Dies­mal glück­lich als Zwei­ter

Nip­pa be­haup­tet sich un­ter Druck von Karls­ru­her Ath­le­ten / Ar­bo­gast ge­winnt den Haupt­lauf

Pforzheimer Kurier - - CITYLAUF PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Re­né Ron­ge

Als Zwei­ter beim Ci­ty­lauf hat Mar­kus Nip­pa in­zwi­schen ei­ne ge­wis­se Er­fah­rung. Es war ges­tern schon das vier­te Mal, dass er di­rekt hin­ter dem Sie­ger ein­lief. „An­de­re Ma­le ha­be ich mich mehr ge­är­gert“, sag­te der Läu­fer des TV Pforz­heim bei der Sie­ger­eh­rung auf dem Markt­platz. „Heu­te bin ich froh als Zwei­ter.“

Dass Nip­pa glück­lich war, hat­te ei­nen ein­fa­chen Grund. Schon im Vor­feld war klar, dass Jan­nik Ar­bo­gast (LG Re­gi­on Karls­ru­he) in Nor­mal­form das Ren­nen ge­win­nen wür­de. 2015 hat­te er den Ci­ty­lauf schon ein­mal ge­won­nen, in je­nem Jahr wur­de er zu­dem deut­scher Vi­ze­meis­ter über 10 000 Me­ter. Und tat­säch­lich führ­te an Ar­bo­gast auch dies­mal kein Weg vor­bei – ob­wohl er am Sonn­tag­mor­gen noch in Mann­heim bei den Lan­des­meis­ter­schaf­ten ak­tiv war. Über 1 500 Me­ter hat­te er sich dort auf der Bahn Platz zwei ge­si­chert. We­ni­ge St­un­den spä­ter ging er in Pforz­heim auf die Stra­ße. „Wenn es geht, lau­fe ich hier im­mer“, sag­te Ar­bo­gast nach sei­nem Sieg. „Es ist so ein coo­ler Lauf. Es gibt sel­ten Läu­fe mit so gu­ter Stim­mung. Nur ist es schwie­rig zu über­ho­len.“Da die Ath­le­ten in der In­nen­stadt vier kom­plet­te Run­den und ei­ne ver­kürz­te lau­fen, stößt die Spit­ze des Fel­des früh auf die lang­sa­me­ren Läu­fer. „Auf Best­zei­ten zu ge­hen ist hier schwie­rig“, be­fand Ar­bo­gast. Sei­ne Sie­ger­zeit be­trägt 33:54 Mi­nu­ten. Wich­ti­ger ist für ihn, dass Zeit und Plat­zie­rung im Ju­li bei der deut­schen Meis­ter­schaft in Er­furt stim­men, wo er über 5 000 Me­ter star­ten wird.

In Pforz­heim über­rasch­te Ar­bo­gast, wie gut Ver­fol­ger Nip­pa mit­hielt. Lan­ge wa­ren bei­de ge­mein­sam un­ter­wegs, ehe der LGR-Ath­let ent­schei­dend an­zog. „Aber er hat gut auf­ge­holt“, sag­te der Sie­ger über den Zwei­ten. „Ich war über­rascht, als ei­ne Zu­schaue­rin rief, dass es nur noch zehn Se­kun­den Un­ter­schied sind.“Am En­de trenn­ten die vor­de­ren bei­den Läu­fer sechs Se­kun­den.

Für Nip­pa war Platz zwei auch des­halb er­freu­lich, weil er sich in ei­nem tak­tisch für ihn schwie­ri­gen Ren­nen be­haup­te­te. Ar­bo­gast hat­te in Lu­cas Bit­tig­ho­fer (Platz drei, 34:13) und Chris­toph Uhl (34:58) zwei schnel­le Ver­eins­ka­me­ra­den bei sich, die ge­mein­sam ver­such­ten, Nip­pa los­zu­wer­den. „Sie ha­ben als Team im­mer wie­der Gas ge­ge­ben und Tem­po raus­ge­nom­men“, be­rich­te­te der TVP-Ath­let. Weil er wuss­te, dass die jün­ge­ren Karls­ru­her Kon­kur­ren­ten im End­spurt schnel­ler sein wür­den, ver­such­te er, wann im­mer er konn­te, das Tem­po zu er­hö­hen. „Ich ha­be an der letz­ten Keh­re Gas ge­ge­ben, um ein paar Me­ter auf Lu­cas raus­zu­lau­fen. Ich wuss­te, dass er mich sonst ab­zieht.“

Bit­tig­kof­fer hat­te in­des ei­ne Zu­satz­be­las­tung: Nur 90 Mi­nu­ten vor­her war er beim Fun Run an den Start ge­gan­gen und hat­te die­sen auch ge­won­nen. „Am Schluss ha­be ich das schon ge­spürt. Viel­leicht hät­te ich mich noch­mal mehr quä­len kön­nen, um zu Mar­kus auf­zu­schlie­ßen.“

Da mit dem Ci­ty­lauf nun die vier­te von sechs Sta­tio­nen des Volks­lauf-Cups ab­sol­viert ist, nimmt der Pforz­hei­mer Nip­pa die Ge­samt­wer­tung in den Blick. Am kom­men­den Sams­tag (18 Uhr) geht er beim Rann­tallauf an den Start, wie er an­kün­dig­te.

Fo­tos (4): Rub­ner

LÄUFERMASSEN be­weg­ten sich auf den Stra­ßen der Pforz­hei­mer In­nen­stadt. Die Schnells­ten muss­ten auf dem Rund­kurs bald Sla­lom lau­fen.

SCHWIE­RI­GE ZEHN KI­LO­ME­TER nahm Mar­kus Nip­pa un­ter die Fü­ße. Er wur­de Zwei­ter.

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