Viel­sei­tig er­folg­reich

Sam She­pard ge­stor­ben

Pforzheimer Kurier - - KULTUR - Sam She­pard

Ein Pu­lit­zer-Preis, ei­ne Os­car-No­mi­nie­rung, da­zu Dut­zen­de Thea­ter­stü­cke: Die Ide­en für erst­klas­si­ge Büh­nen­ar­beit schie­nen aus Sam She­pard (Fo­to: dpa) nur so zu spru­deln. Ei­ni­ge be­zeich­ne­ten ihn als den größ­ten Dra­ma­ti­ker sei­ner Ge­ne­ra­ti­on. Nun ist er mit 73 Jah­ren ge­stor­ben, an den Fol­gen der als ALS be­kann­ten Er­kran­kung des Ner­ven­sys­tems in sei­nem Zu­hau­se in Ken­tu­cky, wie die „New York Ti­mes“un­ter Be­ru­fung auf ei­nen Spre­cher der Fa­mi­lie am Mon­tag be­rich­te­te.

Der Schau­spie­ler, Schrift­stel­ler, Dreh­buch­au­tor und Re­gis­seur galt als Mul­ti­ta­lent. Als Dreh­buch­au­tor war er an Mi­che­lan­ge­lo An­to­nio­nis Kult­film „Za­b­ris­kie Po­int“(1970) be­tei­ligt, als Schlag­zeu­ger spiel­te er un­ter an­de­rem mit Mick Jag­ger und Bob Dy­lan. 1979 ge­wann er den Pu­lit­zer­Preis für sein Thea­ter­stück „Bu­ried Child“(„Ver­gra­be­nes Kind“). Er spiel­te mit in Fil­men wie „Ma­gno­li­en aus Stahl“, „Black Hawk Down“und „Wie ein ein­zi­ger Tag“. Für sei­ne Rol­le in „Der Stoff, aus dem die Hel­den sind“wur­de er 1983 für ei­nen Os­car no­mi­niert. Zwei­mal ar­bei­te­te er mit Wim Wen­ders zu­sam­men: Mit dem Dreh­buch für des­sen Film „Pa­ris, Te­xas“ge­wann er 1984 die Gol­de­ne Pal­me in Can­nes, 2005 spiel­te er die Haupt­rol­le in Wen­ders’ me­lan­cho­li­scher Ko­mö­die „Don’t Co­me Kno­cking“über ei­nen al­tern­den Wes­tern­dar­stel­ler, der fest­stel­len muss, dass er zwei er­wach­se­ne Kin­der hat – ei­ne iro­ni­sche Spie­ge­lung sei­ner Rol­le in Vol­ker Sch­lön­dorffs Li­te­ra­tur­ver­fil­mung „Ho­mo Fa­ber“von 1991. In der Net­flix-Se­rie „Blood­li­ne“gab She­pard zu­letzt den Pa­tri­ar­chen ei­ner Fa­mi­lie, die ein Ho­tel in Flo­ri­da be­treibt.

She­pards Thea­ter­stü­cke wa­ren für ih­re düs­te­re Stim­mung be­kannt, in der er sur­rea­lis­ti­sche Ele­men­te mit schwar­zem Hu­mor ver­knüpf­te und Fi­gu­ren am Ran­de der ame­ri­ka­ni­schen Ge­sell­schaft be­schrieb. She­pard war fast 30 Jah­re mit der Schau­spie­le­rin Jes­si­ca Lan­ge li­iert, die er 1982 beim Dreh zum Film „Fran­ces“ken­nen­lern­te, und hin­ter­lässt drei Kin­der. dpa/ja

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.