„Im­pe­ra­tor“haut Ju­ry aus dem Sat­tel

Karls­ru­her Hoch­schul­team über­zeugt bei Krea­tiv­wett­be­werb mit spei­chen­lo­sem Fahr­rad

Pforzheimer Kurier - - WISSENSCHAFT -

Karls­ru­he (kost). Mit sei­nem „Im­pe­ra­tor“hat ein Zwei­er­team von der Hoch­schu­le Karls­ru­he – Tech­nik und Wirt­schaft die Ju­ry „aus dem Sat­tel ge­hau­en“. Neun Mit­be­wer­ber lie­ßen Ni­co­las Det­zel, Stu­dent der Fahr­zeug­tech­no­lo­gie, und Hoch­schul­me­cha­ni­ker Ste­fan Spangenberg beim Krea­tiv­wett­be­werb von Red Bull an­läss­lich des Fahr­r­ad­ju­bi­lä­ums hin­ter sich. Rad­be­geis­ter­te Bast­ler wa­ren da­bei auf­ge­ru­fen, selbst ein Fahr­rad zu ge­stal­ten und zu bau­en. Ob im Re­tro-Kult oder in­no­va­ti­vem High-Tech, Mi­ni- oder Ma­xi­rad: Haupt­sa­che, der Ent­wurf war fan­ta­sie­voll und auch fahr­bar. Es ging al­so um au­ßer­ge­wöhn­li­ches Sty­ling, über­ra­schen­de Ele­men­te und aus­ge­fal­le­ne Lö­sun­gen, aber auch um In­ge­nieurs­kunst: Wel­ches Ma­te­ri­al kommt zum Ein­satz? Alu oder Bam­bus, Car­bon oder Zir­bel? Zum gro­ßen Fi­na­le folg­te dann noch der Pra­xis­test: Al­le Teil­neh­mer be­fuh­ren ge­mein­sam ei­ne Stre­cke mit­ten in Mann­heim. Wur­de die Zi­el­li­nie er­reicht, war auch das letz­te Test-Kri­te­ri­um be­stan­den.

Was pas­siert ei­gent­lich, wenn man die Spei­chen und das Ket­ten­ge­trie­be ei­nes Fahr­rads ein­fach weg­lässt? Statt­des­sen hat­ten Ni­co­las Det­zel und Ste­fan Spangenberg für ih­ren „Im­pe­ra­tor“ei­nen al­ter­na­ti­ven An­trieb kon­stru­iert. Er be­stand aus ei­nem Zahn­kranz an den Fel­gen und ei­nem ei­gens da­für ent­wi­ckel­ten Ge­trie­be. In den Ka­te­go­ri­en Krea­ti­vi­tät und In­ge­nieurs­kunst über­zeug­ten sie mit ih­rem spei­chen­lo­sen Fahr­rad die Ju­ry, die mit Gui­do Tschugg, Wil­li Al­tig, Gi­an­lu­ca Gi­mi­ni und Chris­ti­an Voll­mer aus er­fah­re­nen Rad­pro­fis, Designern, Künst­lern und be­kann­ten Per­sön­lich­kei­ten be­stand.

Das Sie­ger­team darf nun nach Ka­li­for­ni­en flie­gen und wird den Haupt­sitz des Un­ter­neh­mens Spe­cia­li­zed be­su­chen, wo ih­nen Crea­ti­ve Di­rec­tor Ro­bert Eg­ger ei­nen ex­klu­si­ven Blick hin­ter die De­sign- und Ent­wick­lungs­ku­lis­sen der Kult-Rad­mar­ke ge­wäh­ren wird. „Das ist nicht nur ein ab­so­lut ge­nia­ler Preis“, so Ni­co­las Det­zel, „son­dern wir ge­win­nen auch zahl­rei­che neue Kon­tak­te zu krea­ti­ven Designern und In­ge­nieu­ren. Ich hat­te schon mehr­fach Ide­en zu ei­ge­nen Fahr­rä­dern und woll­te auch schon im­mer mal ei­nes bau­en. Die­ser Krea­tiv­wett­be­werb war dann der zün­den­de Fun­ke. Mei­ne CAD-Kennt­nis­se sind nun weit­aus bes­ser als am An­fang des Stu­di­ums und so konn­te ich den Ent­wurf zu ei­nem spei­chen­lo­sen Fahr­rad zu­nächst am Com­pu­ter in ei­nem 3-D-Mo­dell ent­wi­ckeln. Von die­sem konn­ten wir dann sämt­li­che Schnitt­kur­ven und tech­ni­sche Zeich­nun­gen an­fer­ti­gen.“In wei­te­ren Pro­jekt­ar­bei­ten könn­te das Fahr­rad dann hin­sicht­lich Ge­wicht, Gang­schal­tung, Lauf­ru­he und auch Mar­ke­ting op­ti­miert wer­den, denn Ni­co­las Det­zel denkt auch über ein ei­ge­nes Start-upUn­ter­neh­men nach.

„Unsere Stu­die­ren­den ha­ben im­mer wie­der sehr aus­ge­fal­le­ne und auch wit­zi­ge Ide­en. Selbst­ver­ständ­lich un­ter­stüt­zen wir die­ses En­ga­ge­ment und den Er­fin­der­geist un­se­rer Stu­die­ren­den“, er­klärt Frank Pöh­ler, Stu­di­en­de­kan an der Fa­kul­tät für Ma­schi­nen­bau und Mecha­tro­nik. „Wir wer­den nun auch den ‚Im­pe­ra­tor‘ als Pro­jekt­ar­beit in­ner­halb des Stu­di­ums auf­neh­men und wei­ter­ent­wi­ckeln.“

Zahn­kranz an den Fel­gen und Spe­zi­al­ge­trie­be

DA FEHLT DOCH WAS?: Rich­tig. Da wo sonst die Spei­chen sind, ist hier nichts. Mit die­sem Krea­tiv-Draht­esel ge­wann das Hoch­schul­team aus Karls­ru­he ei­nen Er­fin­der­wett­be­werb. Fo­to: Hans Her­big/Red Bull Con­tent­pool

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