Vom „Nuss­schüs­sel­blues“zu den in­ne­ren Wer­ten

„Die Feis­ten“las­sen ein Zupf­in­stru­ment nach dem an­de­ren zu ih­ren Fast-Lie­bes­ge­schich­ten er­klin­gen

Pforzheimer Kurier - - KULTUR IN PFORZHEIM -

Auf der Büh­ne wa­ren in Reih und Glied die un­ter­schied­lichs­ten Zupf­in­stru­men­te auf­ge­reiht: zwei Gi­tar­ren, ei­ne Man­do­li­ne, ein mons­trö­ser Akus­tik­bass und ei­ne Timp­le, ei­ner Uku­le­le nicht un­ähn­lich. Bei letz­te­rem han­delt es sich um das ty­pi­sche In­stru­ment der Ka­na­ri­schen In­seln.

Ei­nes nach dem an­de­ren der In­stru­men­te ar­bei­te­ten „Die Feis­ten“, prä­sen­tiert vom Pforz­hei­mer Ku­ri­er, am Frei­tag­abend ab. Doch zu der Timp­le griff Rai­ner Schacht be­son­ders ger­ne, auch des­halb, weil der eher dün­ne, zu­rück­hal­ten­de Klang des In­stru­ments gut zu der Flüs­ter­stim­me sei­nes Part­ners, Ma­thi­as

„Das meis­te ist an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen“

Zeh – kurz C. – pass­te. Zum Bei­spiel in dem Stück „In­ne­re Wer­te“, das ei­ne Lie­bes­ge­schich­te, oder bes­ser, ei­ne Ge­schich­te aus der fast ei­ne Lie­bes­ge­schich­te ge­wor­den wä­re, be­singt, und gleich­zei­tig ei­ne Fal­le, in die lie­bes­trun­ke­ne Män­ner ger­ne hin und wie­der tor­keln. Er trifft ei­ne Frau, nicht be­son­ders hel­le, die im­mer lacht an der fal­schen Stel­le. Aber wenn küm­mert es, wenn „die Ver­pa­ckung so der­ma­ßen stimmt“, schmach­te­te C. Und ja, sie hieß Man­dy.

Doch kaum hat er es ge­schafft, sich dem Ob­jekt sei­ner Be­gier­de zu nä­hern, muss er fest­stel­len – sei­ne An­ge­be­te­te schätzt vor al­lem das, auf das er in sei­nem Lie­bes­tau­mel ger­ne be­reit ge­we­sen wä­re zu ver­zich­ten: In­ne­re Wer­te. „Die meis­ten un­se­rer Ge­schich­ten sind an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen“, ge­stand C. dem Pu­bli­kum im Os­ter­feld-Ma­ler­saal. „Doch die­se ist wirk­lich so pas­siert.“Ziem­lich an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen klang je­den­falls der Text des Ti­tel­songs ih­rer jüngs­ten CD „Nuss­schüs­sel­blues“. Da­rin war­nen die bei­den ein­dring­lich in die Nuss­scha­le zu grei­fen, weil sich da­rin auch al­ler­lei ge­mei­ne Vi­ren und Bak­te­ri­en ver­steckt hal­ten könn­ten. Ei­ne Spon­so­ring-Part­ner­schaft mit ei­nem gro­ßen Erd­nus­s­an­bie­ter, wit­zel­te Schacht, sei lei­der bis­her nicht zu­stan­de ge­kom­men. Die Feis­ten stam­men ur­sprüng­lich aus Göt­tin­gen, hie­ßen frü­her „Ganz Schön Feist“und wa­ren zu dritt. Da­mals war­ben sie da­mit, mit „Pop a cap­pel­la Come­dy“ih­ren ei­ge­nen Stil ent­wi­ckelt zu ha­ben. Doch im Ja­nu­ar 2013 zog sich die Grup­pe aus dem ak­ti­ven Tourle­ben zu­rück.

Gleich­zei­tig kün­dig­ten Ma­thi­as Zeh und Rai­ner Schacht an, als Duo wei­ter­ma­chen zu wol­len. Be­reits ein Jahr spä­ter ver­öf­fent­lich­ten sie mit „Ver­suchs­la­bor“ih­re ers­te CD. Au­ßer­dem, er­zähl­ten die bei­den, le­ben sie heu­te nicht mehr in Göt­tin­gen, son­dern in Kas­sel, be­zie­hungs­wei­se Mann­heim. Auch Stü­cke zum Mit­sin­gen hat­ten sie dem Pu­bli­kum mit­ge­bracht.

„Es ist gut, wenn du weißt was du willst und nicht so gut, wenn du nicht weißt, was du willst“, lie­ßen sie das Pu­bli­kum in­to­nie­ren und zeig­ten sich höchst zu­frie­den mit der Be­reit­schaft der Gäs­te mit­zu­ma­chen. Ha­rald Bott

DAS DUO „DIE FEIS­TEN“spiel­te am Frei­tag­abend im Kul­tur­haus Os­ter­feld. Die bei­den Mu­si­ker, die so ziem­lich je­des Zupf­in­stru­ment zu be­herr­schen schei­nen, hat­ten auch Lie­der zum Mit­sin­gen da­bei. Fo­to: Eh­mann

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.