Ba­den­de stö­ren im Na­tur­schutz­ge­biet

Mit Maß­nah­men zum Schutz des Bag­ger­sees ist Gröt­zin­ger Ort­schafts­rat weit­ge­hend zu­frie­den

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Ekart Kin­kel

Der Zaun am ge­schütz­ten Nord­west­ufer des Gröt­zin­ger Bag­ger­sees hält of­fen­bar nicht al­le See­be­su­cher vom Ba­den ab. „Lei­der ge­hen auch im Na­tur­schutz­ge­biet im­mer noch Leu­te un­er­laubt ins Was­ser“, be­ton­te Vol­ker Hahn vom städ­ti­schen Amt für Um­welt- und Ar­beits­amt am Mitt­woch­abend in der Sit­zung des Ort­schafts­rats Gröt­zin­gen. Zum Schutz von Tie­ren und Pflan­zen sol­le das Ba­de­ver­bot künf­tig re­gel­mä­ßig kontrolliert wer­den, for­der­te Hahn.

Der nörd­li­che Teil des Bag­ger­sees liegt im Na­tur­schutz­ge­biet „Wein­gar­te­ner Moor – Bruch­wald Gröt­zin­gen“und gilt vor al­lem we­gen der zahl­rei­chen sel­te­nen Am­phi­bi­en­ar­ten als be­son­ders schüt­zens­wert. Au­ßer­dem kann nach Hahns Ein­schät­zung die Ein­rich­tung ei­ner Flach­was­ser­zo­ne am We­st­ufer mehr Was­ser­vö­gel an den Gröt­zin­ger Bag­ger­see lo­cken. „Dann kann auch ein Be­ob­ach­tungs­stand mit er­höh­tem Blick auf das Flach­was­ser er­rich­tet wer­den“, sag­te Hahn, der sich durch ei­ne sol­che Maß­nah­me ei­ne hö­he­re Sen­si­bi­li­sie­rung der Be­völ­ke­rung für die be­son­de­re Flo­ra und Fau­na in und um den be­lieb­ten Ba­de­see er­hofft.

Seit Jah­ren dis­ku­tiert das Gröt­zin­ger Gre­mi­um im­mer wie­der in­ten­siv über den Kon­flikt zi­schen Na­tur­schutz und Nah­er­ho­lungs­raum. Schließ­lich hob der Ge­mein­de­rat das jahr­zehn­te­lang be­ste­hen­de, aber kaum ein­ge­hal­te­ne Ba­de­ver­bot auf. Ak­tu­ell dür­fen Was­ser­rat­ten am Süd­ufer des Sees ba­den und tau­chen. „Die­ser Be­reich ist aus öko­lo­gi­scher Sicht nicht be­son­ders in­ter­es­sant“, so Hahn. Der nord­west­li­chen Be­reich des Bag­ger­sees ist da­ge­gen nach wie vor streng ge­schützt. Das soll laut Hahn vor al­lem die Le­bens­be­din­gun­gen für Busch­brü­ter ver­bes­sern. „Bü­sche gibt es am Ufer ge­nug“, sag­te Hahn, „aber wenn dort stän­dig Leu­te sit­zen, fehlt den Vö­geln schlicht die not­wen­di­ge die Ru­he zum Brü­ten“. Auch Li­bel­len, Lar­ven und Klein­kreb­se kön­nen nach Hahns Ein­schät­zung von ei­ner Be­ru­hi­gung an den See­ufern pro­fi­tie­ren.

Ba­de­gäs­te in der Schutz­zo­ne sor­gen beim Um­welt­amt seit Jah­ren für Kopf­zer­bre­chen. „Frü­her wur­de im Nor­den und Wes­ten des Sees aber noch viel in­ten­si­ver ge­ba­det“, stell­te Hahn klar. Ge­naue Zah­len lä­gen dem Amt al­ler­dings nicht vor, denn bis­lang sei­en Ba­de­gäs­te nur stich­pro­ben­haft er­fasst und kaum kontrolliert wor­den. Wün­sche das Gre­mi­um wei­te­re Ver­bes­se­run­gen für den Er­halt der öko­lo­gi­schen Viel­falt, et­wa die Ein­rich­tung ei­ner Flach­was­ser­zo­ne oder wei­te­re Schutz­zäu­ne, müs­se es An­trä­ge stel­len, be­ton­te Hahn, „denn oh­ne ei­ne po­li­ti­sche Ent­schei­dung for­dern wir kei­ne Bag­ger an“.

Die Ort­schafts­rä­te zeig­ten sich weit­ge­hend zu­frie­den mit der Ent­wick­lung. „Nun müs­sen wir die­sen Schatz wei­ter pfle­gen“, be­ton­te CDU-Ort­schafts­rä­tin Ve­ro­ni­ka Pep­per.

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