Ge­tö­te­ter Hai war be­reits schwer ver­letzt

Ex­per­ten be­schwich­ti­gen ängst­li­che Ba­de­gäs­te

Pforzheimer Kurier - - BLICK IN DIE WELT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Emi­lio Rap­pold

Pal­ma. Hun­der­te Ba­de­gäs­te lie­fen auf Mallor­ca schrei­end und von Pa­nik ge­packt aus dem Was­ser. Mehr­fach hat­te sich un­weit der In­sel­haupt­stadt Pal­ma ein Blau­hai der Küs­te ge­nä­hert. „Ti­burón!“(Hai) brüll­ten vie­le an den Strän­den von Il­le­tes, Ca­la Ma­jor und Can Pas­til­la.

Angst und Sor­ge wi­chen zu­letzt al­ler­dings im­mer mehr der Em­pö­rung. Auf den Home­pages der Re­gio­nal­zei­tun­gen pro­tes­tier­te die Mehr­heit der Le­ser da­ge­gen, dass ein von der spa­ni­schen Küs­ten­wa­che ge­fan­ge­nes Tier kurz da­nach noch am Strand von Can Pas­til­la in der Nä­he des Bal­ler­manns vor Dut­zen­den Schau­lus­ti­gen ein­ge­schlä­fert wur­de.

Mee­res­bio­lo­gen des Aqua­ri­ums von Pal­ma wur­den von Me­di­en mit den Wor­ten zi­tiert, man ha­be den et­wa ein­ein­halb Me­ter lan­gen Hai er­lö­sen müs­sen, weil er we­gen ei­ner ir­re­pa­ra­blen An­gel­ha­ken-Ver­let­zung am Kopf ge­lit­ten ha­be. Es ha­be kei­ne Al­ter­na­ti­ve ge­ge­ben. Das be­stä­tig­te die re­gio­na­le Tier­schut­zund Um­welt-Or­ga­ni­sa­ti­on GOB. „Sol­che Hoch­see­haie nä­hern sich der Küs­te nur dann, wenn sie gra­vie­ren­de Ge­sund­heits­pro­ble­me ha­ben. In die­sem Fall hat ein An­gel­ha­ken wohl schlim­me in­ter­ne Ver­let­zun­gen ver­ur­sacht“, sag­te GOB-Spre­cher To­ni Muñóz.

Die drei Hai­sich­tun­gen vom Wo­che­n­en­de sei­en nichts Sen­sa­tio­nel­les. Erst im Mai 2016 sei ein noch grö­ße­rer Blau­hai am Ha­fen von Pal­ma ge­sich­tet, ge­fan­gen und wie­der ins of­fe­ne Meer ge­bracht wor­den. Ängst­li­che Strand­be­su­cher ver­sucht Muñóz zu be­ru­hi­gen: „Sol­che Tie­re stel­len kei­ne wirk­li­che Ge­fahr für die Men­schen dar.“Der Ex­per­te be­tont, dass Haie welt­weit nur sehr sel­ten für er­wäh­nens­wer­te Atta­cken auf Men­schen sor­gen. „In ganz Spa­ni­en wur­den seit 1847 ins­ge­samt nur sechs schwe­re Hai­an­grif­fe auf Men­schen re­gis­triert“, sag­te er. Es ge­be klei­ne­re Beißat­ta­cken, die aber sel­te­ner und un­ge­fähr­li­cher sei­en „als et­wa Sti­che von Ro­chen, Spin­nen­fi­schen oder an­de­ren Mee­res­be­woh­nern.“

Sechs schwe­re An­grif­fe in Spa­ni­en seit 1847

EIN BLAU­HAI nä­her­te sich vor der Küs­te der Ur­laubs­in­sel Mallor­ca un­ge­wöhn­lich nah den Ba­de­gäs­ten; zwei wei­te­re Art­ge­nos­sen sorg­ten vor­über­ge­hend für Pa­nik un­ter den Ur­lau­bern. Ei­nes der Tie­re war ver­letzt und muss­te ein­ge­schlä­fert wer­den. Fo­to: dpa

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