„Wuss­te nicht, dass wir Meis­ter sind“

Wild­dogs fei­ern bis in die Nacht / Zu­kunft von Quar­ter­back Stroud ist of­fen

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Pforz­heim (seak). Als Foot­bal­ler Micha­el Lang von den Pforz­heim Wild­dogs sei­nem Na­men al­le Eh­re mach­te und beim Stand von 14:14 den Fiel­d­goal­ver­such der Wein­heim Long­horns gut ei­ne Mi­nu­te vor Spie­len­de blo­ckier­te, war die Meis­ter­schaft in der Re­gio­nal­li­ga Ba­den-Würt­tem­berg ent­schie­den. Nur ei­ner hat­te das nicht so rich­tig be­grif­fen: Quar­ter­back Ryan Stroud.

„Ich wuss­te gar nicht, dass wir Meis­ter sind, wenn wir un­ent­schie­den spie­len“, sagt der US-Ame­ri­ka­ner, des­sen Zu­kunft bei den Wild­dogs of­fen ist. Für sechs Mo­na­te hat­te ihn sein Chef aus Ban­gor im US-Bun­des­staat Mai­ne ab­ge­stellt. „Ich bin sehr glück­lich, dass ich die­se Chan­ce be­kom­men ha­be. Ob das noch ein­mal geht, weiß ich aber nicht. Ich lie­be das Spiel, aber der Job kommt zu­erst.“Un­si­cher ist auch, ob Stroud für die Auf­stiegs­spie­le ge­gen den Bay­ern-Meis­ter zur Ver­fü­gung steht. „Ich wer­de hart ar­bei­ten, um mei­nen Boss glück­lich zu ma­chen, da­mit ich zu den Play­offs zu­rück­kom­men kann“, kün­digt Stroud kurz vor sei­nem Ab­flug in die Staa­ten an. Das Team sei „ei­ne Grup­pe vol­ler Brü­der“für ihn und we­sent­lich mehr als ein sim­ples Foot­ball­team. Ent­spre­chend ha­be man die Meis­ter­schaft aus­gie­big ge­fei­ert. „Es gab ein paar Bier und wir wa­ren bis drei Uhr nachts un­ter­wegs – das ist bei uns nor­mal“, sagt Stroud.

Beim Vor­sit­zen­den Kai Höp­fin­ger klingt das dann schon ein biss­chen an­ders: „Die ha­ben es rich­tig kra­chen las­sen. Ich bin ge­spannt, wann da die ers­ten wie­der zu sich kom­men.“Aus Ver­eins­sicht sei der Meis­ter­ti­tel noch mehr als die Chan­ce auf die Zwei­te Li­ga ei­ne be­son­de­re Leis­tung. „Es ist ein Ka­pi­tel für die Ge­schichts­bü­cher, wenn man als ers­ter Meis­ter in die­ser Lis­te ge­führt wird“, sagt Höp­fin­ger. Denn die Re­gio­nal­li­ga Ba­den-Würt­tem­berg gibt es erst seit die­ser Sai­son, die Wild­dogs sind Pre­mie­ren-Meis­ter. „Und das kann uns jetzt kei­ner mehr neh­men.“

Es ist auch der bis­he­ri­ge Hö­he­punkt ei­ner kon­ti­nu­ier­li­chen Ent­wick­lung der Wild­dogs. Vor zehn Jah­ren war man noch ei­ne Fahr­stuhl­mann­schaft zwi­schen Re­gio­nal­li­ga und Ober­li­ga, rich­te­te sich dann in der vier­ten Li­ga ein. 2015 ge­lang erst der Auf­stieg in die Re­gio­nal­li­ga, 2016 blieb man erst­mals in der Klasse – und nun darf man so­gar die Meis­ter­schaft fei­ern. Auch das Um­feld ist mit­ge­wach­sen. Zwi­schen 1 200 und 1 300 Fans hat­ten die Wild­dogs zum Un­ent­schie­den ge­schrien. „Mir wur­de mal ge­sagt, Foot­ball wä­re ei­ne Rand­sport­art. Da hat sich was ge­tan“, ver­kün­det Höp­fin­ger stolz. Will man in der Zwei­ten Li­ga be­ste­hen, müs­se aber im Fi­nan­zi­el­len noch nach­ge­bes­sert wer­den, auch wä­ren zu­sätz­li­che Trai­ner und Spie­ler nö­tig.

Zu­nächst aber müs­sen die Auf­stiegs­spie­le ge­spielt und ge­won­nen wer­den. Der Geg­ner steht noch nicht fest. Die Par­ti­en fin­den am 10. und 24. Sep­tem­ber statt, das Hin­spiel ist in Pforz­heim.

SEIN LETZ­TES SPIEL hat Quar­ter­back Ryan Stroud (links) mög­li­cher­wei­se für die Pforz­heim Wild­dogs ge­macht. Nun geht es erst ein­mal zu­rück in die USA. Fo­to: Wai­de­lich

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