FDP-Ab­ge­ord­ne­te „über Ent­hül­lun­gen em­pört“

Po­li­zei­re­form: Pforz­heim 2012 als Stand­ort emp­foh­len

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

fre. Als es An­fang 2012 dar­um ging, wie die Po­li­zei­struk­tur­re­form aus­se­hen könn­te, hät­ten so­wohl das Lan­des­po­li­zei­prä­si­di­um als auch die ver­ant­wort­li­che Pro­jekt­grup­pe zwei „fach­lich be­grün­de­te Mo­del­le“vor­ge­schla­gen. Die spä­te­ren Zu­schnit­te der Ge­bie­te wei­chen da­von je­doch teils er­heb­lich ab. Das be­rich­te­ten ak­tu­ell die Stutt­gar­ter Nach­rich­ten und be­zie­hen sich auf ih­nen vor­lie­gen­de Pa­pie­re des In­nen­mi­nis­te­ri­ums. So sei­en „wirt­schaft­li­che Aspek­te ge­wich­ti­ger“ge­we­sen „als po­li­zei­fach­li­che Ar­gu­men­te“, hei­ße es in ei­nem Ver­merk wei­ter. Der FDP-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Han­sUl­rich Rül­ke er­klärt in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung: „Die Fach­leu­te ha­ben be­reits da­mals ein Prä­si­di­um in Pforz­heim vor­ge­schla­gen. Die Po­li­tik hat es ver­hin­dert.“So­wohl er als auch der Enz­kreis­ab­ge­ord­ne­te Erik Schwei­ckert sei­en em­pört an­ge­sichts die­ser Ent­hül­lun­gen.

„Nach dem Wil­len der Po­li­zei­fach­leu­te soll­te das Prä­si­di­um Pforz­heim für Pforz­heim, den Enz­kreis, den Kreis Calw und den Kreis Bö­blin­gen zu­stän­dig sein“, so Rül­ke. „Es war al­so da­mals ei­ne rein po­li­ti­sche Ent­schei­dung der grün-ro­ten Lan­des­re­gie­rung, sich über das Vo­tum der Fach­leu­te hin­weg zu set­zen“, er­gänzt Schwei­kert. Die bei­den FDP-Ab­ge­ord­ne­ten be­fürch­ten, „die Ge­schich­te“kön­ne sich nun wie­der­ho­len.

Im März die­sen Jah­res hat­te die Ex­per­ten­run­de zur Eva­lu­ie­rung der Po­li­zei­re­form vor­ge­schla­gen, ein Po­li­zei­prä­si­di­um Nord­schwarz­wald ein­zu­rich­ten. Vor we­ni­gen Wo­chen sprach sich auch ei­ne Mehr­heit im Land­tag für die Ein­rich­tung aus. In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl kün­dig­te an, die Eva­lu­ie­rungs-Er­geb­nis­se und die Kos­ten zu prü­fen.

„Die Lan­des­po­li­tik macht po­li­ti­sche Spiel­chen auf dem Rü­cken der Bür­ger. Zum zwei­ten Mal ha­ben nun die Fach­leu­te vor­ge­schla­gen, Pforz­heim aus po­li­zei­fach­li­chen Grün­den zum Prä­si­di­ums­sitz zu ma­chen. Wenn dies nun zum zwei­ten Mal aus po­li­ti­schen Grün­den ver­wei­gert wird, dann ist das ein hand­fes­ter Skan­dal“, so Rül­ke wei­ter.

„Po­li­tik hat sich über Fach­leu­te hin­weg ge­setzt“

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