Erd­mas­sen wer­den Dorf zum Ver­häng­nis

Ka­ta­stro­phe kos­tet vie­le Men­schen das Le­ben

Pforzheimer Kurier - - BLICK IN DIE WELT -

Is­la­ma­bad/Pe­king (dpa). Die Ex­plo­si­on ei­nes Tank­last­zugs in Pa­kis­tan und ein ge­wal­ti­ger Erd­rutsch ha­ben den asia­ti­schen Kon­ti­nent er­schüt­tert. In Pa­kis­tan wur­den mehr als 130 Men­schen in den Tod ge­ris­sen, in Chi­na wur­den 93 Men­schen ver­misst.

Bei dem Un­glück in Pa­kis­tan star­ben auch Kin­der. Wei­te­re 100 Ein­woh­ner der Stadt Ba­ha­wal­pur in der öst­li­chen Pro­vinz Pun­jab wur­den ver­letzt, wie die Po­li­zei mit­teil­te. Der Tank­las­ter sei mit ho­hem Tem­po durch die Stadt ge­rast und ver­un­glückt, sag­te der Po­li­zei­be­am­te Sha­fiq Ali. Als Dut­zen­de An­woh­ner aus­lau­fen­den Kraft­stoff auf­fan­gen woll­ten, sei die La­dung ex­plo­diert.

Bil­der von der Un­fall­stel­le zeig­ten ei­ne rie­si­ge schwar­ze Rauch­wol­ke über dem um­ge­kipp­ten Last­wa­gen. Auch um­ste­hen­de Au­tos und Mo­tor­rä­der brann­ten. Der bri­ti­sche Sen­der BBC be­rich­te­te un­ter Be­ru­fung auf Ret­tungs­kräf­te, dass ein bren­nen­des Feu­er­zeug die Ex­plo­si­on aus­ge­löst ha­ben könn­te. Ein Pas­sant ha­be sich ei­ne Zi­ga­ret­te an­zün­den wol­len, wird ein Hel­fer zi­tiert. Die Spre­che­rin des Ret­tungs­diens­tes in der Pro­vinz, Dee­ba Sh­ahnaz, er­klär­te, dass 130Lei­chen ge­bor­gen wor­den sei­en. Vier Men­schen sei­en spä­ter an ih­ren Ver­let­zun­gen ge­stor­ben. Man­che Op­fer sei­en bis zur Un­kennt­lich­keit ver­brannt ge­we­sen.

Mehr als 100 Ver­letz­te wür­den im Vic­to­ria-Kran­ken­haus von Ba­ha­wal­pur be­han­delt. Un­ter den To­ten und Ver­letz­ten wa­ren nach An­ga­ben des be­han­deln­den Arz­tes auch Kin­der. Op­fer mit be­son­ders star­ken Brand­ver­let­zun­gen sei­en in Kli­ni­ken in an­de­ren Städ­ten ge­bracht wor­den, sag­te der Arzt. Sein Kran­ken­haus kön­ne nicht so vie­le Men­schen auf ein­mal ver­sor­gen. Pa­kis­tans Mi­nis­ter­prä­si­dent Na­waz Sha­rif sprach den Op­fern und ih­ren An­ge­hö­ri­gen sein Bei­leid aus. Die Ver­letz­ten soll­ten die best­mög­li­che me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung be­kom­men. Ei­ne pri­va­te Rei­se nach London sag­te Sha­rif we­gen des Un­glücks ab. Schlech­te Stra­ßen, al­te und oft un­ge­pfleg­te Fahr­zeu­ge und ei­ne nicht den Stan­dards ent­spre­chen­de Ver­kehrs­si­cher­heit sind die Grün­de für ei­ne ho­he Zahl an Ver­kehrs­un­fäl­len in Pa­kis­tan: Nach An­ga­ben der Re­gie­rung ster­ben pro Jahr mehr als 5 000 Men­schen auf der Stra­ße.

Un­ter­des­sen hat ein rie­si­ger Erd­rutsch Chi­na heim­ge­sucht. Nach dem rie­si­gen 93 Dorf­be­woh­ner wur­den zu­letzt noch un­ter den Ge­röll­mas­sen ver­misst. Zehn To­te wa­ren be­stä­tigt. Mehr als 3 000 Hel­fer such­ten nach den Op­fern. Nach ta­ge­lan­gen Re­gen­fäl­len war der Berg­hang im Kreis Mao in der Pro­vinz Si­chuan in Süd­west­chi­na mehr als tau­send Me­ter in die Tie­fe ab­ge­rutscht. „Mit vol­ler Wucht“ha­be der Erd­rutsch das Dorf Xin­mo un­ter sich be­gra­ben, schil­der­ten Geo­lo­gen im Staats­fern­se­hen. Wo vor­her 62 teils zwei­ge­schos­si­ge Häu­ser stan­den, er­streck­te sich ei­ne Hun­der­te Me­ter brei­te Ge­röll­wüs­te.

Der Fluss im Tal wur­de über zwei Ki­lo­me­ter zu­ge­schüt­tet, eben­so ei­ne Stra­ße auf 1,6 Ki­lo­me­ter. Staats- und Par­tei­chef Xi Jin­ping rief zu größ­ten An­stren­gun­gen auf, um Über­le­ben­de zu fin­den. Papst Fran­zis­kus sprach den Op­fern und ih­ren Fa­mi­li­en beim An­ge­lus-Ge­bet in Rom sein Bei­leid aus. Auch UN-Ge­ne­ral­se­kre­tär An­tó­nio Gu­ter­res zeig­te sich tief be­trof­fen und sprach den Hin­ter­blie­be­nen sein Bei­leid aus.

Ver­ur­sach­te Zi­ga­ret­te Ex­plo­si­on in Pa­kis­tan?

MIT HOCHDRUCK ar­bei­te­ten Ret­tungs­mann­schaf­ten in Chi­na an der Su­che nach Ver­schüt­te­ten. Ein Erd­rutsch hat­te das Dorf Xin­mo un­ter sich be­gra­ben. Fo­to: dpa

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