Oh­ne ret­ten­den Air­bag

Ja­pa­ni­scher Au­to­zu­lie­fe­rer Ta­ka­ta mel­det In­sol­venz an

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT - Von un­se­rem Kor­re­spon­den­ten Finn May­er-Ku­ckuk

To­kio. Der ja­pa­ni­sche Air­bag-An­bie­ter Ta­ka­ta kann nach ei­nem lan­gen Dra­ma um de­fek­te Pro­duk­te sei­ne Rech­nun­gen nicht mehr be­zah­len – und hin­ter­lässt Cha­os bei Kun­den, Mit­ar­bei­tern und An­teils­eig­nern. „Wir sind zu dem Schluss ge­kom­men, dass wir un­ter den der­zei­ti­gen Um­stän­den ei­ne sta­bi­le Ver­sor­gung un­se­rer Ab­neh­mer nicht mehr si­cher­stel­len kön­nen“, sagt Fir­men­chef Shi­ge­hi­sa Taka­da ges­tern in To­kio. Er ver­beug­te sich dar­auf­hin für vol­le sechs Se­kun­den vor der Pres­se, um Reue aus­zu­drü­cken. „Wir ent­schul­di­gen uns für die vie­len Pro­ble­me, die wir al­len Be­tei­lig­ten ma­chen.“

Die Schul­den­last von Ta­ka­ta er­reicht be­reits acht Mil­li­ar­den Eu­ro. In die­se Sum­me sind For­de­run­gen von Au­to­her­stel­lern, die mas­sen­haft Fahr­zeu­ge zu­rück­ru­fen muss­ten, nur zum Teil ein­ge­rech­net.

Die Air­bags von Ta­ka­ta hat­ten zwei höchst uner­wünsch­te Ei­gen­schaf­ten: Sie öff­ne­ten sich schon bei klei­nen Er­schüt­te­run­gen und bom­bar­dier­te die Leu­te im Au­to da­bei mit spit­zen Split­tern.

Ne­ben dem Mut­ter­kon­zern in To­kio wird die US-Toch­ter TK Hol­dings in die In­sol­venz ge­schickt. Grund für die­sen Schritt sind im­men­se Kos­ten und Ver­bind­lich­kei­ten we­gen mil­lio­nen­fa­cher Rück­ru­fe. In Eu­ro­pa sei in­des nicht ge­plant, In­sol­venz­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten, hieß es.

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