Wie kam der Tä­ter an das Sturm­ge­wehr?

Ex­per­ten er­mit­teln nach Blut­tat in der Dis­co

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Kath­rin Drin­kuth

Kon­stanz. Mit ei­nem Sturm­ge­wehr hat ein 34-Jäh­ri­ger vor ei­ner Dis­ko­thek in Kon­stanz um sich ge­schos­sen – am Tag nach der Blut­tat kon­zen­trie­ren sich die Er­mitt­ler vor al­lem auf die Her­kunft der Waf­fe. Das Ge­wehr wer­de von ei­ner Son­der­kom­mis­si­on in­ten­siv un­ter­sucht, sag­te ein Spre­cher der Staats­an­walt­schaft am Mon­tag. So wer­de et­wa ab­ge­klärt, ob die Waf­fe aus Ar­mee­be­stän­den stam­me oder aus ein­zel­nen Tei­len, die der Tä­ter sich mög­li­cher­wei­se im so­ge­nann­ten Dar­knet be­schafft hat­te.

Die Stadt Kon­stanz trau­ert un­ter­des­sen um die Op­fer – vor dem Ein­gang der Dis­ko­thek leg­ten Men­schen am Mon­tag­mor­gen Blu­men und Ker­zen un­ter das Ab­sperr­band der Po­li­zei. Der 34-Jäh­ri­ge hat­te am Sonn­tag­mor­gen ge­gen 4.30 Uhr an ei­ner Dis­ko­thek in Kon­stanz um sich ge­schos­sen. Ein Tür­ste­her, mit dem er zu­vor in Streit ge­ra­ten war, wur­de ge­tö­tet. Nach ei­nem Schuss­wech­sel mit der Po­li­zei starb auch der An­grei­fer im Kran­ken­haus an sei­nen Ver­let­zun­gen. Drei Men­schen wur­den nach An­ga­ben der Po­li­zei schwer, sie­ben leicht ver­letzt. Par­ty­gäs­te flo­hen in Pa­nik aus dem Club. Am Tag nach dem Ver­bre­chen wa­ren die Spu­ren des töd­li­chen Schuss­wech­sels noch im­mer sicht­bar: An der Ein­gangs­tür der Dis­ko­thek „Grey“klaff­te ein gro­ßes Ein­schuss­loch im Glas, auf dem Park­platz vor dem Club si­cher­te die Po­li­zei wei­te­re Pa­tro­nen­hül­sen. Das be­tref­fen­de Are­al sei sehr groß, da­her daue­re die Spu­ren­si­che­rung ei­ne Wei­le, sag­te der Spre­cher der Staats­an­walt­schaft. Es wer­de aber al­les sehr ge­nau ab­ge­sucht. Wie vie­le Schüs­se ge­fal­len sei­en, kön­ne man der­zeit noch nicht sa­gen – es ge­be je­doch ein lee­res Ma­ga­zin mit rund 15 bis 20 Schuss.

Ne­ben der Waf­fe un­ter­su­che die Son­der­kom­mis­si­on die ge­nau­en Hin­ter­grün­de der Tat, sag­te der Spre­cher wei­ter. So wer­de et­wa das Ver­hält­nis zwi­schen dem Tä­ter und sei­nem Sch­wa­ger – der den Club „Grey“vor Ort für ei­ne Ge­sell­schaft lei­te­te – ab­ge­klärt. Auch der Grund, war­um es zum Streit kam, sei Ge­gen­stand der Er­mitt­lun­gen. Zeu­gen wür­den eben­falls be­fragt – da­bei müs­se man sehr be­hut­sam vor­ge­hen, da die­se teil­wei­se noch un­ter dem Schock des Er­leb­ten stün­den. Ba­den-Würt­tem­bergs In­nen­mi­nis­ter Tho­mas Strobl (CDU) sprach am Mon­tag von „Glück im Un­glück“. „Mit ei­nem sol­chen Schnell­feu­er­ge­wehr, ei­ner schwe­ren Kriegs­waf­fe, kann man na­tür­lich in ei­ner Dis­ko­thek wirk­lich et­was Furcht­ba­res an­rich­ten“, sag­te der CDU-Po­li­ti­ker am Ran­de ei­nes Ter­mins in Frei­burg. „Es ist wirk­lich schlimm ge­nug, aber nicht zu­letzt auf­grund des schnel­len und kon­se­quen­ten Ein­grei­fens der Po­li­zei ist noch ein denk­bar viel grö­ße­res Un­glück ver­mie­den wor­den.“Der Club „Grey“in Kon­stanz sprach den An­ge­hö­ri­gen sein Bei­leid aus. „Wir kön­nen es noch gar nicht fas­sen, uns feh­len die Wor­te“, hieß es auf der Face­book-Sei­te des Tanz­lo­kals.

EIN KRIPOBEAMTER kreist den Fund­ort ei­ner Pa­tro­nen­hül­se ein. Fo­to: dpa

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