„Ba­disch Brau­haus“: Schlie­ßung vom Tisch

Nut­zungs­un­ter­sa­gung der Stadt auf­ge­ho­ben

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Kon­rad Stamm­schrö­er

Müs­sen die Gast­stät­te „Ba­disch Brau­haus“und Tei­le des Ho­tels Küb­ler und All­vi­ta­lis schlie­ßen oder nicht? Im Früh­jahr 2015 ent­fach­te dar­über ein Rechts­streit. Nach über zwei Jah­ren wur­de jetzt das Ver­fah­ren ab­ge­schlos­sen. Mit dem Er­geb­nis: Die An­la­gen dür­fen wei­ter be­trie­ben wer­den. Das Re­gie­rungs­prä­si­di­um hat die von der Stadt ver­häng­te, aber nie Rea­li­tät ge­wor­de­ne Nut­zungs­un­ter­sa­gung auf­ge­ho­ben. Der Wi­der­stand des In­ha­bers Sieg­fried We­ber ist von Er­folg ge­krönt.

Die 2015 von der Stadt auf­ge­zeig­ten gra­vie­ren­den Brand­schutz­män­gel sind zwi­schen­zeit­lich be­sei­tigt wor­den, be­grün­det das Re­gie­rungs­prä­si­di­um sei­nen Be­schluss. Es be­ste­he kei­ne un­mit­tel­ba­re Ge­fahr mehr für Leib und Le­ben der Gäs­te. Dem Schluss­strich gin­gen um­fas­sen­de Prü­fun­gen der Be­hör­de, vie­le Ge­sprä­che so­wie Orts­be­sich­ti­gun­gen mit Brand­schutz­sach­ver­stän­di­gen vor­aus. Da­bei wur­de deut­lich, dass vor al­lem die Tief­ga­ra­ge brand­schutz­tech­nisch nach­ge­rüs­tet und die im Brand­fall zu­nächst völ­lig un­zu­rei­chen­den Ret­tungs­we­ge aus­ge­baut wur­den.

Mit ei­nem Wi­der­spruch beim Re­gie­rungs­prä­si­di­um und An­trä­gen beim Ver­wal­tungs­ge­richt und Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat­te Sieg­fried We­ber ver­sucht, die von der Stadt ver­füg­te so­for­ti­ge Schlie­ßung gro­ßer Tei­le der Gast­stät­te und der Ho­tels zu blo­ckie­ren. Nach ei­ge­nen Aus­sa­gen in­ves­tier­te er an­schlie­ßend rund ei­ne Mil­li­on Eu­ro, um den Brand­schutz Stück für Stück zu ver­bes­sern. Mehr­fach ver­wies er auf ei­ge­ne Gut­ach­ten, die Ex­per­ten zu Fra­gen der Brand­schutz­tech­nik in sei­nen Ge­bäu­den ge­fer­tigt hät­ten. Auf Be­trei­ben des Ho­te­liers und Gast­stät­ten­be­trei­bers wur­de so­gar der Pe­ti­ti­ons­aus­schuss des Land­tags mit dem Fall be­fasst. Die Stadt folg­te der Bit­te des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums in Stutt­gart, die Zwangs­voll­stre­ckung vor­läu­fig aus­zu­set­zen. Letzt­lich wur­de in ei­nem so­ge­nann­ten Wi­der­spruchs­ver­fah­ren ent­schie­den, dass die von We­ber in­iti­ier­ten Ver­bes­se­run­gen aus­rei­chen.

Nie­der­la­ge für die Stadt al­so? In den Ka­te­go­ri­en Er­folg oder Miss­er­folg will Bau­bür­ger­meis­ter Micha­el Obert nicht den­ken. Aus­drück­lich ver­weist er auf die Stel­lung­nah­me des Re­gie­rungs­prä­si­di­ums: „Die Be­hör­de be­tont aus­drück­lich, dass die Aus­gangs­ent­schei­dung der Stadt rech­tens und not­wen­dig war, um den Ei­gen­tü­mer zur Be­sei­ti­gung der Ge­fah­ren­an­la­ge an­zu­hal­ten“, zi­tiert Obert. Die Stadt sei dar­über hin­aus vom RP ge­be­ten

„Gra­vie­ren­de Män­gel beim Brand­schutz be­sei­tigt“

wor­den, durch re­gel­mä­ßi­ge Kon­trol­len und Auf­la­gen si­cher­zu­stel­len, dass der Brand­schutz in dem täg­lich von Hun­der­ten von Gäs­ten be­such­ten Ge­bäu­de­kom­plex zu­ver­läs­sig ein­ge­hal­ten wird. „So­weit zum The­ma Ver­trau­en in den In­ha­ber“, fügt Obert an, der die re­ge Bau­tä­tig­keit We­bers am Ge­bäu­de­en­sem­ble seit Jah­ren kennt. Die Stadt fü­ge sich in den Be­schluss des RP, ge­gen den es ei­gent­lich kei­ne Rechts­mit­tel ge­be. Na­tür­lich wer­de künf­tig in den Ge­bäu­den nach­ge­schaut, ob sich neue Män­gel er­ge­ben ha­ben. Sieg­fried We­ber war ges­tern nicht zu er­rei­chen.

OF­FE­NE TÜ­REN: Nach lan­gem Streit hob das Re­gie­rungs­prä­si­di­um die von der Stadt ver­füg­te, aber nie voll­zo­ge­ne Schlie­ßung we­gen brand­schutz­recht­li­cher Män­gel auf. Die Stadt soll re­gel­mä­ßig kon­trol­lie­ren, ob die Be­stim­mun­gen ein­ge­hal­ten wer­den. Ar­chiv­fo­to: jo­do

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