Vie­le Epo­chen zum Klin­gen ge­bracht

Gi­tar­ren­or­ches­ter Pforz­heim gibt im Ga­so­me­ter vor 150 Gäs­ten sein Jah­res­kon­zert

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

Mucks­mäus­chen­still wur­de es im Saal: Si­las Bi­sch­off spiel­te auf sei­ner akus­ti­schen Gi­tar­re ein me­lan­cho­lisch-ver­träum­tes Stück des spa­ni­schen Kom­po­nis­ten Fre­de­ri­co Mam­pou, die Sui­te Com­pos­te­la­na. Vor al­lem durch sei­ne kom­ple­xen und nu­an­cen­rei­chen Fa­cet­ten ver­lang­te es dem 21-jäh­ri­gen Stu­den­ten der Mu­sik Ei­ni­ges ab. Bi­sch­off war ei­ner von zwei So­lis­ten, die bei dem Jah­res­kon­zert des Gi­tar­ren­or­ches­ters Pforz­heim zu hö­ren wa­ren.

Der zwei­te war Mar­tin Traut­mann, der in der zwei­ten Hälf­te des Abends ei­nen ru­hi­gen und trotz­dem schwung­vol­len Wal­zer von Au­gus­tin Bar­ri­os Man­g­o­ré spiel­te. Zu dem Jah­res­kon­zert des Ver­eins, an dem rund 40 Ak­ti­ve mit­wirk­ten, hat­te Di­ri­gen­tin Do­ro­thea Mer­kel ge­mein­sam mit ih­rem Vater Ar­tur ein viel­fäl­ti­ges Pro­gramm zu­sam­men­ge­stellt.

Der An­spruch war, mög­lichst vie­le Epo­chen und Sti­le ab­zu­de­cken, erns­te eben­so wie po­pu­lä­re Mu­sik zu spie­len und ne­ben Ori­gi­na­len auch ar­ran­gier­te Wer­ke zu prä­sen­tie­ren. Er­öff­net wur­de der Abend vom 16-köp­fi­gen Gi­tar­ren­or­ches­ter, das mit der Sui­te Espa­gn­o­le des spa­ni­schen Kom­po­nis­ten und Gi­tar­ris­ten Gas­par Sanz aus dem 17. Jahr­hun­dert, ein viel­fäl­ti­ges Klang­bild ent­warf. Viel Bei­fall der rund 150 be­geis­ter­ten Gäs­te im Ga­so­me­ter am Sonn­tag­abend da­für. Das Gi­tar­ren­or­ches­ter des Ver­eins wur­de be­reits mehr­fach als bes­tes Ju­gend­gi­tar­ren­or­ches­ter Ba­denWürt­tem­bergs aus­ge­zeich­net. 2016 konn­te die­ses eben­falls beim Bun­des­wett­be­werb bril­lie­ren. Der Kopf hin­ter dem Gi­tar­ren­or­ches­ter Pforz­heim ist Ar­tur Mer­kel, aus des­sen Gi­tar­ren­aka­de­mie der Ver­ein her­vor­ging. Aus ihm wer­den auch die meis­ten Ak­ti­ven re­kru­tiert. Er spiel­te zu­sam­men mit Yu­chen Xie ein Stück des zeit­ge­nös­si­schen ita­lie­ni­schen Gi­tar­ris­ten und Kom­po­nis­ten Car­lo Do­me­ni­co­ni. Fein­per­li­ge Tö­ne ga­ben den Ti­tel des Wer­kes „Wa­ter mu­sic“tref­fend wi­der.

Nach der Pau­se konn­te das Nach­wuch­sen­sem­ble zei­gen, was es das Jahr über ge­lernt hat­te. Zwölf der jüngs­ten Schü­ler von Mer­kel spiel­ten ei­nen flot­ten Fla­men­co. Auch der Er­wach­se­nen­spiel­kreis spielt beim Gi­tar­ren­or­ches­ter ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Die­ser prä­sen­tier­te mit „La Pa­lo­ma“ge­ra­de­zu ein Stück Mu­sik­ge­schich­te. Denn der Ti­tel gilt als ei­nes der am meis­ten ge­sun­ge­nen, in­ter­pre­tier­ten und ar­ran­gier­ten Stü­cke über­haupt. Es ist ein Tanz afro­ku­ba­ni­schen Ur­sprungs und wur­de als Schla­ger durch Hans Al­bers und Fred­dy Quinn be­kannt. Das zwei­te po­pu­lä­re Stück des Abends war das eng­li­sche Tra­di­tio­nal „Sc­ar­bo­rough Fair“, das durch Si­mon und Gar­fun­kel be­kannt ge­macht wur­de. Vom Gi­tar­ren­quar­tett war es im Ga­so­me­ter in ei­ner Ver­si­on aus Fla­geo­lett-Tö­nen zu hö­ren. Ne­ben den Gi­tar­ris­ten setz­ten Sän­ge­rin Me­rit Eier­mann, Na­ta­lie Traut­mann an der Vio­li­ne und Mi­ra Hel­ler mit der Flö­te mu­si­ka­li­sche Ak­zen­te. Ha­rald Bott

Ori­gi­na­le und neue Ar­ran­ge­ments prä­sen­tiert

DAS GI­TAR­REN­OR­CHES­TER Pforz­heim wur­de be­reits mehr­fach als bes­tes Ju­gend­gi­tar­ren­or­ches­ter Ba­den-Würt­tem­bergs aus­ge­zeich­net. Fo­to: Eh­mann

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