Strah­len­der Mull auf dem Neckar

Pforzheimer Kurier - - BENNI / ROMAN -

In die­sen Ta­gen fuhr auf dem Ne-ckar ein Boot mit ei­ner be­son­ders ge­fähr­li­chen Fracht. An Bord ei­nes Trans­port­schif­fes be­fan­den sich drei Be­häl­ter mit Atom­müll, „Cas-to­ren" ge­nannt. Der hoch ra­dio­ak­ti-ve Ab­fall ent­steht in den Kern­kraft-wer­ken bei der Strom­er­zeu­gung. Da der Atom­müll noch über vie­le tau- send Jah­re vor sich hin­strahlt, kann man ihn nicht ein­fach ir­gend­wo ab­la­gern. Da­für gibt es so­ge­nann­te Zwi­schen­la­ger, in de­nen ra­dio­ak-ti­ver Müll ein paar Jah­re ge­la­gert wird. Und zwar so­lan­ge, bis ein end-gül­ti­ges La­ger ge­fun­den wird. Aber das ist gar nicht so ein­fach. Denn ei-gent­lich will nie­mand ra­dio­ak­ti­ven Müll in sei­ner Nach­bar­schaft ha­ben. Es ist das ers­te Mal, dass Cas­to­ren per Schiff auf ei­nem Fluss trans-por­tiert wur­de. Die Fahrt ging über ei­ne Stre­cke von 50 Ki­lo­me­tern von Ob­rig­heim nach Neckar­west­heim und fand un­ter strengs­ten Si­cher-heits­vor­keh­run­gen statt. Hun­der­te Po­li­zis­ten und Was­ser­schutz­po­li-zei wa­ren vor Ort. Ein Hub­schrau-ber be­ob­ach­te­te al­les aus der Luft. Ges­tern kam das Schiff si­cher an. Pro­tes­te und De­mons­tra­tio­nen Die Trans­por­te wer­den in der Be-völ­ke­rung teil­wei­se sehr kri­tisch ge­se­hen. Die Stre­cke ist sehr kur-ven­reich und der Ka­pi­tän des Schif­fes muss­te ganz ex­akt na-vi­gie­ren. Au­ßer­dem muss­te er an ins­ge­samt sechs Schleu­sen vor­bei, was auch nicht un­ge­fähr­lich ist. Nicht aus­zu­den­ken, wenn da et­was schief geht. Im­mer wie­der gibt es bei Cas­tor­trans­por­ten, die nor­ma-ler­wei­se per Zug oder Lkw über die Büh­ne ge­hen, gro­ße Pro­tes­te und De­mons­tra­tio­nen. Geg­ner ver-su­chen dann, den Trans­port zu ver-hin­dern. ari

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