Wat­tiert, aber kühl

Son­der­ba­rer Er­fri­schungs­trend ent­zückt New York

Pforzheimer Kurier - - BLICK IN DIE WELT - NEU­ER TREND: Zu­cker­wat­te. Eis mit Fo­to: dpa

Die USA sind, wie man ahnt, das Land der ab­stru­sen Mög­lich­kei­ten. Und Zu­cker­wat­te – das ist je­dem rum­mel­plat­z­er­fah­re­nen Kind ver­traut – ist ei­ne der ganz gro­ßen Über­flüs­sig­kei­ten der Mensch­heit. Im­mer­hin passt es in die Me­ta­phy­sik der mo­der­nen Welt: Dem An­schein nach ver­hei­ßungs­voll und vo­lu­mi­nös, ver­flüch­tigt es sich bei Be­rüh­rung mit Kau­werk­zeug und Zun­ge als­bald zu ei­nen Hauch von sü­ßem Nichts, ei­ne ku­li­na­ri­schen Fa­ta Mor­ga­na reins­ten Was­sers. Jetzt schi­cken sich ame­ri­ka­ni­sche Zu­cker­bä­cker an, aus der er­näh­rungs­phy­sio­lo­gi­schen Null­num­mer zu­min­dest ein schö­nes Ge­schäft zu ma­chen: Sie kom­bi­nie­ren Spei­se­eis und Zu­cker­wat­te. Papp­sü­ße Fä­den um­schmei­cheln die ge­fro­re­ne Er­fri­schung – und schon ist ein in­no­va­ti­ver und ge­wiss kost­spie­li­ger Sze­ne-Trend in der neu­en Welt. Man muss al­ler­dings sa­gen, dass die­ser Geis­tes­blitz ge­klaut ist. Denn die Idee kommt kein Stück aus der nach Lab­sal lech­zen­den Re­pu­blik des Do­nald Trump. Viel­mehr hat­ten Men­schen in Süd­ko­rea die Ein­ge­bung. Ne­on­leuch­ten­de Zu­cker­wat­te ver­quirl­ten sie mit Eis und press­ten die amor­phe Mas­se in Kat­zen­form. Fehlt nur noch, dass die Kat­ze ih­re Tat­ze hebt und dank So­lar­mo­dul fort­wäh­rend winkt. Wolf­gang Voigt

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