Pforz­heim als De­sign­stadt

Aus­stel­lung „De­si­gner in Re­si­dence“er­öff­net

Pforzheimer Kurier - - KULTUR IN PFORZHEIM -

„Die ha­ben ih­re Zeit gut ge­nutzt.“Für Chris­tia­ne Ni­co­laus hat sich die Fahrt von Stutt­gart nach Pforz­heim ge­lohnt. Jetzt kann sie be­ru­higt zu­rück­fah­ren, weil sie weiß: Die „De­si­gner in Re­si­dence“, die sie mit wei­te­ren Ju­ry­mit­glie­dern für das drei­mo­na­ti­ge Sti­pen­di­um im EM­MA-Krea­tiv­zen­trum mit aus­ge­wählt hat, ha­ben gan­ze Ar­beit ge­leis­tet.

Vor al­lem die Deut­sche Mi­ri­am Boh­nen­käm­per und der Is­rae­li Or Shachar ha­ben für ihr Kon­zept ei­nes in­tel­li­gen­ten Kis­sens für Epi­lep­sie-Pa­ti­en­ten ei­ne wah­re Odys­see hin­ge­legt, Klin­ke um Klin­ke von Epi­lep­sie­zen­tren und In­sti­tu­ten ge­putzt, Sen­so­ren und ei­ne App als Warn­sys­tem ent­wi­ckelt und so­gar an ei­ne Puf­fe­rung beim Fall aus dem Bett ge­dacht.

Mat­hil­de Hum­bert aus Frank­reich hat ei­ne klei­ne, fei­ne Kol­lek­ti­on zum The­ma „Mask off“ent­wi­ckelt und sich Ge­dan­ken dar­über ge­macht, was wä­re, wenn Be­geg­nun­gen mit an­de­ren Men­schen auf der Klei­dung sicht­bar wer­den wür­den. Ke­ra­mik­fi­gu­ren er­gän­zen das The­ma des Ver­ber­gens der ei­ge­nen Per­son hin­ter an­de­ren Men­schen. El­wy Schut­ten aus den Nie­der­lan­den zeigt Schmuck, der sich da­mit be­schäf­tigt, wie Kul­tur die Iden­ti­tät be­ein­flusst.

Bür­ger­meis­te­rin Si­byl­le Schüs­s­ler be­tont in ih­rem Gruß­wort die Nach­hal­tig­keit des Pro­jekts, das zum zwei­ten Mal krea­ti­ven Sti­pen­dia­ten die Chan­ce gibt, ei­ne Idee zu ver­fol­gen. Im­pul­se in der Stadt set­zen, re­gio­nal und in­ter­na­tio­nal, die­se Hoff­nung hegt sie mit „De­si­gner in Re­si­dence“. Zu­dem sei dies ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Mög­lich­keit, Pforz­heim „als De­sign­stadt zu po­si­tio­nie­ren“.

Das Pro­jekt wird von Spon­so­ren un­ter­stützt; un­ter an­de­rem greift die Edel­me­tall-Tech­no­lo­gie-Fir­ma C. Haf­ner fi­nan­zi­ell und mit Ma­te­ri­al­spen­den un­ter die Ar­me. Birgitta Haf­ner schwärmt

„Sti­pen­dia­ten ha­ben Zeit gut ge­nutzt“

ins­ge­samt für die „her­vor­ra­gen­den Ar­bei­ten“der Sti­pen­dia­ten; für den Ort, der nicht bes­ser ge­eig­net sein könn­te für fach­li­chen Aus­tausch so­wie für das Netz­wer­ken.

Und sie schwärmt vor al­lem von der Gold­schmie­din El­wy Schut­ten, die man als wiss­be­gie­ri­ge Per­son ken­nen­ge­lernt ha­be, „die al­les Neue auf­saugt wie ein Schwamm“und das Wis­sen um al­te Hand­werks­tech­ni­ken wie die Ar­beit mit dem Fall­ham­mer et­wa mit in die Nie­der­lan­de neh­me. „Netz­wer­ken Sie wei­ter mit uns“, rich­te­te sie ih­re Bit­te an al­le Sti­pen­dia­ten. Die­se ga­ben im An­schluss an die Gruß­wor­te noch aus­führ­lich Aus­kunft über ih­re Ar­bei­ten. Su­san­ne Roth

Ser­vice

Die Schau im EM­MA (Em­ma-Ja­e­gerStra­ße 20) ist bis 9. Ju­li, mitt­wochs bis frei­tags, 13 bis 19 Uhr, sams­tags und sonn­tags, 11 bis 19 Uhr, zu se­hen. Der Ein­tritt ist frei. Vom 26. Sep­tem­ber bis 26. Ok­to­ber wird die Schau im Haus der Wirt­schaft in Stutt­gart ge­zeigt.

EIN RUHEKISSEN ALS AUF­PAS­SER: Mi­ri­am Boh­nen­käm­per und Or Shachar (von links) er­läu­tern bei der Er­öff­nung ihr Kon­zept für Epi­lep­sie-Pa­ti­en­ten. Fo­to: Roth

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