Be­schäf­tigt das Ge­setz bald Karls­ru­he?

Heu­te wird über die „Ehe für al­le“ab­ge­stimmt

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Ber­lin/Karls­ru­he (AFP/BNN). Vor der Bun­des­tags­ab­stim­mung über die „Ehe für al­le“hat die Uni­on die Ver­fas­sungs­kon­for­mi­tät des ge­plan­ten Ge­set­zes in Zwei­fel ge­zo­gen. Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) wi­der­sprach der Kri­tik. Ei­ni­ge CDU-Ab­ge­ord­ne­te den­ken be­reits über ei­ne Kla­ge vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Karls­ru­he nach. Die Mehr­heit der Be­völ­ke­rung be­für­wor­tet, dass Ho­mo­se­xu­el­le künf­tig hei­ra­ten und auch Kin­der ad­op­tie­ren kön­nen. Ge­gen den Wil­len der Uni­on will die SPD heu­te mit den Stim­men der Op­po­si­ti­on ei­ne Ab­stim­mung über die Ein­füh­rung der „Ehe für al­le“auf die Ta­ges­ord­nung des Bun­des­tags set­zen. CDU und CSU füh­len sich von dem Vor­ge­hen des Ko­ali­ti­ons­part­ners kurz vor En­de der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode brüs­kiert und brin­gen ge­gen das Ge­setz auch ver­fas­sungs­recht­li­che Be­den­ken vor.

„Ar­ti­kel 6 Grund­ge­setz um­fasst nach stän­di­ger Aus­le­gung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes die Ehe zwi­schen Mann und Frau“, sag­te der Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär im In­nen­mi­nis­te­ri­um, Gün­ter Krings (CDU) der „Welt“. Die­se Rechts­auf­fas­sung kön­ne nicht durch ein ein­fa­ches Ge­setz au­ßer Kraft ge­setzt wer­den, son­dern be­dür­fe ei­ner Än­de­rung des Grund­ge­set­zes. Jus­tiz­mi­nis­ter Maas wi­der­sprach die­ser Ein­schät­zung. „Ei­ne Än­de­rung des Grund­ge­set­zes hal­ten wir nicht für er­for­der­lich“, sag­te er den Zei­tun­gen der Fun­ke Me­di­en­grup­pe. „Wir se­hen ei­nen Wan­del des tra­di­tio­nel­len Ehe­ver­ständ­nis­ses, der an­ge­sichts der Gestal­tungs­frei­heit des Ge­setz­ge­bers die Ein­füh­rung der Ehe für al­le ver­fas­sungs­recht­lich zu­lässt.“Mer­kel war am Mon­tag bei ei­ner Ver­an­stal­tung vom bis­he­ri­gen Nein ih­rer Par­tei ab­ge­rückt und hat­te die Fra­ge zu ei­ner in­di­vi­du­el­len Ge­wis­sens­ent­schei­dung er­klärt. Die SPD kün­dig­te dar­auf­hin an, noch in die­ser Wo­che über die „Ehe für al­le“im Bun­des­tags­ple­num ab­stim­men zu wol­len.

Nor­ma­ler­wei­se sei das Vor­ge­hen der SPD ein Ko­ali­ti­ons­bruch, er­klär­te CSUChef Horst See­ho­fer in ei­nem In­ter­view mit der „Augs­bur­ger All­ge­mei­nen“. „Man hät­te das auch in al­ler Ru­he im Herbst ma­chen kön­nen“, be­ton­te der CSU-Vor­sit­zen­de.

Be­den­ken in der Uni­ons­frak­ti­on

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