Ovt­cha­rov als Nutz­nie­ßer

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Cheng­du/Köln (sid). Der Boy­kott des hei­mi­schen Top-Tri­os um Su­per­star Ma Long hat bei den Chi­na Open für ei­nen Eklat ge­sorgt und den Weg für das deut­sche Traum-Fi­na­le frei­ge­macht. Den Wir­bel um die Rol­le des chi­ne­si­schen Chef­trai­ners Liu Guo­liang nutz­ten der Welt­rang­lis­ten­fünf­te Di­mi­trij Ovt­cha­rov und Re­kord-Eu­ro­pa­meis­ter Timo Boll zum Ein­zug ins End­spiel. Dort setz­te sich Ovt­cha­rov in ei­nem Tisch­ten­nisK­ri­mi nach der Ab­wehr von vier Match­bäl­len mit 4:3 ge­gen Boll durch. „Timo hät­te den Sieg min­des­tens ge­nau­so ver­dient ge­habt. Es war ein ver­rück­tes Spiel“, mein­te Ovt­cha­rov, der wohl ge­nau­so

Deut­sches Fi­na­le nach Boy­kott der Chi­ne­sen

wie Boll bei nor­ma­lem Tur­nier­ver­lauf vor­zei­tig die Se­gel hät­te strei­chen müs­sen.

Aber nor­mal wa­ren die­se Chi­na Open nicht. Ma, Fan und Xu Xin tra­ten aus So­li­da­ri­tät zu ih­rem kurz zu­vor zum Ver­bands-Vi­ze „be­för­der­ten“Na­tio­nal­trai­ner Liu über­ra­schend nicht zu ih­ren Ach­tel­fi­nal­par­ti­en an. Das chi­ne­si­sche Sport­mi­nis­te­ri­um ord­ne­te den na­tio­na­len Ver­band CTTA an, den Vor­fall um­ge­hend zu un­ter­su­chen und streng da­mit um­zu­ge­hen. Das chi­ne­si­sche Team ver­öf­fent­lich­te schließ­lich ei­ne Ent­schul­di­gung. Kurz be­vor das Trio nicht zu sei­nen Par­ti­en er­schie­nen war, ver­öf­fent­lich­ten sie auf der in Chi­na be­lieb­ten So­ci­al-Me­dia-Platt­form Wei­bo iden­ti­sche Posts: „In die­sem Mo­ment ha­ben wir kei­ne Lust zu kämp­fen... al­les nur weil wir dich ver­mis­sen, Liu Guo­liang!“We­nig spä­ter wur­den die­se wie­der ge­löscht.

Liu, der seit 2013 das chi­ne­si­sche Team trai­nier­te, soll Vi­ze-Prä­si­dent im Ver­band wer­den. An­ge­sichts der Re­ak­ti­on sei­ner Spie­ler wirkt der Po­si­ti­ons­wech­sel je­doch wie ei­ne Be­stra­fung. Auch von­sei­ten der ITTF droht Un­ge­mach. Der Welt­ver­band be­hält sich Sank­tio­nen ge­gen­über Chi­na vor.

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