Ein Tag auf dem Bau­ern­hof

Bil­dungs­pro­jekt des Na­tur­parks soll Wert­schät­zung für hei­mi­sche Pro­duk­te stär­ken

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ma­ri­an­ne Pasch­ke­witz-Kloß

Op­penau. „Das Huhn heißt Ber­ta, sein Mund ist ein Schna­bel und hier oben hat es ei­nen Kamm.“Aha. Vor­sich­tig re­cken sich ers­te Kin­der­hän­de em­por und strei­cheln sanft über Ber­tas glän­zen­des Ge­fie­der. „Und wo ist sein Ei?“, fragt ein Kind. „Das liegt schon in der Schach­tel“, er­klärt Bäue­rin Ruth Trey­er wäh­rend sie ei­nes ih­rer zehn „glück­li­chen“Hüh­ner auf dem Arm hält.

„Und wo ist das Ei?“

Hen­ne Ber­ta macht an die­sem Mor­gen den Auf­takt in das er­folg­rei­che Um­welt­bil­dungs­pro­jekt für Vor­schul­kin­der des Ver­eins Na­tur­park Schwarz­wald Mit­te/ Nord, das im Schat­ten un­ter der al­ten Lin­de auf dem Trey­er-Hof in Op­pen­auRams­bach be­ginnt. In den nächs­ten St­un­den wer­den 22 Knirp­se zwi­schen vier und sechs Jah­ren den bäu­er­li­chen Be­trieb er­kun­den und Haus­ge­mach­tes kos­ten. Es geht um Wert­schät­zung und Ver­ständ­nis für hei­mi­sche Er­zeug­nis­se. Bei Trey­ers dreht sich al­les um die Milch. Schon zur Be­grü­ßung rei­chen Hof­be­sit­zer Phil­ipp und sei­ne Frau Ma­rie fri­sche Milch von ei­ge­nen Kü­hen.

Ma­nue­la Ried­ling, die Bot­schaf­te­rin des Na­tur­parks, hat ei­nen Pro­jekt­be­glei­ter im Ge­päck. Sie lenkt die Auf­merk­sam­keit der Kin­der auf ih­ren Ruck­sack. Was sich dar­in wohl ver­birgt? „Ei­ne Spin­ne!“, lau­tet ei­ne Idee. All­ge­mei­nes Auf­at­men als die Um­welt­päd­ago­gin et­was an­de­res her­vor­zieht: „Muh“, die Fin­ger­pup­pen-Kuh ist das Mas­kott­chen des Pro­jekts glei­chen Na­mens. Spä­ter wird es bei den Kin­der­gar­ten-Er­zie­he­rin­nen ver­blei­ben, da­mit das The­ma hei­mi­sche Pro­duk­te dort wei­ter ver­tieft wird. In die­sem Jahr wird Ma­nue­la Ried­ling das Ri­tu­al mit der Hand­pup­pe et­wa 50-mal ze­le­brie­ren. Da­für reicht der­zeit das Bud­get, das ihr der Na­tur­park be­wil­ligt hat. 80 Ver­an­stal­tun­gen hat­te sie be­an­tragt. Im­mer­hin: Für ge­wöhn­lich deckt die För­de­rung den Auf­wand bei al­len Be­tei­lig­ten ab. 65 Ex­kur­sio­nen mit 850 Kin­dern sei­en es im ver­gan­ge­nen Jahr ge­we­sen. Die Zahl der teil­neh­men­den Bau­ern­hö­fe in der Na­tur­park­re­gi­on liegt ak­tu­ell bei 22. Auf dem Trey­er-Hof ist heu­te Pre­mie­re. Mut­ter Trey­er ist es zu ver­dan­ken, denn sie be­geis­ter­te ih­ren Sohn fürs Pro­jekt. Der 29-Jäh­ri­ge, der seit 2013 den Hof be­treibt, kann sich als wer­den­der Va­ter an die­sem Mor­gen be­wei­sen. Der Fun­ke zwi­schen ihm und den Kin­dern springt schnell über, als er mit ih­nen das voll be­setz­te „Schlaf­zim­mer der

EIN KIN­DER­TRAUM WIRD WAR: Beim Be­such auf dem Trey­er-Hof in Op­penau-Rams­bach dür­fen die Klei­nen auch auf ei­nem Trak­tor Pro­be sit­zen. Fo­to: Pasch­ke­witz-Kloß

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