Was darf der Chef?

Da­ten­schutz im Job ist mit­un­ter „hoch­pro­ble­ma­tisch“

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO -

Stutt­gart (dpa/lsw). Be­schäf­tig­te hin­ter­las­sen an ih­rem Ar­beits­platz vie­le per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten. Was darf der Ar­beit­ge­ber da­mit ma­chen und was nicht? Die­ses The­ma bren­ne den Bür­gern im­mer mehr un­ter den Nä­geln, er­klär­te der Lan­des be­auf­trag­te für den Da­ten­schutz, Ste­fan Brink, in Stutt­gart.

Es ge­he um The­men wie Vi­deo­über­wa­chung am Ar­beits­platz, das Or­ten von Di­enst­fahr­zeu­gen per GPS oder um Ar­beit­ge­ber, die sich in so­zia­len Netz­wer­ken über Mit­ar­bei­ter in­for­mier­ten oder pri­va­te Aus­künf­te von ih­nen ver­lang­ten.

Brink be­klag­te, dass es bis heu­te kein ei­ge­nes Be­schäf­tig­ten da­ten­schutz­ge­setz in Deutsch­land gibt. Als Ori­en­tie­rungs­hil­fe ver­öf­fent­lich­te Brink nun ei­ne Bro­schü­re. Da­ten dür­fen in Deutsch­land ver­ar­bei­tet wer­den, wenn es da­für ei­ne ge­setz­li­che Grund­la­ge gibt oder der Be­trof­fe­ne ein­ge­wil­ligt hat. Sol­che „Ein­wil­li­gun­gen“sei­en aber pro­ble­ma­tisch, weil sie meist un­ter Druck zu­stan­de kä­men. Ein Bei­spiel: Ein Aus­zu­bil­den­der stimm­te ei­nem Dro­gen­test zu. Der Test war laut Brink den­noch un­zu­läs­sig.

„Hoch­pro­ble­ma­tisch“nann­te Brink es, wenn ei­ne Fir­ma von ei­ner Kas­sie­re­rin ei­ne Bo­ni­täts­aus­kunft ver­lan­ge, um zu prü­fen, ob sie Geld steh­len könn­te: „Arm heißt nicht, kri­mi­nell zu sein.“

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