Vom Dü­sen­jet bis zum Se­gel­flie­ger

Freund­schafts­flie­gen der Flug­mo­dell­grup­pe Isprin­gen-Ei­sin­gen zieht Be­su­cher an

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Isprin­gen/Ei­sin­gen (msch). An­ge­sichts der Hit­ze der Vor­ta­ge konn­te ei­nem beim Ge­dan­ken an das „Freund­schafts­flie­gen 2017“der Flug­mo­dell­grup­pe Isprin­gen-Ei­sin­gen (FMG) schon das Schick­sal des Ika­rus in den Sinn kom­men. Der kam be­kannt­lich der Son­ne zu nah, sei­ne Flü­gel aus Wachs und Fe­dern schmol­zen und er stürz­te ab. Je­doch ist die heu­ti­ge Tech­nik ro­bus­ter, und so hat­te auch die knal­len­de Hit­ze am Flug­feld auf der Kat­ha­ri­nen­ta­ler Sen­ke den Ma­schi­nen nichts an­ge­habt. Die Pi­lo­ten und die zahl­rei­chen in­ter­es­sier­ten Be­su­cher konn­ten sich al­ler­dings glück­lich schät­zen, dass an den bei­den Flug­ta­gen die Son­ne gnä­di­ger war und ein Lüft­chen weh­te. Letz­te­res wuchs sich al­ler­dings im­mer wie­der zu ei­nem böi­gen Wind aus, der sei­ner­seits ei­ni­ges Flug­ge­schick er­for­der­te. „Heu­te Mor­gen hat es or­dent­lich ge­wir­belt“, be­rich­tet Klaus Arm­brus­ter, Vor­sit­zen­der der FMG. „Aber unsere Top-Pi­lo­ten wer­den auch da­mit fer­tig.“

Be­geis­ter­te Mo­dell­baufreun­de, lei­den­schaft­li­che Flie­ger und flu­g­in­ter­es­sier­te Lai­en glei­cher­ma­ßen wur­den von dem zwei­tä­gi­gen Tref­fen auf dem Flug­feld zwi­schen Isprin­gen, Ei­sin­gen und Göb­ri­chen ein­mal mehr an­ge­zo­gen. „Un­ser Tref­fen ist ei­ne ge­schätz­te Ge­le­gen­heit, sich mit Gleich­ge­sinn­ten aus­zu­tau­schen, die Freu­de am Mo­dell­flie­gen zu tei­len und sich ein­fach an den flie­ge­ri­schen Dar­bie­tun­gen zu er­freu­en“, sagt Micha­el Ha­ef­ner, der Schrift­füh­rer der FMG. Ha­ef­ner selbst brach­te ei­nes der Mo­dell-High­lights an den Start: Den Dü­sen­jet „Aer­mac­chi MB-339“, wie er von den „Frec­ce Tri­co­lo­ri“, der be­kann­ten Kunst­flug­staf­fel der ita­lie­ni­schen Luft­waf­fe, ver­wen­det wird. Rund 250 Flü­ge hat das be­währ­te Mo­dell be­reits auf den Flü­geln, und wie im ech­ten Flug­le­ben ist in den 13 Jah­ren sei­nes Ein­sat­zes so gut wie je­des Teil be­reits er­neu­ert, Fern­steue­rung, Tur­bi­ne und Fahr­werk ein­ge­schlos­sen. Ge­wal­ti­ge 120 New­ton Schub lie­fert die Tur­bi­ne, Pe­tro­le­um lie­fert die Ener­gie für bis zu 120 000 Um­dre­hun­gen pro Mi­nu­te.

Der Drei-Li­ter-Tank reicht für fünf Mi­nu­ten Flug­zeit. Dann ist je­doch im­mer noch ge­nug Re­ser­ve da, um noch ei­ne Run­de zu dre­hen, falls beim ge­plan­ten An­flug noch ein­mal durch­ge­star­tet wer­den muss. Ein ech­tes „Ar­beits­tier“ist die im­po­san­te „Wil­ga“von Ver­eins­mit­glied Tho­mas Zach­mann mit ei­ner Spann­wei­te von 3,70 Me­tern. Sie ist dem Ori­gi­nal, ei­ner pol­ni­schen Agrar- und Ar­beits­ma­schi­ne, im Ver­hält­nis eins zu drei nach­ge­baut. Den Bau­satz hat Tho­mas Zach­mann er­wor­ben und dann an die 300 St­un­den Ar­beit an die Fer­tig­stel­lung der Ma­schi­ne mit Stern­mo­tor ver­wen­det. Mit Hil­fe der „Wil­ga“wird der Se­gel­flie­ger von Ro­land und Phil­ipp Motz aus Rem­chin­gen in meh­re­re hun­dert Me­ter Hö­he be­för­dert. Dort klinkt sich der Nach­bau ei­ner Ori­gi­nal „Sal­to“-Ma­schi­ne im Maß­stab eins zu vier aus und zieht sei­ne wei­ten Bah­nen vor den ho­hen wei­ßen Wol­ken über der Kat­ha­ri­nen­ta­ler Sen­ke. Als „Spe­cial Ef­fect“ha­ben die bei­den Mo­dell­bau­er Rauch­pa­tro­nen in ih­ren Seg­ler ein­ge­baut. Sämt­li­che Ma­schi­nen und Flü­ge wur­den via Laut­spre­cher er­läu­tert. Viel Lob er­hielt der Isprin­ger Mo­dell­bau-Ex­per­te Hans Glatt­horn, der ein Top-De­but als Flug­tag­spre­cher gab.

DIE PI­LO­TEN Micha­el Ha­ef­ner, Tho­mas Zach­mann, Ro­land Motz und Phil­ipp Motz so­wie FMG-Vor­sit­zen­der Klaus Arm­brus­ter (von links) prä­sen­tie­ren den Dü­sen­jet der „Frec­ce Tri­co­lo­ri“(links), die gro­ße „Wil­ga“und den Se­gel­flie­ger „Sal­to“(hin­ten). Fo­to: msch

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