Hit­ze macht den Kreis­lauf schlapp

Bei die­sen Tem­pe­ra­tu­ren hat DRK-Orts­ver­ein viel zu tun auf der Pfor­ze­mer Mess

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

Sieht recht ge­müt­lich aus, wie die eh­ren­amt­li­chen DRK-Hel­fer des Orts­ver­eins Stadt Pforz­heim auf ih­ren Stüh­len im Schat­ten ei­nes Bau­mes ge­gen­über der Po­li­zei­wa­che am Mess­ge­län­de sit­zen und der Bau­wa­gen hat auch ir­gend­wie „Wohn­mo­bil“-Cha­rak­ter.

Aber der Ein­druck täuscht, die sie­ben Leu­te, die am letz­ten Mess-Wo­che­n­en­de im Ein­satz sind, ha­ben kei­nen Ur­laub. Sie müs­sen stän­dig auf al­les ge­fasst sein. Wenn auch die Ein­sät­ze bis­her we­ni­ger blu­tig ab­ge­lau­fen sind, als es manch­mal die Un­fäl­le tun, die sonst an­ste­hen. Bei den Tem­pe­ra­tu­ren sind es bei der dies­jäh­ri­gen Mess eher Fäl­le von Kreis­lauf­ver­sa­gen. Nicht nur Gäs­te, auch Schau­stel­ler sind be­trof­fen.

„Die ste­hen den gan­zen Tag, da wird manch­mal zu we­nig ge­ges­sen oder ge­trun­ken und dann ist es auf ein­mal zu viel“, sagt Joa­chim Schwab, der als ein­zi­ger der Trup­pe an die­sem Tag ei­ne Aus­bil­dung als Ret­tungs­sa­ni­tä­ter hat. Was das Know-how der Sa­ni­täts­hel­fer in kei­ner Wei­se schmä­lern soll. Schlep­pen müs­sen sie al­le, denn bei ei­nem Ein­satz ist nicht nur der Ruck­sack mit den nö­tigs­ten me­di­zi­ni­schen Ge­rät­schaf­ten zu schul­tern, son­dern auch das Sau­er­stoff­ge­rät und da wiegt das Gan­ze gern mal 15 Ki­lo­gramm.

Bis­her ha­ben die DRK-Hel­fer kei­ne wirk­lich schlim­men Ein­sät­ze auf der Mess ge­habt. Be­sag­te Kreis­lauf-Zu­sam­men­brü­che, was laut Schwab kein Wun­der ist an­ge­sichts von über 30 Grad an je­dem Mess­tag. Ge­ra­de eben sind sie al­ler­dings von ei­nem Ein­satz bei ei­nem bren­nen­den Toi­let­ten­häus­chen zu­rück­ge­kom­men; ei­ne Per­son kam we­gen der Rauch­ent­wick­lung ins Kran­ken­haus. Ge­naue­res wird die Po­li­zei noch fest­stel­len. Es ist den DRKHel­fern zwar nicht mul­mig, aber es ist trotz­dem gut, zu wis­sen, dass die Po­li­zei im Not­fall schnell da wä­re. Wie kürz­lich, als Schwab erst­mals als Sa­ni­tä­ter un­an­ge­neh­me Er­fah­run­gen mach­te. „Wir wur­den zu ei­ner be­wusst­lo­sen Per­son ge­ru­fen.“So schlimm war es dann of­fen­bar nicht. Schlim­mer sei­en die Ju­gend­li­chen um das Op­fer her­um ge­we­sen. Da sah sich Schwab ei­ner ag­gres­si­ven Men­ge von 14 Ju­gend­li­chen ge­gen­über. Wäh­rend sich Kol­le­gen um den an Bo­den Lie­gen­den küm­mer­ten sei ihm nichts an­de­res üb­rig ge­blie­ben, als „zwei Schrit­te auf sie zu zu ma­chen und ei­ne kla­re An­sa­ge zu ma­chen“.

Doch an­ge­sichts der gro­ßen Men­schen­men­ge, die sich teil­wei­se über das Mess-Ge­län­de be­wegt, ist die Si­tua­ti­on of­fen­bar ins­ge­samt für die Hel­fer des DRK zu be­wäl­ti­gen und über­schau­bar.

Nächs­tes Jahr wird das DRK mit ei­nem neu­en Bau­wa­gen vor Ort sein. Der ak­tu­el­le Wa­gen hat Rost­lö­cher.

Su­san­ne Roth

ER­IN­NE­RUNGS­FO­TO MIT BAU­WA­GEN – im nächs­ten Jahr wer­den Micha­el Frank, San­dra Cas­co, Joa­chim Schwab, Ma­re­lia Koll­off, Flo­ri­an Koss­mann, Oli­ver Pfaff und Frank Her­holz (von links) auf je­den Fall ei­nen neu­en brau­chen. Fo­to: Roth

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