Zei­t­rei­se zum Men­schen Lu­ther

So­lo-Abend mit Lutz Barth in ei­ner Drei­fach­rol­le in der Ei­sin­ger Kir­che

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Ei­sin­gen (msch). Dank des 500-jäh­ri­gen Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­ums ist Mar­tin Lu­ther der­zeit in al­ler Mun­de. Aber Lu­ther als Per­son ist auch jen­seits des gro­ßen Er­eig­nis­ses des The­sen­an­schlags und sei­ner welt­ge­schicht­li­chen Fol­gen als Per­son span­nend und viel­schich­tig. Das un­ter­strich ein­drück­lich ein be­mer­kens­wer­ter Abend in der evan­ge­li­schen Kir­che in Ei­sin­gen, der dem Men­schen Mar­tin Lu­ther ge­wid­met war. Ei­sin­gens evan­ge­li­scher Pfar­rer Ralf Krust zeig­te auf, was ihn per­sön­lich am meis­ten an Lu­ther fas­zi­niert. „Da ist zum ei­nen sei­ne Stand­haf­tig­keit für das Evan­ge­li­um, die gu­te Nach­richt von Gott und Je­sus Chris­tus. Und zum an­de­ren die kla­re Spra­che, die es auf den Punkt bringt. Zum Bei­spiel mit den vier Din­gen, die voll­kom­men aus­rei­chen: Al­lein Chris­tus, al­lein die Bi­bel, al­lein die Gna­de al­lein der Glau­be“, so Ralf Krust. Der Pfar­rer liebt die tref­fen­den Lu­ther­zi­ta­te. „Je­der Gar­ten ist ein Buch Got­tes, aus dem das Wun­der er­se­hen wer­den kann, das Gott täg­lich tut.“Der „Gar­ten“war gleich­sam das Stich­wort für Lutz Barth, den Haupt­dar­stel­ler des So­lo-Abends „Mensch Lu­ther“. Barth, vom ers­ten Be­ruf her Flo­rist, dann Ge­mein­de­dia­kon und heu­te bei der Ab­tei­lung „Mis­sio­na­ri­sche Di­ens­te“der Lan­des­kir­che, über­nahm die her­aus­for­dern­de Auf­ga­be, sich dem Fas­zi­no­sum „Mensch Lu­ther“drei­fach zu nä­hern. Der be­gna­de­te Spre­cher und Schau­spie­ler schlüpf­te in Per­so­nal­uni­on in die Rol­len von Lu­thers Knecht Jo­hann, Lu­thers Freund und Ver­trau­ten Ge­org Burk­hardt, ge­nannt Spa­la­tin, und Mar­tin Lu­ther selbst. Es ist der Knecht, der Lu­thers Ver­diens­te um ei­ne deut­sche Hoch­spra­che und sei­ne zahl­rei­chen Wort­bil­dun­gen und sprach­bild­ne­ri­schen Schöp­fun­gen wür­digt. Denn schließ­lich hat Lu­ther selbst ihm das Schrei­ben und Le­sen bei­ge­bracht, da­mit auch er, ob­wohl im Sin­ne der Zeit ein „ein­fa­cher Mann“, die gu­te Bot­schaft des Evan­ge­li­ums selbst er­fah­ren kann und er nicht auf die la­tei­ni­sche Li­t­ur­gie in den Kir­chen an­ge­wie­sen ist. Vom Knecht und sei­ner Frau Do­ro­thea, ge­spielt von Lutz Barths Ehe­frau An­net­te, er­fah­ren die Zu­hö­rer auch, wie lieb der Re­for­ma­tor sei­ne Kin­der hat­te. Stets hat er ih­nen et­was vom Markt mit­ge­bracht, und als zwei sei­ner Kin­der star­ben hat er tief ge­trau­ert. „Lu­ther ist kein Di­plo­mat, da­für hat er mich“, sagt Ge­org Spa­la­tin, Freund aus Lu­thers Er­fur­ter Stu­di­en­ta­gen. Und Spa­la­tin ali­as Lutz Barth macht Lu­thers La­ge deut­lich: Er war nicht nur je­mand, des­sen The­sen von Kai­ser und Papst ab­ge­lehnt wur­den, er war „vo­gel­frei“und da­mit über vie­le Jah­re stets in Le­bens­ge­fahr.

Der span­nen­de So­lo­abend wur­de noch be­rei­chert durch Mu­sik aus Lu­thers Zeit. Für sie sorg­ten Bri­git­te Ko­war­schick auf der Flö­te und Chris­ti­an Kor­wa­schick auf der Lau­te.

EI­NEN ABEND mit Schau­spiel und Mu­sik zum The­ma „Mensch Lu­ther“ga­ben Lutz Barth, An­net­te Barth, Chris­ti­an Ko­war­schick und Bri­git­te Ko­war­schick (von rechts). Fo­to: msch

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.