Go­retz­kas Dop­pel­pack macht den Weg frei

Nach fu­rio­sem Start bringt DFB-Team Sieg ge­gen Me­xi­ko ins Ziel / Auch Wer­ner und You­nes tref­fen

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Sot­schi (dpa). In gro­ßen Ju­bel bra­chen Deutsch­lands jun­ge Wil­de nicht ge­ra­de aus. Schließ­lich steht ja noch die Krö­nung aus für das Per­spek­tiv­team von Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw. An­ge­trie­ben vom plötz­li­chen Tor­jä­ger Le­on Go­retz­ka ist die DFB-Elf mit ju­gend­li­chem Elan ins End­spiel des Con­fed Cups ge­stürmt. Nach dem er­staun­lich kla­ren 4:1 (2:0) im Halb­fi­na­le ge­gen Me­xi­ko for­dert die un­er­fah­re­ne DFB-Elf am Sonn­tag nun in St. Pe­ters­burg Süd­ame­ri­ka­meis­ter Chi­le mit Bay­ern-Star Ar­turo Vi­dal im Kampf um den Po­kal her­aus. „So et­was er­hofft man sich na­tür­lich vor ei­nem Tur­nier, dass man ins Halb­fi­na­le oder Fi­na­le kommt. Aber er­war­ten konn­te man es nicht“, sag­te Löw in der ARD und be­rich­te­te von der Stim­mung in der Ka­bi­ne: „Die Freu­de war auf je­den Fall vor­han­den, aber jetzt nicht über­schwäng­lich. Das Spiel hat schon viel Kraft ge­kos­tet.“

Mit ei­nem Tur­bo-Dop­pel­pack des 22 Jah­re al­ten Schal­kers Go­retz­ka (6./8. Mi­nu­te) über­rum­pel­te die for­sche deut­sche Na­tio­nal­mann­schaft vor of­fi­zi­ell 37 923 Zu­schau­ern in Sot­schi die Me­xi­ka­ner. Mit sei­nem eben­falls drit­ten Tur­nier­tor sorg­te der Leip­zi­ger An­grei­fer Ti­mo Wer­ner für die Ent­schei­dung (59.). Nach dem zwi­schen­zeit­li­chen 3:1 durch den Frank­fur­ter Mar­co Fa­bi­an (89.) mach­te der ein­ge­wech­sel­te Amin You­nes (90.+1) al­les klar. „Jetzt gilt es, uns für die gu­te Ar­beit, die wir ge­macht ha­ben, zu be­loh­nen. Jetzt wol­len wir na­tür­lich auch den Ti­tel ho­len, ganz klar“, sag­te der zum Spie­ler des Spiels ge­kür­te Go­retz­ka.

Kei­ne zehn Mi­nu­ten wa­ren ge­spielt, da stand es nach dem deut­schen Blitz­start schon 2:0. Die Me­xi­ka­ner leis­te­ten sich ei­ni­ge Ball­ver­lus­te, was die DFB-Elf mit gna­den­lo­ser Ef­fek­ti­vi­tät be­straf­te. Go­retz­ka er­ober­te in der ei­ge­nen Hälf­te den Ball und pass­te nach au­ßen zu Ben­ja­min Hen­richs. Der Le­ver­ku­se­ner Tur­nier­de­bü­tant leg­te wie­der quer zu Go­retz­ka, der per Di­rekt­ab­nah­me zum 1:0 traf. Ne­ben Hen­richs und Go­retz­ka stan­den auch Jo­nas Hec­tor und der frü­he­re KSC-Spie­ler Lars St­indl wie­der in der Start­for­ma­ti­on. Das Trio war beim 3:1 ge­gen Ka­me­run im letz­ten Grup­pen­spiel ge­schont wor­den. Die Deut­schen nutz­ten die vie­len Räu­me mit gro­ßer Dy­na­mik und viel Zug zum Tor. Im 3-4-2-1-Sys­tem konn­te der Schal­ker Go­retz­ka aus der de­fen­si­ve­ren Mit­tel­feld­po­si­ti­on her­aus sei­ne Stär­ken mit dy­na­mi­schen Vor­stö­ßen noch bes­ser ein­brin­gen. Und so er­höh­te Go­retz­ka nach fei­nem Steil­pass von Wer­ner, der nach sei­nen zwei Tref­fern ge­gen Ka­me­run im Sturm den Vor­zug vor San­dro Wa­gner er­hielt, mit sei­nem drit­ten Tur­nier­tor auf 2:0. Wer­ner hät­te nach Zu­spiel von Hen­richs so­gar auf 3:0 er­hö­hen kön­nen, schei­ter­te aber an Me­xi­kos Schluss­mann Guil­ler­mo Ochoa (19.).

Doch an­statt nun wei­ter sou­ve­rän und selbst­be­wusst zu agie­ren, kam ein klei­ner Bruch ins deut­sche Spiel. El Tri wur­de ge­fähr­li­cher, der neu for­mier­ten deut­schen Elf wa­ren feh­len­de Sta­bi­li­tät und Au­to­ma­tis­men vor al­lem in der De­fen­si­ve an­zu­mer­ken. Die Me­xi­ka­ner er­höh­ten den Druck und ka­men zu ei­ni­gen ernst­zu­neh­men­den Tor­chan­cen. Mar­cAn­dré ter Ste­gen pa­rier­te mit dem Fuß ge­gen Gio­va­ni dos San­tos und per dank­ba­rer Flug­ein­la­ge ge­gen Jo­na­than dos San­tos (33.). Nur zwei Mi­nu­ten spä­ter tauch­te der Le­ver­ku­se­ner Ja­vier Hernán­dez, Chicha­ri­to ge­nannt, nach Zu­spiel von Gio­va­ni dos San­tos frei vor ter Ste­gen auf, schoss aus kur­zer Ent­fer­nung aber über das Tor. Bei ei­nem Frei­stoß von Hec­tor Her­re­ra war der von Löw zum Tur­nier­tor­wart er­nann­te Bar­ce­lo­na-Kee­per ter Ste­gen mit den Fin­ger­spit­zen noch dran (39.).

Nach der Pau­se wa­ren die Deut­schen wie­der dran: Ei­nen se­hens­wer­ten Spiel­zug über Drax­ler und Jo­nas Hec­tor, der über­legt zu Wer­ner pass­te, schloss der 21 Jah­re al­te Leip­zi­ger mü­he­los zum 3:0 ab. Ei­ne Schreck­se­kun­de über­stand der Welt­meis­ter in der 75. Mi­nu­te, als Raul Ji­me­nez mit ei­nem Kopf­ball nur die Lat­te traf. Fa­bi­an ge­lang mit ei­nem Ge­walt­schuss das 3:1, You­nes be­sei­tig­te dann sämt­li­che Zwei­fel.

Sta­tis­tik

Deutsch­land: ter Ste­gen, Kim­mich, Rüdiger, Gin­ter, Hen­richs, Go­retz­ka (67. Can), Ru­dy, Hec­tor, Drax­ler (81. You­nes), St­indl (78. Brandt), Wer­ner.

Me­xi­ko: Ochoa, Layun, Arau­jo, Mo­re­no, Ala­nis, Jo­na­than dos San­tos (67. Mar­quez), Her­re­ra, Gio­va­ni dos San­tos (63. Fa­bi­an), Ji­me­nez, Hernán­dez, Aqui­no (46. Lo­za­no).

Schieds­rich­ter: Pi­ta­na (Ar­gen­ti­ni­en), Zu­schau­er: 37 923, To­re: 1:0 Go­retz­ka (6.), 2:0 Go­retz­ka (8.), 3:0 Wer­ner (59.), 3:1 Fa­bi­an (89.), 4:1 You­nes (90.+1).

Gel­be Kar­ten: Can – Ji­me­nez.

Fo­to: dpa

AUF­TAKT NACH MASS: Be­reits in der sechs­ten Mi­nu­te brach­te Le­on Go­retz­ka die deut­sche Mann­schaft im Halb­fi­na­le des Con­fed Cups in Füh­rung. Knapp zwei Mi­nu­ten spä­ter leg­te der Schal­ker den zwei­ten Tref­fer nach.

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