­zeit nicht durch Fak­ten be­leg­bar.

A pro­pos Kon­junk­tur: Nach­rich­ten wie die, dass der Cac 40 im Wo­chen­ver­gleich et­was bes­ser ab­ge­schnit­ten hat als sein deut­scher Bru­der, könn­ten sich in den kom­men­den Jah­ren durch­aus häu­fen. Seit 2009 war dies im­mer um­ge­kehrt, deut­sche Ak­ti­en schlu­gen fran­zö­si­sche um Län­gen, der Cac 40 no­tiert weit un­ter sei­nem All­zeit­hoch, das gan­ze 17 Jah­re alt ist.

Soll­te der neue Prä­si­dent Ema­nu­el Ma­cron je­doch sein am­bi­tio­nier­tes Re­form­pro­gramm tat­säch­lich um­set­zen und un­ser Nach­bar­land wie­der zu al­ter Stär­ke zu­rück­füh­ren, wird die Bör­se dies na­tür­lich satt ho­no­rie­ren. Dann könn­ten Wirt­schaft wie Ak­ti­en vor ei­ner „gol­de­nen De­ka­de“ste­hen, schwär­men ei­ni­ge Volks­wir­te be­reits. Doch ge­mach. Re­for­men be­nö­ti­gen Zeit, um zu wir­ken, und ha­ben auch vie­le Fein­de.

Im Fal­le ei­nes Er­fol­ges pro­fi­tie­ren könn­ten, un­ter an­de­rem we­gen der an­ge­kün­dig­ten Steu­er­sen­kun­gen, vor al­lem Kon­sum­ak­ti­en, da­ne­ben auch Pa­pie­re aus den Bran­chen In­fra­struk­tur, Au­to oder Bau. Wem dies zu ris­kant ist, der kann auch den Eu­ro­S­to­xx kau­fen und sich da­mit un­ter den 50 da­rin ver­tre­te­nen Ak­ti­en 19 fran­zö­si­sche ins De­pot ho­len. Un­ter den 13 bes­ten Ak­ti­en im Eu­ro­S­to­xx wa­ren in den ver­gan­ge­nen vier Wo­chen je­den­falls sechs Fran­zo­sen, dar­un­ter der Tech­no­lo­gie­kon­zern Saf­ran, der Lu­xus­rie­se LVMH oder Vin­ci, ei­ner der größ­ten Bau­kon­zer­ne der Welt.

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