Bolt vor letz­tem Hur­ra

Schnells­ter Mann der Welt be­en­det bei WM die Kar­rie­re

Pforzheimer Kurier - - SPORT - DER SU­PER­STAR geht in Ren­te: Usain Bolt. Fo­to: dpa

Lon­don (sid). Bolt, Bolt, noch mehr Bolt und dann ein klein we­nig vom Rest: Das letz­te Hur­ra des schnells­ten Men­schen der Ge­schich­te stellt bei der am Freitag be­gin­nen­den Leicht­ath­le­ti­kWM in Lon­don al­les in den Schat­ten. Im Hy­pe um die gro­ße UsainBolt-Show geht fast un­ter, dass die Do­ping-Na­ti­on Russ­land als Mo­gel­pa­ckung wie­der mit­mischt.

„Ich ha­be der Welt be­wie­sen, dass ich der Größ­te bin. Es war ei­ne gro­ße Kar­rie­re, ich füh­le mich be­freit“, sag­te der elf­ma­li­ge Welt­meis­ter Bolt vor der Rück­kehr ins Lon­do­ner Olym­pia­sta­di­on. Dort hat­te er 2012 bei eben­so stim­mungs­vol­len wie do­ping­ver­seuch­ten Som­mer­spie­len drei­mal Gold ab­ge­räumt, nun er­lebt die um­ge­bau­te Are­na den Schluss­akt von Bolts glor­rei­cher Kar­rie­re.

Der spä­te Bolt ist al­ler­dings längst nicht mehr der Bolt ver­gan­ge­ner Zei­ten. Bei sei­ner Ge­ne­ral­pro­be in Mo­na­co kämpf­te sich der Welt­re­kord­ler (9,58 Se­kun­den) über 100 Me­ter müh­sam un­ter die 10-Se­kun­den-Mar­ke (9,95). „Ich bin auf dem rich­ti­gen Weg“, sag­te Bolt. Die Ge­fahr, dass sich der 30-Jäh­ri­ge mit ei­ner Nie­der­la­ge ver­ab­schie­det, ist den­noch ge­ge­ben. Auf sei­ne Lieb­lings­stre­cke 200 Me­ter ver­zich­tet der Ja­mai­ka­ner in Lon­don ganz, so­mit wird das 100-Me­ter-Fi­na­le am Sams­tag in die Sport­ge­schich­te ein­ge­hen – egal, wie es en­det.

Bolts Nach­fol­ger als größ­te Num­mer der Leicht­ath­le­tik steht schon pa­rat: 400-Me­ter-Welt­re­kord­ler Way­de van Nie­kerk aus Süd­afri­ka peilt seit Micha­el John­son 1995 das Gold-Dou­ble aus hal­ber und gan­zer Sta­di­on­run­de an, wür­de über 200 Me­ter da­mit nach vier Bolt-Ti­teln in Se­rie ei­ne Ära be­en­den. An Bolts Gla­mourFak­tor wird der lei­se van Nie­kerk al­ler­dings nie her­an­rei­chen. Von den wei­te­ren Stars in Lon­don kommt dem am ehes­ten noch Mo Fa­rah na­he: Der bri­ti­sche Top­star peilt das fünf­te 5 000/10 000-Me­ter-Dou­ble in Se­rie an (nach Olym­pia 2012/2016 und WM 2013/2015), ehe er gänz­lich zum Ma­ra­thon wech­selt.

Deut­sche Me­dail­len­kan­di­da­ten sind rar, Gold­an­wär­ter nur die Speer­wer­fer Tho­mas Röh­ler und Jo­han­nes Vet­ter. Acht Me­dail­len wie 2015 in Pe­king sind uto­pisch. Der rus­si­sche Ver­band ist wei­ter­hin sus­pen­diert, 19 Sport­ler sind aber trotz­dem we­gen ei­ner Son­der­ge­neh­mi­gung da­bei. Still und lei­se ist Russ­lands Leicht­ath­le­tik zu­rück­ge­kehrt.

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