De­mir­bays Weck­ruf mit Traum­tor

Deut­sche Mann­schaft dreht nach der Pau­se auf und for­dert im Halb­fi­na­le nun Me­xi­ko

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Sot­schi (sid). Joa­chim Löw ließ nach sei­nem Ju­bi­lä­ums­sieg die rech­te Faust her­vor­schnel­len, dann eil­te der Bun­des­trai­ner zu Timo Wer­ner und tät­schel­te ihm bei­na­he vä­ter­lich die Wan­ge. Mit dem 100. Sieg im 150. Spiel ins Halb­fi­na­le – Löw hat­te wie auch der Dop­pel­tor­schüt­ze nach dem 3:1 (0:0) ge­gen Ka­me­run im letz­ten Grup­pen­spiel des Con­fed Cups al­len Grund zur Freu­de. „Hoch­ach­tung und Rie­sen­re­spekt! Das ist et­was sehr Au­ßer­ge­wöhn­li­ches hier mit die­ser Mann­schaft“, schwärm­te der Trai­ner im ZDF, „auch der 100. Sieg ist et­was be­son­ders Schö­nes. Das spricht für vie­le Er­fol­ge, auch für ei­ni­ge Trä­nen bei oder nach den Tur­nie­ren.“

Für Trä­nen gibt es in Russ­land kei­nen An­lass. Die Aus­sicht auf ein span­nen­des Halb­fi­nal-Du­ell mit Me­xi­ko am Don­ners­tag (20 Uhr/Das Ers­te) eben­falls in Sot­schi kann das deut­sche Per­spek­tiv­team nicht schre­cken. „Wir sind ei­ne rich­tig gu­te Mann­schaft. Wir ha­ben rich­tig viel drauf und wer­den im­mer bes­ser“, sag­te Wer­ner, der ge­gen den Afri­ka­meis­ter sei­ne ers­ten Län­der­spiel­to­re er­zielt hat­te. Die deut­sche Mann­schaft er­spar­te sich durch den Grup­pen­sieg ei­ne kraft­rau­ben­de Rei­se nach Ka­san. Ka­pi­tän Ju­li­an Drax­ler, der das 1:0 wun­der­bar mit ei­nem Ha­ckentrick vor­be­rei­tet hat­te, sag­te: „Es ist ein Vor­teil, in Sot­schi blei­ben zu dür­fen.“

Der sehr schwa­che Be­ginn ge­gen Ka­me­run war nach ei­ner deut­lich bes­se­ren zwei­ten Halb­zeit ver­ges­sen. „So et­was muss man ei­ner solch jun­gen Mann­schaft zu­ge­ste­hen“, sag­te Löw. Ein Traum­tor von Ke­rem De­mir­bay (48.) lei­te­te den Sieg ein und weck­te die lan­ge le­thar­gi­schen Team­kol­le­gen. Wer­ner leg­te vor of­fi­zi­ell 30 230 Zu­schau­ern nach (66./81.), für die nach ei­ner Ro­ten Kar­te de­zi­mier­ten Ka­me­ru­ner traf Ben­ja­min Mou­kandjo (78.).

Das Spiel war lan­ge äu­ßerst zäh. Die Neu­for­mie­rung der deut­schen Start­elf war ein Hemm­nis, Lauf- und Pass­we­ge stimm­ten nicht – Löw schimpf­te früh und hef­tig. Die Spie­ler wa­ren ihm zu we­nig en­ga­giert, mög­li­che schnel­le An­grif­fe wur­den im­mer wie­der ver­schleppt. Das deut­sche Mit­tel­feld wirk­te ide­en­arm, ers­te Tor­chan­ce war ein 18-Me­ter-Schuss Cans in der 21. Mi­nu­te. Er war ein Weck­ruf, fort­an hat­te Deutsch­land mehr Lust, Räu­me in der geg­ne­ri­schen De­fen­si­ve auf­zu­rei­ßen. Von Ka­me­run kam of­fen­siv nichts, bis Christian Bas­sogog (35.) mit in den Straf­raum stürm­te. Er blieb kurz vor dem Ab­schluss an Mar­vin Plat­ten­hardt hän­gen. Kurz vor dem Halb­zeit­pfiff muss­te Tor­hü­ter Mar­cAn­dré ter Ste­gen, der auch ge­gen Me­xi­ko spie­len wird, glän­zend ge­gen And­re-Frank Zam­bo An­gu­is­sa (45.) ret­ten.

Nach der Pau­se gab es al­ler­dings Grund zum Ju­bel. Nach per­fek­ter Vor­la­ge Drax­lers per Ha­cke durch die Bei­ne von Sia­ni zog De­mir­bay aus 18 Me­tern ab und traf in den obe­ren rech­ten Win­kel. Es gab nun doch noch Fuß­ball­zau­ber: Wer­ner und Kim­mich schei­ter­ten an Tor­hü­ter Fa­b­ri­ce On­doa (54.) – dann fie­len die To­re.

Sta­tis­tik

Deutsch­land: Ter Ste­gen, Gin­ter, Sü­le, Rü­di­ger, Kim­mich, Ru­dy (74. Hen­richs), Can, Plat­ten­hardt, De­mir­bay (77. Brandt), Drax­ler (80. You­nes), Wer­ner.

Ka­me­run: On­doa, Ma­bou­ka, Nga­deu Ng­ad­jui, Tei­keu, Fai, Zam­bo An­gu­is­sa, Djo­um (58. Nga­mal­eu), Sia­ni, Bas­sogog (82. To­ko Ekam­bi), Abou­bakar, Mou­kandjo (70. Gui­hoa­ta).

Schieds­rich­ter: Rol­dán (Ko­lum­bi­en), Zu­schau­er: 30 230, To­re: 1:0 De­mir­bay (48.), 2:0 Wer­ner (66.), 2:1 Abou­bakar (78.), 3:1 Wer­ner (81.). Gel­be Kar­ten: Plat­ten­hardt. Ro­te Kar­te: – Ma­bou­ka (64./gro­bes Foul­spiel).

MIT KÖPF­CHEN: Dop­pel-Tor­schüt­ze Timo Wer­ner trifft se­hens­wert zum zwi­schen­zeit­li­chen 2:0.

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