Zapf­säu­le für Was­ser­stoff

Pforz­heim ist seit ges­tern ein Teil von „H2-Mo­bi­li­ty“

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

aki. Die Was­ser­stoff-Brenn­stoff­zel­lenMo­bi­li­tät ist in Pforz­heim an­ge­kom­men. Ges­tern wur­de an der Shell-Tank­stel­le im Buch­busch ei­ne Zapf­säu­le frei­ge­schal­tet. Das „H2-Mo­bi­li­ty“Jo­int Ven­ture um Shell, Daim­ler, Lin­de, OMV, To­tal und Air Li­qui­de will die schad­stoff­freie Tech­nik mit Macht vor­an­trei­ben, die Sta­ti­on in Pforz­heim ist die 31. im ge­sam­ten Bun­des­ge­biet, bis En­de nächs­ten Jah­res will man bei 100 Tank­stel­len an­ge­kom­men sein.

Bat­te­rie oder Was­ser­stoff? Wel­che Tech­nik lang­fris­tig das Ren­nen ma­chen wird, mag mo­men­tan nie­mand sa­gen. Die Kun­den sei­en bei­den Va­ri­an­ten ge­gen­über zö­ger­lich, mein­te Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Erik Schwei­ckert (FDP): „Es wur­den Prä­mi­en für 300 000 Fahr­zeu­ge be­reit­ge­stellt, egal ob Was­ser­stoff oder Bat­te­rie-Au­to, aber nur 30 000 wur­den ge­kauft“. We­gen ein paar Tau­send Eu­ro, so Schwei­ckert, wür­de sich nie­mand um­stel­len: „Was ge­wünscht wird, ist ein funk­tio­nie­ren­des Netz, das ei­ne gro­ße Reich­wei­te ga­ran­tiert“.

Um mög­lichst rasch ein funk­ti­ons­fä­hi­ges Netz auf die Bei­ne zu stel­len, ha­be man in ei­nem ers­ten Schritt die Re­gio­nen Ham­burg, Ber­lin, München, Frank­furt und Stutt­gart mit Be­tan­kungs­mög­lich­kei­ten aus­ge­stat­tet, so Daim­ler-Ma­na­ger Ro­sa­rio Ber­ret­ta. Nächs­ter Schritt sei nun, die­se „Clus­ter“über „Kor­ri­do­re“zu ver­bin­den. Für Fahr­ten ins Aus­land wer­de man je­doch noch ei­ne Wei­le war­ten müs­sen, er­klärt Ber­ret­ta. Nach Pa­ris sei es kein Pro­blem, aber Sü­dita­li­en oder die Co­te d’Azur – nein.

Noch in die­sem Jahr will Daim­ler ei­ne neue Ge­ne­ra­ti­on des was­ser­stoff­be­trie­be­nen Elek­tro-KFZ prä­sen­tie­ren – auf der Ba­sis des SUV „GLC“. Das Au­to wer­de mit ei­ner Tank­fül­lung rund 500 Ki­lo­me­ter weit kom­men. Die kur­ze Tank­zeit von zwei bis drei Mi­nu­ten wer­de den Kun­den die Wahl zwi­schen Bat­te­rie­und Brenn­stoff­zel­len­tech­nik trotz über­all ver­füg­ba­rer Steck­do­sen schwer ma­chen, glaubt Ber­ret­ta. Ein wei­te­res Plus für ei­ne Zu­kunft mit Was­ser­stoff er­klärt Daim­ler-Spre­che­rin Ma­de­lei­ne Herd­litsch­ka: Soll­te sich ein Her­stel­ler für ei­ne der Tech­nik an­ge­pass­te Ka­ros­se­rie ent­schei­den, dann sei­en grö­ße­re Tanks und da­mit grö­ße­re Reich­wei­ten oh­ne wei­te­res mach­bar. Bei der bat­te­rie­be­trie­be­nen Va­ri­an­te wür­de hier­für das Ge­wicht sehr stark zu­neh­men. Vor al­lem auch für grö­ße­re Fahr­zeu­ge und Lkw sei Was­ser­stoff da­her prak­tisch un­schlag­bar. Die hö­he­ren Kos­ten der Was­ser­stoff-Va­ri­an­te sei­en ein Pro­blem des Her­stel­lers. Ro­sa­rio Ber­ret­ta: „Wir wer­den die Kos­ten auf das Ni­veau ei­nes ver­gleich­ba­ren Elek­tro­au­tos sen­ken müs­sen, sonst wird es nie­mand kau­fen.“

Der Daim­ler-Ma­na­ger nutz­te die Ge­le­gen­heit, um Be­den­ken be­züg­lich Ge­fah­ren zu zer­streu­en. Soll­te es trotz stark ge­si­cher­tem Sys­tem zu ei­nem Riss kom­men, wer­de der Was­ser­stoff sich in­ner­halb von Mi­nu­ten ver­flüch­ti­gen. Selbst wenn es zu ei­nem Brand kä­me, ha­be man es nur mit ei­ner Stich­flam­me zu tun, und nicht, wie beim Ben­zi­ner, mit ei­ner sich am Bo­den aus­brei­ten­den, bren­nen­den Flüs­sig­keits-Pfüt­ze.

Kur­ze Tank­zeit macht die Sys­te­ment­schei­dung schwer

EI­NEN RÜS­SEL ZUM WAS­SER­STOFF TAN­KEN prä­sen­tie­ren Chris­ti­an Bomm (Fir­ma Lin­de), Frank Bel­mer (Shell) und Ro­sa­rio Ber­ret­ta (Daim­ler, von links). Fo­to: Kei­per

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