Maduro sieht Wah­l­er­geb­nis als Sieg

To­te bei Un­ru­hen / USA ver­hän­gen Sank­tio­nen ge­gen den Prä­si­den­ten Ve­ne­zue­las

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ma­ria Isa­bel San­chez

Ca­ra­cas. „Der Zeit­punkt für ei­ne neue Ge­schich­te ist ge­kom­men“: Ve­ne­zue­las Staats­chef Nicolás Maduro hat die Wahl ei­ner ver­fas­sung­ge­ben­den Ver­samm­lung zum Sieg für das Re­gie­rungs­la­ger er­klärt. Die Op­po­si­ti­on rief nach dem von hef­ti­gen Pro­tes­ten mit min­des­tens zehn To­ten über­schat­te­ten Ur­nen­gang zu lan­des­wei­ten Pro­tes­ten auf. In­ter­na­tio­nal wur­de die Ab­stim­mung scharf kri­ti­siert.

„Wir ha­ben ei­ne ver­fas­sung­ge­ben­de Ver­samm­lung“, ver­kün­de­te Maduro in Ca­ra­cas. Es sei die „größ­te Ab­stim­mung für die Re­vo­lu­ti­on“, sag­te der Staats­chef vor Hun­der­ten ju­beln­den An­hän­gern. Nun müs­se die Ord­nung wie­der her­ge­stellt und den Ab­ge­ord­ne­ten des von der Op­po­si­ti­on be­herrsch­ten Par­la­ments ih­re Im­mu­ni­tät ent­zo­gen wer­den.

Nach of­fi­zi­el­len An­ga­ben be­tei­lig­ten sich 41,5 Pro­zent der Ve­ne­zo­la­ner an der Wahl der Ver­samm­lung, die das Par­la­ment er­set­zen und ei­ne neue Ver­fas­sung aus­ar­bei­ten soll. Die Op­po­si­ti­on, die an­ge­sichts der schwe­ren Wirt­schafts­kri­se in dem öl­rei­chen süd­ame­ri­ka­ni­schen Land seit Mo­na­ten Sturm ge­gen den so­zia­lis­ti­schen Staats­chef läuft, ver­ur­teil­te den Ur­nen­gang scharf. „Wir er­ken­nen die­sen be­trü­ge­ri­schen Pro­zess nicht an“, er­klär­te Op­po­si­ti­ons­füh­rer Hen­ri­que Ca­pri­les. Er rief trotz des von der Re­gie­rung ver­häng­ten De­mons­tra­ti­ons­ver­bo­tes zu lan­des­wei­ten Pro­tes­ten und zu ei­nem Mas­sen­pro­test in der Haupt­stadt Ca­ra­cas auf. Am Wahl­tag ka­men min­des­tens zehn Men­schen ums Le­ben. Im Bun­des­staat Ta­chi­ra wur­den zwei Ju­gend­li­che im Al­ter von 13 und 17 Jah­ren töd­lich von Ku­geln ge­trof­fen. In­ter­na­tio­nal wur­de der Ur­nen­gang scharf kri­ti­siert. Die US-Re­gie­rung ver­häng­te ges­tern ge­gen Ve­ne­zue­las so­zia­lis­ti­schen Prä­si­den­ten Nicolás Maduro we­gen der jüngs­ten Ent­wick­lun­gen Fi­nanz­sank­tio­nen. Mög­li­che Ver­mö­gen von Maduro in den USA wür­den ein­ge­fro­ren und USBür­gern al­le Ge­schäf­te mit ihm ver­bo­ten, teil­te das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um am Mon­tag in Washington mit.

Die Bun­des­re­gie­rung kri­ti­sier­te, dass die Wahl der Ver­samm­lung „trotz gro­ßen Wi­der­stands der ei­ge­nen Ge­sell­schaft“ab­ge­hal­ten wur­de. Die­ser Schritt ha­be das Land „wei­ter ge­spal­ten“.

GEWALTSAME AUS­SCHREI­TUN­GEN be­glei­te­ten die Wah­len zur ver­fas­sungs­ge­ben­den Ver­samm­lung in Ve­ne­zue­la. In­ter­na­tio­nal wur­de der Ur­nen­gang kri­ti­siert. Fo­to: dpa

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