„Der HRK ist ein bis zwei Num­mern grö­ßer als wir“

Rhi­nos-Te­am­ma­na­ger Jens Poff über den Ab­stand zum neu­en Meis­ter – und wie man die­sen wei­ter ver­klei­nern kann

Pforzheimer Kurier - - DEUTSCHES RUGBYFINALE -

Vor ei­nem Jahr fei­er­te Te­am­ma­na­ger Jens Poff mit sei­nen Rhi­nos über­ra­schend die ers­te deut­sche Meis­ter­schaft im Rug­by. Dies­mal setz­te sich wie­der der fa­vo­ri­sier­te Hei­del­ber­ger RK durch. Wie knapp der TVP an der Ti­tel­ver­tei­di­gung ge­schei­tert ist und wie na­he er am Se­ri­en­meis­ter in­zwi­schen dran ist, dar­über hat Ku­ri­er-Re­dak­ti­ons­mit­glied Re­né Ron­ge nach dem Fi­na­le mit Jens Poff ge­spro­chen.

Fast hät­te es hei­ßen müs­sen: Glück­wunsch zur Ti­tel­ver­tei­di­gung. Statt­des­sen nun Glück­wunsch zur Vi­ze­meis­ter­schaft ...

Poff: Tja, es wä­re al­les drin ge­we­sen. Wir wa­ren mei­ner Mei­nung nach gleich­wer­tig bis bes­ser. Aber wir hat­ten ei­ne kur­ze Schwä­che­pha­se mit zwei Gel­ben Kar­ten, das hat Hei­del­berg ge­nutzt. Sonst hät­ten wir den Ti­tel ver­tei­di­gen kön­nen. Die neu­tra­len Fans in Ber­lin ha­ben ge­sagt, dass es im­mer wie­der toll ist, was wir al­les aus uns raus­ho­len und wie wir Hei­del­berg for­dern.

Sie wa­ren in der Tat nah dran, auch in der re­gu­lä­ren Run­de gab es ne­ben ei­ner Nie­der­la­ge wie­der ei­nen Sieg ge­gen den neu­en Meis­ter. Wie weit ha­ben Sie grund­sätz­lich zum deut­schen Pri­mus aus Hei­del­berg auf­ge­schlos­sen?

Poff: An ei­nem gu­ten Tag sind wir auf Au­gen­hö­he, wenn al­le Spie­ler fit, kon­zen­triert und in Form sind. Wenn beim HRK aber al­le Na­tio­nal­spie­ler an Bord sind, dann ist er aber nicht zu schla­gen.

In wel­chen Be­rei­chen ge­nau hal­ten Sie mit, und wo ist Hei­del­berg vor­aus?

Poff: Die Hei­del­ber­ger ha­ben mit Ca­priSon­ne ei­nen Mil­lio­nen­s­pon­sor, kann man sa­gen. Wir ha­ben da­ge­gen vie­le klei­ne und kom­men da­mit in der Sum­me viel­leicht auf ein Zehn­tel. Das ist wie Bay­ern Mün­chen ge­gen den SC Frei­burg im Fuß­ball. Der HRK hat ei­ne pro­fes­sio­nel­le Um­ge­bung. Sie ha­ben ei­nen Kun­st­ra­sen­platz, Mög­lich­kei­ten, im Win­ter zu trai­nie­ren. Sie sind ein­fach ein bis zwei Num­mern grö­ßer als wir, was die Gr­und­aus­stat­tung be­trifft. Da­für sind wir in der Ju­gend mitt­ler­wei­le stark auf dem Vor­marsch.

Des­we­gen ha­ben Sie in die­ser Sai­son erst­mals oh­ne Punkt­ab­zug be­gon­nen. Da­von aus­ge­hend ging es gleich an die Ta­bel­len­spit­ze. Wie fällt Ih­re Bi­lanz der letz­ten zwölf Mo­na­te aus?

Poff: Wir sind su­per ge­star­tet und ha­ben mit dem Po­kal­sieg ge­nau so nach­ge­legt, wie wir uns das vor­ge­stellt ha­ben. Durch Über­heb­lich­keit und Ver­let­zun­gen kam dann ei­ne schwa­che Pha­se, in der al­les ge­gen uns lief. Das hat uns Platz eins in der Bun­des­li­ga Süd/West und da­durch ein Heim­spiel im DM-Halb­fi­na­le ge­kos­tet. Das ist är­ger­lich für un­se­re Fans. Zum Glück ha­ben wir dann wie­der zu al­ter Stär­ke ge­fun­den.

Wo­durch könn­te der nächs­te Schub nach vor­ne kom­men? Durch Spie­le im Bröt­zin­ger Tal, wenn das Sta­di­on dort mal fer­tig ist?

Poff: Das be­trifft ja nur Spit­zen­spie­le. Wir wol­len vor al­lem in der Ju­gen­dar- beit dran­blei­ben und al­le Al­ters­klas­sen be­spie­len. Un­ser Ziel ist es, dass die Ba­sis der ers­ten Mann­schaft kom­plett aus Pforz­hei­mer Spie­lern be­steht, dann gibt es nur noch ein paar ex­ter­ne Er­gän­zun­gen. Viel ge­won­nen wä­re auch durch mehr Ak­zep­tanz für Rug­by in der Öf­fent­lich­keit. Das be­trifft Spon­so­ren, aber auch die Ver­wal­tung. Es er­weist sich im­mer wie­der als schwie­rig, als Rand­sport­art al­le For­ma­li­en ge­re­gelt zu be­kom­men.

SIEHT SEIN TEAM an ei­nem gu­ten Tag auf Au­gen­hö­he mit dem Hei­del­ber­ger RK: Jens Poff, Te­am­ma­na­ger des TV Pforz­heim. Fo­to: Rub­ner

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