Ei­ne mu­si­ka­li­sche Rei­se in den Ur­laub

Men­dels­sohns „Schot­ti­sche“beim 6. Sin­fo­nie­kon­zert

Pforzheimer Kurier - - KULTUR IN PFORZHEIM -

Die Oboe stand im Mit­tel­punkt des sechs­ten Sin­fo­nie­kon­zer­tes mit Wer­ken un­ter dem Mot­to „Ur­laub“von Jac­ques Ibert, Richard Strauss und Fe­lix Men­dels­sohn-Bar­thol­dy. Die Ba­di­sche Phil­har­mo­nie wur­de am Sonn­tag im Con­gres­sCen­trum ge­lei­tet von Mar­kus Hu­ber.

Als So­list wur­de Rai­ner Schick, So­loObo­ist der Staats­phil­har­mo­nie Rhein­land Pfalz, en­ga­giert. Er ab­sol­vier­te sein Mu­sik­stu­di­um bei Heinz Hol­li­ger in Frei­burg, und war wie­der­holt Preis­trä­ger, un­ter an­de­rem beim Deut­schen Mu­sik­wett­be­werb. Durch „ru­hi­ge und stür­mi­sche Ge­wäs­ser“führ­te die mu­si­ka­li­sche Ur­laubs­rei­se in der „Sym­pho­nie ma­ri­ne“von Jac­ques Ibert, des­sen Stil vom fran­zö­si­schen Im­pres­sio­nis­mus ge­prägt ist. Die Wel­len des Mee­res wur­den in fan­ta­sie­vol­ler Wei­se mu­si­ka­lisch durch krei­sen­de Strei­cher-Fi­gu­ren mit Tre­mo­li dar­ge­stellt. Da­zu ka­men Blä­ser-Mo­ti­ve und Klän­ge von Schlag­in­stru­men­ten und von der Har­fe. Die Zu­hö­rer er­leb­ten ei­ne le­ben­di­ge und klang­far­ben­rei­che Mu­sik, ex­zel­lent in­ter­pre­tiert vom Orches­ter un­ter der en­ga­gier­ten Füh­rung von Hu­ber.

Zu den tech­nisch schwie­rigs­ten Auf­ga­ben für die Oboe zählt das Kon­zert für Oboe und Orches­ter in D-Dur des Ro­man­ti­kers Richard Strauss, der vor al­lem durch sei­ne Opern be­kannt ist. Das Obo­en­kon­zert, das er im Al­ter von 81 Jah­ren schrieb, ge­hört zum Spät­werk.

Der So­list Rai­ner Schick wur­de dem ho­hen An­spruch des Wer­kes ge­recht. Mit kan­ta­blem Aus­druck und schö­nem Ton ge­stal­te­te er die stim­mungs­vol­le Ein­lei­tung. Mit Hin­ga­be ze­le­brier­te er den mit opern­haf­ten Wen­dun­gen reich­lich ge­schmück­ten Mit­tel­satz. Tech­nisch ma­kel­los rea­li­sier­te er die tech­nisch dif­fi­zi­le So­lo-Ka­denz. Das Kon­zert en­de­te mit ei­nem vir­tuo­sen Ron­do-Fi­na­le. Es gab gro­ßen Ap­plaus, wor­auf­hin sich der So­list als Zu­ga­be mit dem ers­ten Stück „Pan“aus den „Met­a­mor­pho­sen“für So­loOboe des eng­li­schen Meis­ters Ben­ja­min Brit­ten beim Pu­bli­kum be­dank­te.

In Schott­land en­de­te der mu­si­ka­li­sche Ur­laub mit der „Sin­fo­nie“in a-Moll von Fe­lix Men­dels­sohn-Bar­thol­dy, die un­ter dem Bei­na­men die „Schot­ti­sche“be­kannt ist. Ein aus ei­nem stei­gen­den Terz-Mo­tiv mit punk­tier­tem Rhyth­mus ge­bil­de­tes Ein­lei­tungs-The­ma in dunk­lem Moll gab den Im­puls zu ei­ner er­leb­nis­rei­chen mu­si­ka­li­schen Schott­lan­dRei­se, die im ers­ten Satz durch lan­ge Re­gen­ta­ge, und dann durch wie­der­um hei­te­re Land­schaf­ten führ­te, wo­nach ein be­mer­kens­wer­ter Trau­er-Marsch folg­te.

In ei­nem be­weg­ten Fi­na­le mit schot­tisch in­spi­rier­ten The­men en­de­te das Werk in strah­len­der Dur-Ton­art. Es gab reich­lich Ap­plaus, wo­nach der letz­te Ab­schnitt der Sin­fo­nie noch­mals als Zu­ga­be wie­der­holt wur­de. Lothar Ar­nold

Obo­en-Kon­zert von Strauss im Mit­tel­punkt

DER OBO­EN-SO­LIST Rai­ner Schick über­zeug­te beim Sin­fo­nie­kon­zert im Con­gres­sCen­trum am Sonn­tag. Fo­to: Eh­mann

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