Pi­ra­ten en­tern das Ge­mein­de­zen­trum

Seit ges­tern sind Fe­ri­en­kin­der im Haidach auf Schatz­su­che un­ter­wegs

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Su­san­ne Roth

Alex­an­der Jeck kann sich schon gar nicht mehr an das Mot­to vom ver­gan­ge­nen Jahr er­in­nern, so be­schäf­tigt ist er am ers­ten Tag der drei­wö­chi­gen Kin­der-Fe­ri­en-Ak­ti­on im evan­ge­li­schen Ge­mein­de­zen­trum Haidach da­mit, die Kü­che ein­zu­räu­men und da­mit, sich ein­zu­schwin­gen auf das dies­jäh­ri­ge The­ma „Pi­ra­ten“. „Ach doch, das war was mit Olym­pia“, kehrt sei­ne Er­in­ne­rung zu­rück. Aber jetzt zäh­len eben wie ge­sagt nur die Pi­ra­ten und al­les, was da­mit zu tun hat.

Das Team von Jeck ist mit den Kin­dern be­reits da­bei, die Sta­tio­nen zu en­tern. Patrick Fe­rin­ger et­wa hilft bei den Kratz­bil­dern. Und das geht so: Man kritz­le mit Wachs­mal­far­be ein Stück Pa­pier voll, schön bunt am bes­ten, drü­ber kommt ei­ne schwar­ze Schicht und dann wird das Mo­tiv aus­ge­kratzt. Und bald liegt die ers­te Pi­ra­ten­flag­ge auf dem Tisch, mit ei­nem To­ten­kopf als Sym­bol na­tür­lich. Und das kann man of­fen­bar auch ma­chen, wenn der hal­be Arm in Gips ist wie bei der sie­ben­jäh­ri­gen La­ra. „Bin von ei­nem Zaun ge­fal­len“, sagt sie. Jetzt nimmt sie eben auch mal die lin­ke Hand zu Hil­fe. Da könn­te die nächs­te Sta­ti­on für das Mäd­chen schon schwie­ri­ger wer­den, da wer­den näm­lich mit Hil­fe von Ke­vin Win­nik und Ni­co­le Schlecht Klei­der­ha­ken für die Wand aus­ge­sägt.

Am ers­ten Tag muss das Pi­ra­ten­schiff erst noch in Fahrt kom­men; aber es bleibt noch ge­nü­gend Zeit, um das The­ma in al­len Fa­cet­ten zu be­leuch­ten. „Es gibt auch Kin­der, die wol­len ein­fach nur rum­ren­nen und spie­len“, weiß Or­ga­ni­sa­tor Alex­an­der Jeck. Des­halb sei die Turn­hal­le für das bun­te Trei­ben je­weils von 9 bis 14 Uhr auch ge­öff­net.

Alex­an­der Jeck sieht sich gleich am ers­ten Tag von ge­schätzt 100 Kin­dern um­ge­ben. Stamm­gäs­te sind dar­un­ter. Will­kom­men sind „ei­gent­lich“Kin­der im Al­ter von sechs bis 13 Jah­ren, aber na­tür­lich wer­de kein Ge­schwis­ter­chen weg­ge­schickt, das jün­ger oder äl­ter ist.

„Im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren es 200 ver­schie­de­ne Kin­der, die zum Pro­gramm ka­men und je­den Tag 80 bis 100 Kin­der.“Die kom­men, so weiß er, nicht nur aus dem Stadt­ge­biet Bu­cken­berg/Haidach, son­dern aus ganz Pforz­heim und so­gar aus dem Enz­kreis. Weil sich Freun­de ver­ab­re­den, weil „El­tern ih­re Kin­der da­hin fah­ren, wo es nichts kos­tet.“Und man sich nicht an­mel­den muss.

Noch. So lan­ge man Spen­der fin­det, die groß­zü­gig sind oder auch mal – wie der Bä­cker um die Ecke – täg­lich „Weck­le“für das Ve­sper spen­den. „Von der Stadt be­kom­men wir seit Jah­ren nichts mehr“, stellt Alex­an­der Jeck nüch­tern fest, der ein Team von zwölf Mit­ar­bei­tern um sich weiß, das zu­vor in zwei Be­spre­chun­gen „Brain­stor­ming“ge­macht hat be­züg­lich Spiel­ide­en. „Es soll ja nicht je­des Jahr das Glei­che sein.“

Als fes­te Hel­fer wer­den nur noch Per­so­nen ge­nom­men, die ei­ne Schu­lung ab­sol­viert ha­ben. Da ler­nen sie et­was über Grup­pen­dy­na­mik, Rol­len­bil­der, Ent­wick­lungs­psy­cho­lo­gie. Nach drei Wo­chen ha­ben die Kin­der die Mög­lich­keit, ins Bür­ger­haus zu wech­seln. Auch dort hat man bis­her im­mer groß­zü­gi­ge Spen­der für die Fe­ri­en­ak­ti­on ge­fun­den.

RITSCHE-RAT­SCHE macht die Sä­ge von Ke­vin Win­nik, der die Stü­cke her­aus­sägt, da­mit die Fe­ri­en­kin­der wie­der­um Klei­der­ha­ken aus­sä­gen kön­nen. Fo­to: Roth

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