Her­zens­bre­cher Wal­de­mar ist wie­der un­ter­wegs

„Mu­sik aus Dres­den“: Ke­cke Sa­lon­da­men gar­nie­ren ei­nen per­fek­ten Som­mer­abend in Bir­ken­feld

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Kein Scherz, der Wal­de­mar ist im­mer noch un­ter­wegs. Seit den 1920er-Jah­ren wi­ckelt er die Da­men­welt ein, bricht rei­hen­wei­se die Her­zen und doch: Man kann ihm nicht bö­se sein. „Ach, der Wal­de­mar, der ist doch wun­der­bar“, er­fah­ren auch die gut 250 Gäs­te am Sams­tag­abend im Bir­ken­fel­der Au­to­haus TRI AG. Da­für sorgt ein­mal mehr der Freun­des­kreis Mu­sik aus Dres­den. In der Kon­zert­rei­he des Ver­eins geht es oft auch klas­sisch ernst­haft zur Sa­che, aber eben auch mal hei­ter wie an die­sem Som­mer­abend, als die „Dresd­ner Sa­lon-Da­men“in ke­cker Ein­heits­klei­dung auf die Büh­ne stö­ckeln. Ganz in bor­deaux­rot mit

Quin­tett ist ei­ne Au­gen­wei­de

an­stän­di­ger Rock­län­ge, Ge­schmei­de um den laut­hals von Lie­be sin­gen­den Hals und oben drauf als i-Tüp­fel­chen ein Hüt­chen oder ei­ne et­was aus­la­den­de­re Renn­bahn-Va­ri­an­te: Das Quin­tett ist ei­ne Au­gen­wei­de.

Aber es kommt noch bes­ser: In den höchs­ten Tö­nen von Lie­be und Lie­bes­leid sin­gen kön­nen die Da­men und da­zu noch her­vor­ra­gend gut ih­re Mu­sik­in­stru­men­te von Flü­gel über Vio­lon­cel­lo, Vio­li­ne und Kla­ri­net­te be­die­nen. Schließ­lich sind sie auch Pro­fi­mu­si­ke­rin­nen. Aber das sind die Zu­hö­rer ja schon nach dem ers­ten Teil ge­wöhnt, in dem wie im­mer die Ju­gend­mu­sik­schü­ler der Ein­rich­tung Neu­en­bürg-Bir­ken­feld ih­ren Auf­tritt ha­ben. Da las­sen Nick Gen­gen­bach, Fe­lix La­den­bur­ger (bei­de Kla­ri­net­te) und Alex­an­der Gor­ba­chev (Bass­kla­ri­net­te) be­reits mun­ter die Fle­der­maus von Jo­hann Strauss flat­tern. Gu­te Ein­stim­mung für die hei­te­re Zei­t­rei­se in die Jahr­zehn­te von 1920 bis 1950 und de­ren Sa­lon­mu­sik. Auch wenn es in ers­ter Li­nie um Herz­schmerz – na­tür­lich ver­ur­sacht von Wal­de­mar – geht, kommt man doch auf hei­te­re Ge­dan­ken. So ist sie halt, die Män­ner­welt. Ein Seuf­zen und wei­ter geht’s zum nächs­ten Lied. Im­mer­hin hat Wal­de­mar ja sa­gen­haft gut ge­küsst und von der Er­in­ne­rung lässt sich schließ­lich auch ganz gut zeh­ren. Man könn­te auch gut rä­so­nie­ren, war­um das denn so ist mit den Män­nern, wie es eben ist. Liegt es am Al­ters­un­ter­schied (von zwei Jah­ren)? Weil das Kom­ma auf dem Kon­to­aus­zug zu weit links ist? Da­bei braucht die Da­me doch nur Lie­be, Lie­be, Lie­be und ein biss­chen Mu­sik, Mu­sik, Mu­sik. „Ich hab nichts ge­gen Leu­te oh­ne Geld. Muss ja nicht der ei­ge­ne Part­ner sein“, sagt Sän­ge­rin Su­sann Ja­co­bi.

Die gut aus­ge­bil­de­te und er­fri­schend in der Zeit der 1920er- bis 1950er-Jah­re schwel­gen­de Dresd­ner Sa­lon­da­men sind ein gu­ter, ein er­fri­schen­der Fang und ge­nau pas­send mit ih­ren „hit­zi­gen“The­men an ei­nem lau­en Som­mer­abend wie die­sem. Und wie hat noch die künst­le­ri­sche Lei­te­rin von „Mu­sik aus Dres­den“, Do­ro­thee Schu­ma­cher, zu Be­ginn ge­sagt? „Da wird der gan­ze Stress ab­fal­len.“Wel­cher Stress? Nichts mehr da­von zu spü­ren. Su­san­ne Roth

FRISCH, FRECH, FRÖH­LICH und dann auch noch rich­tig gu­te Mu­si­ke­rin­nen: Die Dresd­ner Sa­lon­da­men wa­ren mal wie­der zu Gast bei „Mu­sik aus Dres­den“. Fo­to: Roth

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