Hit­zi­ge Ta­ge vor Dur­lachs Alt­stadt­fest

Für Fa­mi­li­en gibt es ein neu­es Ex­tra­pro­gramm

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Kirs­ten Et­zold

Der Ju­li kommt, und mit ihm das tra­di­tio­nel­le Dur­la­cher Alt­stadt­fest: Rund 100 000 Men­schen, so die Schät­zung der Po­li­zei, wer­den sich ins­ge­samt an den zwei Fest­ta­gen Frei­tag, 7. Ju­li, und Sams­tag, 8. Ju­li, durch die en­gen Gas­sen in Dur­lachs mit­tel­al­ter­li­chem Stadt­kern schie­ben. Für den 41. Durch­gang ist das Kon­zept um ein star­kes An­ge­bot für jun­ge Leu­te er­wei­tert. „Wir wis­sen, dass man­che Fa­mi­li­en den An­drang in den Abend­stun­den eher mei­den“, er­klärt Tho­mas Röß­ler, der stell­ver­tre­ten­der Orts­vor­ste­her und zu­gleich Vor­sit­zen­der der Ar­beits­ge­mein­schaft Dur­la­cher Alt­stadt­fest ist. Da die Ver­ei­ne am Sams­tag schon ab 10 Uhr an ih­ren Stän­den be­reit­ste­hen, set­zen die Or­ga­ni­sa­to­ren, zu de­nen auch der Ge­schäfts­füh­rer der Ar­beits­ge­mein­schaft, Cars­ten Spel­ter, ge­hört, ei­nen neu­en Im­puls zur Be­le­bung des zwei­ten Alt­stadt­fest-Ta­ges. „Wir schaf­fen ein stär­ke­res An­ge­bot für Ju­gend­li­che“, kün­digt Röß­ler an.

Das er­wei­ter­te Fest­an­ge­bot zeigt sich am Sams­tag vor al­lem auf dem Al­ten Fried­hof. Dort­hin bringt die Deut­sche Le­bens­ret­tungs­ge­sell­schaft (DLRG) zum Bei­spiel ei­nen Tauch­turm und Wa­ter­balls, durch­sich­ti­ge Rie­sen­bäl­le, die ei­nem Men­schen Platz bie­ten. Mit La­ser-Bi­ath­lon trumpft die Ski­zunft Dur­lach bei der Ni­ko­laus­ka­pel­le ne­ben dem Al­ten Fried­hof auf. Des­sen Grün­flä­che be­lebt zu­dem das Kin­der- und Ju­gend­haus Dur­lach: Es ge­stal­tet dort am Sams­tag von 15 bis 20 Uhr Au­ßen­spiel­ak­ti­vi­tä­ten, Street Soc­cer, Tram­po­lin, Hüpf­burg und Krea­tiv­an­ge­bo­te. Wei­te­re Spiel­stän­de stel­len Ver­ei­ne in der Pfinz­tal­stra­ße auf.

37 Ver­ei­ne, 37 Stand­or­te, zehn gro­ße und klei­ne Büh­nen: Das größ­te Stadt­teil­fest Karls­ru­hes und der Re­gi­on macht aus Dur­lachs zen­tra­ler Ach­se, der Pfinz­tal­stra­ße, ei­ne Mu­sik­mei­le. Die hei­ße Pha­se der letz­ten Vor­be­rei­tun­gen läuft, und Röß­ler re­gis­triert dank­bar ei­ne po­si­ti­ve Aus­nah­me von ei­nem Trend: „Wir freu­en uns, dass die Teil­nah­me der Ver­ei­ne sta­bil ist, trotz sonst all­ge­mein schwin­den­der Be­reit­schaft zur Be­tei­li­gung.“Ein­nah­men aus dem Alt­stadt­fest sei­en für die be­tei­lig­ten Ver­ei­ne und Or­ga­ni­sa­tio­nen nach wie vor ein wich­ti­ger Teil der Fi­nan­zie­rung der Ver­eins­ar­beit, ins­be­son­de­re im Ju­gend­be­reich, so der Rat­haus-Vi­ze.

Ei­ne bun­te, kul­tu­rell-ku­li­na­ri­sche Mi­schung ent­fal­tet sich da­mit auch dies­mal wie­der in­ner­halb des Alt­stadt­rings, rund um die Karls­burg, in der Or­gel­fa­brik, auf dem Al­ten Fried­hof beim Bas­ler Tor­turm so­wie vor dem Exis­tenz­grün­der­zen­trum auf dem Are­al der ehe­ma­li­gen BMD. In Hin­ter­hö­fen, auf Stra­ßen und Plät­zen wird am 7. und 8. Ju­li bis in die Nacht­stun­den ge­fei­ert. Die Dur­la­cher und Auer Ver­ei­ne als Gast­ge­ber ser­vie­ren zum Bei­spiel ge­ba­cke­ne „Grum­bie­re“(Kar­tof­feln) und „Son­ne­wer­be­le“(Feld­sa­lat).

Lu­kul­li­sche Viel­falt und die Mas­sen, die je nach Ta­ges- und Nacht­zeit durch die Gas­sen schlen­dern, drän­gen oder wan­dern, sind cha­rak­te­ris­tisch für die Tra­di­ti­ons­ver­an­stal­tung. Ih­re Be­liebt­heit wuchs ste­tig seit der Pre­mie­re am 16. und 17. Sep­tem­ber 1977, als mit dem Fest die Ein­wei­hung der Fuß­gän­ger­zo­ne ge­fei­ert wur­de. Längst hat sie ihr Stamm­pu­bli­kum – der Ze­nit scheint al­ler­dings er­reicht. Die ge­schätz­ten Be­su­cher­zah­len sind Röß­ler zu­fol­ge seit ei­ni­gen Jah­ren un­ver­än­dert.

Rund 100 000 Men­schen drän­gen sich in den Gas­sen

Die Be­su­cher tref­fen je nach Wet­ter­la­ge ins­be­son­de­re ab dem spä­te­ren Nach­mit­tag in Scha­ren in Dur­lach ein. „So heiß wie in den zu­rück­lie­gen­den Ta­gen, das ist nicht ide­al“, weiß Röß­ler. Dürf­te sich der Chef­or­ga­ni­sa­tor ei­ne Tem­pe­ra­tur wün­schen, lä­ge sie um die 27 Grad.

Da­mit die Men­schen un­be­schwert Folk­lo­re, Sport- und Un­ter­hal­tungs­spie­le so­wie Li­ve-Mu­sik so­wohl von be­kann­ten Bands als auch von New­co­merFor­ma­tio­nen ge­nie­ßen kön­nen, ist Dur­lachs his­to­ri­sche Mit­te für Au­tos und Stra­ßen­bah­nen ge­sperrt. Die Bah­nen der Tram-Li­nie 1 spu­cken fei­er­lus­ti­ge Fahr­gäs­te im Zehn- oder 20-Mi­nu­ten­Takt an der Hal­te­stel­le Auer Stra­ße beim Bahn­hof Dur­lach aus und wen­den dann, wäh­rend die Men­schen zum Alt­stadt­fest pil­gern, das nach kaum fünf Fuß­mi­nu­ten er­reicht ist.

Er­öff­net wird das Alt­stadt­fest mit dem Fass­an­stich durch Orts­vor­ste­he­rin Alex­an­dra Ries am Frei­tag, 7. Ju­li, um 17 Uhr auf der Büh­ne vor dem Rat­haus mit der Big Band des Mark­gra­fen­gym­na­si­ums und ei­nem Auf­tritt des Kin­der- und Ju­gend­zir­kus Mac­ca­ro­ni. Es mo­de­riert Ro­land Laue. Der Ta­lent­wett­be­werb für Nach­wuchs­mu­si­ker un­ter 25 Jah­ren in den Ka­te­go­ri­en „Ge­sang“und „Bands“be­ginnt am Sams­tag um 14 Uhr eben­falls auf der Büh­ne vor dem Rat­haus.

ZEHN­TAU­SEN­DE MEN­SCHEN IN FEI­ER­LAU­NE zieht es all­jähr­lich beim Dur­la­cher Alt­stadt­fest in den mit­tel­al­ter­li­chen Stadt­kern. Für die zwei Fest­ta­ge am 7. und 8. Ju­li läuft jetzt die hei­ße Pha­se letz­ter Vor­be­rei­tun­gen. Ar­chiv­fo­to: jo­do

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