Wort­spie­le mit Dop­pel­deu­tig­keit

Chris­ti­ne Gei­ger liest in der Nord­stadt-Buch­hand­lung

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ina Zan­tow

Chris­ti­ne Gei­ger schreibt aus „Not­wehr“. Sie schreibt, weil sie nicht schwei­gen kann. Am Frei­tag­abend stell­te die Pforz­hei­mer Au­to­rin ihr Buch „Let­ter­la­met­ta“, er­schie­nen im El­vea Ver­lag, vor. 20 Be­su­cher er­leb­ten ei­nen ver­gnüg­li­chen Li­te­ra­tur­abend in der Nord­stadt-Buch­hand­lung von Do­ris und Oli­ver Meiß­ner.

Die Rei­me­rin von Ge­dich­ten und Ge­schich­ten der an­de­ren Art liebt das Wort­spiel und de­ren Dop­pel­deu­tig­keit. Ob krass, ver­rückt, tra­gisch oder zart: Chris­ti­ne Gei­ger folgt nie ei­nem Sche­ma. Es gibt kein The­ma, das nicht zur Spra­che kä­me.

2016 hat­te die lei­den­schaft­li­che Au­to­rin ihr ers­tes Buch „Klim­per­klar“, die Schwes­ter von „Let­ter­la­met­ter“, vor­ge­legt. „Es macht ein­fach Spaß und längst ha­be ich noch nicht al­les er­zählt“, sagt Gei­ger, die sich selbst als ei­nen Men­schen mit ei­nem schrä­gen Na­tu­rell und ei­nem un­ru­hi­gen Geist be­zeich­net. Ent­spre­chend quir­lig und man­nig­fal­tig sind ih­re selbst ge­schrie­be­nen Tex­te, die sie ih­ren Zu­hö­rern in wit­zig char­man­ter Wei­se prä­sen­tier­te.

Wo­her nimmt sie aber ih­re Ide­en? „Es reicht ein Bild auf Ins­ta­gram oder der all­täg­li­che Ein­kauf und schon spru­deln die Ge­dan­ken aus mir her­aus“, er­zählt Gei­ger. Fast schon den­ke sie in Rei­men und manch­mal träu­me sie so­gar gan­ze Wör­ter­wäl­der, die es zu dich­ten, zu lich­ten, zu schich­ten gilt. So sind auf 152 Sei­ten amü­san­te und nach­denk­li­che Tex­te ent­stan­den, die von Lie­be, Kon­flik­ten und lus­tig ver­zerr­tem Ge­dan­ken­gut nur so über­spru­deln. Ob „Ro­sen­wahn“, „Ma­ri­tim in­tim“, „Grau“oder „Im lan­gen tie­fen Nil …“: Gei­ger hat ei­nen un­trüg­li­chen Blick für die Ko­mik, die oft in All­tags­si­tua­tio­nen oder Lie­bes­be­zie­hun­gen ste­cken. So strot­zen ih­re Tex­te vor Esprit, Wort­witz und Iro­nie, die von den Zu­hö­rern be­geis­tert auf­ge­nom­men wur­den. „Die Wort­spie­le­rei­en um Sehn­sucht und Lie­be rau­ben mir den Atem“, freu­te sich Jan-Ing­mar Fa­bisch, der ei­gens aus Schaff­hau­sen zur Le­sung ge­kom­men war. Nach der Buch­prä­sen­ta­ti­on gab es ei­nen re­gen Aus­tausch bei Ge­trän­ken und Kn­ab­be­rei­en ganz nach dem Mot­to: „Ich kann dich nicht ver­ges­sen. Au­fes­sen könnt ich dich, mit Kunst­haar so­gar.“

Untrüg­li­cher Blick für die Ko­mik

CHRIS­TI­NE GEI­GER hat ihr Werk „Let­ter­la­met­ta“in der Nord­stadt­Buch­hand­lung prä­sen­tiert. Fo­to: Wa­cker

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