Das Ge­heim­nis der „Bas­tard-Collec­tion“

Im Ate­lier Gei­ger wer­den die ver­steck­ten Schät­ze ans Licht der Welt zu­rück­ge­holt

Pforzheimer Kurier - - KULTUR IN PFORZHEIM -

Das, sag­te In­grid Röm­mich-Wer­ner, sei im­mer das Ers­te, was ge­fragt wer­de: War­um heißt die Kol­lek­ti­on ei­gent­lich „Bas­tard-Collec­tion“? Die Er­klä­rung liegt re­la­tiv na­he und ist viel­leicht auch ein klein we­nig pro­vo­zie­rend. Frü­her, er­zähl­te Röm­mich-Wer­ner, hät­ten die Aris­to­kra­ten ger­ne ih­re il­le­gi­ti­men Kin­der ver­steckt. Ähn­lich er­ge­he es heu­te Schmuck­stü­cken, die in ih­rem De­sign nicht mehr ganz dem Ge­schmack der Zeit ent­spre­chen.

Die Bas­tard-Collec­tion will die­se ver­steck­ten Schät­ze ans Licht der Welt zu­rück­ho­len, in­dem es sie mit dem Mo­der­nen ver­knüpft. „Es geht um Fa­mi­li­en­ge­schich­te und auch um die Ver­söh­nung der Ge­ne­ra­tio­nen“, so Röm­mich-Wer­ner. Ein Bei­spiel ist der Ring mit dem Na­men „Ma­rie“. „Wenn man es uns er­laubt“, er­klär­te Röm­mich-Wer­ner, „dann ge­ben wir den Rin­gen Na­men ih­rer Vor­be­sit­zer.“

Ei­gent­lich be­steht Ma­rie aus drei Rin­gen, die ge­tra­gen wur­den von drei Ge­ne­ra­tio­nen, des­halb auch der Ne­ben­ti­tel „Drei-Ge­ne­ra­tio­nen-Ring“. Als Be­stand­teil der Bas­tard-Collec­tion wur­de er zu ei­nem ein­heit­li­chen Gan­zen neu ge­stal­tet. Ge­fer­tigt ist er aus Gelb-, Ro­tgold und Sil­ber, als St­ei­ne schmü­cken ihn Onyx und Tur­ma­li­ne.

„Wie wir die Rin­ge zu­sam­men­set­zen, ist welt­weit ein­zig­ar­tig“, be­ton­te die Schmuck­de­si­gne­rin bei der Ver­nis­sa­ge am Sams­tag im Ate­lier Clau­dia Gei­ger in der Jahnstra­ße.

„Wir kön­nen die­se an­spruchs­vol­len Ar­bei­ten nur fer­ti­gen“, so Röm­mi­chWer­ner wei­ter, „weil es in Pforz­heim die mo­derns­ten tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten gibt.“In­grid Röm­mich-Wer­ner grün­de­te zu­sam­men mit Ve­ro­ni­ka Schmidt nach ih­rem Stu­di­um in Pforz­heim die Bas­tard Collec­tion GbR mit Sitz in der Bleich­stra­ße. Ur­sprüng­lich stammt sie aus Det­mold und kam nach Pforz­heim, weil sie si­cher war, hier al­les zu fin­den, was sie brauch­te um ih­ren Traum­be­ruf zu er­ler­nen. „Ich kom­me mir in Pforz­heim im­mer noch vor wie im Schmuck­him­mel“, schwärm­te die Ge­schäfts­füh­re­rin.

Ein an­de­res Bei­spiel aus der Kol­lek­ti­on ist der Ring „Eter­nal Hug“- ewi­ge Umar­mung. Das Be­son­de­re dar­an: Es ist ei­ne Ar­beit, die ei­nen Da­men- und ei­nen Her­ren­ring in­te­griert. „Es ist ein klas­si­scher So­li­tär, um­rahmt von ei­nem Her­ren­sie­gel­ring“, be­schreibt Röm­mich-Wer­ner das Ex­po­nat. Ge­tra­gen wer­de er aber heu­te über­wie­gend von Frau­en. „Man schenkt ihn ger­ne zur Ver­lo­bung, ei­ner Ge­burt oder ein­fach auch so.“Die Aus­stel­lung Bas­tard Collec­tion ist Teil des Ver­an­stal­tungs­pro­gramms 250 Jah­re Gold­stadt Pforz­heim und ist noch die nächs­ten vier Wo­chen im Ate­lier Clau­dia Gei­ger in der Jahnstra­ße 23 a zu se­hen. Ha­rald Bott

„Ma­rie“wur­de von drei Ge­ne­ra­tio­nen ge­tra­gen

ÜBER DIE VER­STECK­TEN SCHÄT­ZE, die der­zeit im Ate­lier Gei­ger zu se­hen sind, un­ter­hal­ten sich In­grid Röm­mich-Wer­ner und Clau­dia Gei­ger (von links). Fo­to: Eh­mann

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